Im Gheidgraben werden Bäume Opfer der Kettensäge. 18 Eschen müssen dort dran glauben. Aber nicht nur dort. Leidensgenossen gibts im Bifang, Birken bei Frohheimschulhaus, eine Winterlinde beim Robi, Fichten an der Aarburgerstrasse. Wohl mehr als 30 Bäume werden in den kommenden 14 Tagen gefällt. «Aus Sicherheitsgründen», wie Oltens oberster Stadtgärtner, Fridolin Fleischli betont. «Wir fällen sehr zurückhaltend», sagt er noch. Was darunter zu verstehen ist? Er zeigt auf die Reihe Eschen am Gheidgraben, die seit 40 Jahren und länger dort steht. «Die beobachten wir seit mehr als zwei Jahren», sagt er.

Unter besonderer Beobachtung stehen Bäume immer dann, wenn Krankheiten auftauchen, so wie dies eben im Gheidgraben der Fall ist. Dort wirkt das Eschentriebsterben. «Im Frühsommer letzten Jahres haben wir uns gesagt: Wir warten noch mal eine Vegetationsperiode ab; dann wird entschieden», weiss Fleischli. Ob zögern und beobachten denn wirklich etwas bringt? «Manchmal schon», gibt der Gärtner zu verstehen.

Manchmal könne sich ein Baum wieder erholen; es kommt halt auch aufs Wetter an, weiss der Stadtgärtner. Bei den Eschen am Gheidgraben hat das Zuwarten allerdings nichts gebracht. «Das ist natürlich unglücklich» meint er. Aber die dürren Äste, die über den Fussweg ragen, sprechen selbst für Laien eine deutliche Sprache. Im dümmsten Fall könnten sie Bedrohung für Fussgänger sein; Bruchgefahr nennt sich dies im Fachjargon. Ganz sicher aber begünstigen die Bäume die unerwünschte Ausbreitung der Krankheit.

Gut dokumentiert

Spaziergänger reagieren extrem sensibel auf Veränderungen dieser Art. Fleischli weiss das. Den meisten Fällaktionen liegen externe Expertisen zugrunde, welche die Absichten der Stadtgärtnerei stützen. «Wir rücken nicht der Freude wegen aus», meint er noch. Und gelegentlich brauche es etwas Überzeugungsarbeit, um in Harnisch geratene Passanten oder allenfalls Anwohner wieder zu beruhigen.

Schliesslich ist die Stadt bemüht, die gefällten Bäume durch andere oder auch durch solche derselben Gattung, zu ersetzen. «Hier am Gheidgraben finden die Eschen eine artenreiche Nachkommenschaft: Walnuss, Birke, Hainbuche, Ulme, Feldahorn ergänzt durch Vogel- und Mehlbeere werden folgen», zählt Fleischli auf. Diese zukünftige Mischform im Gheidgraben etwa ist gleichzeitig eine Präventivmassnahme, denn wo unterschiedliche Baumarten beieinanderstehen, bleiben die Auswirkungen von Schädlingen durchaus begrenzt.

Pilzbefall ist aller Übel Anfang

«Pilzbefall – das ist immer ein Alarmzeichen», weiss der Stadtgärtner. Vier Bäume beim Bifang sind vom Hallimasch befallen, Birken im Vorderen Steinacker etwa von der Schmetterlingstramete (tritt oft als Wundparasit auf). Die Ursachen dafür können ganz unterschiedlicher Art sein. Frost- und Unwetterschäden oder etwa Schädigungen durch Baustellen- oder Parkierverkehr. Häufig streifen Fahrzeuge Baumstämme, hinterlassen so Schäden oder aber der Untergrund wird durch zirkulierende Fahrzeuge so verdichtet, dass der Baum definitiv Schaden nimmt. Die Rosskastanie beim Parkplatz Baslerstrasse (ehemals Biergarten) ist ein solcher Patient, der in diesen Tagen ebenfalls gefällt wird.

Auch die Winterlinde beim Robi-Spielplatz fällt. Diagnose: dürr. Maximal 1000-jährig können diese Bäume werden. Halt einfach nicht alle.