Neues Jahr, neue Pächter: Für das angefangene Jahr kündigt sich in einigen Thaler Restaurants ein Wechsel an. Am einen Ende des Thals, am Passwang, ist der «Alpenblick» zum Verkauf ausgeschrieben. Besitzerin Maria Halbeisen-Jeker möchte in diesem Jahr altershalber aufhören. Mehrere Interessenten haben sich gemeldet, einen Käufer gibt es allerdings noch nicht. «Es ist ein Problem», sagt Werner Käser, Pächter im Kurhaus «Weissenstein», der Maria Halbeisen beim Verkauf unterstützt. Denn für junge, gut ausgebildete Leute sei es schwierig, die finanziellen Mittel zu stemmen. Die Anforderungen der Banken an die Eigenmittel liegen laut Käser bei 50 Prozent.

Für Maria Halbeisen ist der Verkauf mit Emotionen verbunden: Das 1939 gebaute Haus mit Aussicht auf die Berner und Glarner Alpen ist ihr Elternhaus. Es ist seit 1944 im Besitz der Familie Jeker. 1978 ist der Betrieb zum heutigen Restaurant und Ausflugslokal erweitert worden, das Töfffahrer und Geniesser anzieht. Irgendwann dieses Jahr möchte man eine Lösung, sagt Werner Käser.

Abwarten im Balsthaler «Bahnhöfli»

Schon länger etwas ruhiger ist es beim Balsthaler «Bahnhof». Im April hat das Restaurant seine Türen geschlossen. Seither betreibt die Besitzerin, die Marti Immobilien AG aus dem luzernischen Grosswangen, das Hotel «in Eigenregie – mit «guter Auslastung», wie Besitzer Philipp Marti sagt. Er möchte den Betrieb jedoch «eher verkaufen als wieder verpachten». Interessen seien aus dem Inland und dem «weiteren Ausland» einige vorhanden, doch konkret habe sich noch nichts ergeben. 45 bis 50 Prozent Eigenmittel seien eine hohe Hürde, sagt auch Marti.

«Kreuz»-Wirt bleibt bis Fasnacht

Auch unten am Fuss des Passwanges gibt es eine Änderung. Am 15. Februar ist im «Kreuz» in Mümliswil Austrinkete. «Die Fasnacht wird noch durchgezogen», sagt Wirt Heinz Halbeisen. Dann heisst es Haus putzen und abgeben. Nach zwei Jahren verlängert Halbeisen den Pachtvertrag nicht mehr; er hat das Pensionsalter erreicht. 40 Jahre war er im Gastgewerbe tätig. Er sagt zwar, dass es eine schöne Zeit im «Kreuz» gewesen sei. Doch für Wirte seien die Zeiten nicht einfacher geworden. Energie- und Lohnkosten führt er ebenso an wie die Mehrwertsteuer. Der Konsum alkoholischer Getränke habe abgenommen, während die zeitliche Belastung für den Wirt mit bis zu 16 Stunden am Tag hoch sei. Ein Nachfolger für das «Kreuz» ist bereits gefunden. Anfang März geht es mit einem neuen Pächter weiter, der bisher als Koch in einem anderen Restaurant der Region tätig war.

«St. Joseph» bleibt offen

Gute Nachrichten gibt es vom anderen Ende des Thals. «Wir fahren weiter», heisst es im «St. Joseph» in Gänsbrunnen. Pächter Edi Spagni hat seinen Vertrag verlängert, obwohl er ursprünglich schon letzten Herbst aufhören wollte. Dies mit Blick auf die hohen Nebenkosten, die das alte Gemäuer im Winter auslöst. Zudem macht sich auch diesseits des Berges die fehlende Weissensteinbahn negativ bemerkbar. Nun bleibt der Betrieb also geöffnet. Spagni hofft auf genügend Schnee für die Skiwanderer – und auf den Frühling. Dann zieht die Saison mit Wanderern und Töfffahrern an.

Das Haus ist allerdings weiterhin zum Verkauf ausgeschrieben. Besitzer Martin Jaggi alias Ralph Martens möchte das Gasthaus seit einiger Zeit verkaufen.