Olten
In spanische Musik eingetaucht

Hora musica im Kapuzinerkloster mit Michael Erni; Werke von Albéniz standen auf dem Programm.

Madeleine Schüpfer
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Michael Erni zelebrierte Werke von Isaac Albéniz.

Michael Erni zelebrierte Werke von Isaac Albéniz.

Hansruedi Aeschbacher

Am Mittwoch fand im Kapuzinerkloster Olten im Rahmen der Hora-musica- Konzerte eine Begegnung mit dem klassischen Gitarrenvirtuosen und Komponisten Michael Erni statt, die tief und leidenschaftlich in die spanische Musik von Isaac Albéniz (1860–1909) eintauchte und das Publikum in der Klosterkirche verzauberte. Jahrelang hat sich der in Olten aufgewachsene, heute in Dulliken lebende Gitarrist Erni mit Werken dieses Komponisten und Pianisten auseinandergesetzt und auch zu eigenen Transkriptionen gefunden. Albéniz als begnadeter Komponist und Pianist hinterliess mehr als 200 Kompositionen. Er studierte in Leipzig, ging nach London, nach Paris, lernte Ravel und Debussy kennen und bewunderte Franz Liszt. Nach dieser nationalen und internationalen Karriere landete er in Barcelona und wurde von der spanischen Musik beeinflusst, um dann endgültig in Paris zu leben, wo er auch starb.

Besondere Begabung

Es muss eine besondere musikalische Begabung besitzen, wer es wie Erni wagt, diese Klavierkompositionen in Gitarrenmusik umzugestalten. Albéniz hatte selbst gesagt, dass die Gitarrenmusik am eindrucksvollsten seine spanischen Klänge hinüberbringen würde. Er verband spätromantische Elemente mit spanischem Kolorit. Es gelang Erni, genau diesen faszinierenden Kolorit mit viel Virtuosität vertieft einzufangen und mit seinem grossartigen Gitarrenspiel wiederzugeben.

Eröffnet wurde das Konzert mit Capriccho Catalán, geprägt von zarten abwartenden Elementen, die dann plötzlich in leidenschaftliche, rasche Rhythmen hinüberwechselten. Beeindruckend, wie Erni die feinen Nuancen spielte, das abwartende Moment wie ein langer Seufzer im Raum für Sekunden stehen liess, um dann wieder einzutauchen in temperamentvollere Passagen. Dieses fein strukturierte Spiel erlebte man auch in Torre bermeja oder in dem Stück Mallorca. Nur dank langer Erfahrung ist man fähig, die repetierenden Elemente zu variieren und das Abwartende aufleben zu lassen, sodass der Spannungsbogen erhalten bleibt.

Temperamentvolle Klänge

Im nächsten Teil erfolgte die berührende Suite espaniola Granada, dann die Suiten Cadiz, Cordoba und Sevilla. In diesen Vorträgen stieg das Publikum ganz konzentriert ein und erkannte das Harmonische und Rhythmische, Klang und Farbe der spanischen Musik. Im dritten Teil erlebte man temperamentvolle Klänge mit Rumores de la Caleta, Tango Espana, Cuba und Asturias, spanische Suiten, die ungemein faszinierten.

Man genoss das abwechslungsreiche Spiel von zarten und markanteren Passagen. Es ist Michael Ernis besondere Begabung, sein Gitarrenspiel zu variieren. Man erlebte einen begabten Komponisten und Gitarristen, auch einen Poeten, hellwach für die feinen musikalischen und bildnerischen Zusammenhänge in der spanischen Musik wie sie Isaac Albéniz komponierte.

Im Herbst 2016 wird diese neue CD mit Michael Ernis Kompositionen im bekannten Klassik Label «Claves» erscheinen.

Guardian Werner Gallati trug besinnliche Texte vor zum Thema Arbeit und Feierabend. Beeindruckende Gedanken, geprägt von der Sehnsucht, in den Ferien sich Raum persönlicher Freiheit zu gestalten, das eigene Leben zu leben, weg vom Alltag. Und wenn auch die Realität einen oft wieder einhole, so sei ein solcher Vorgang von wesentlicher Bedeutung, meinte er, ganz im Sinne von einander Zeit lassen und dem Leben neu auf die Spur gehen.