Die Frau zahlt ihre Mieten nicht, verschmutzt Räume und baut ohne Erlaubnis. «Eine chronische Mietnomadin hat  in Hombrechtikon (ZH) ebenso wie in den Kantonen Aargau und St. Gallen für Ärger gesorgt. Das bestätigt der Rechtsanwalt, der den Zürcher Vermieter im Jahr 2014 vertrat, gegenüber «20 Minuten».

Nun ist die Mietnomadin in Olten. Laut Verwalter Hahn sind in der Stadt bereits zwei unabhängige Schlichtungsverfahren durchgeführt worden. Gegenüber «20 Minuten» sagt er, dass es beim letzten Verfahren zu keiner Einigung zwischen Mieter und Vermieter gekommen sei.

«Die Frau ist mit allen Wassern gewaschen, aber nicht mit den guten»

In der Nachbarschaft sät die Nomadin Zwiespalt: Ein Anwohner sagt gegenüber 20 Minuten: «Sie ist sehr clever, kennt alle rechtlichen Möglichkeiten und nutzt diese auch aus.» Beim Einzug im Winter 2014 hätten die Nachbarn erst Mitleid für die Frau mittleren Alters empfunden, schreibt die Tageszeitung und zitiert einen Anwohner: «Sie erzählte uns, dass sie sich von ihrem Partner getrennt habe und deshalb eine eigene Wohnung brauche.»

Dieselbe Geschichte habe sie bereits in Hombrechtikon aufgetischt, so Fischer. Danach habe sie dort andauernd Streit verursacht. Letztlich habe sie während eines laufenden Rechtstreits ihre Sachen gepackt und die Wohnung unangekündigt verlassen. Hinterlassen habe sie laut dem Zürcher Rechtsanwalt neben einem riesigen Chaos auch Schulden in fünfstelliger Höhe. «Die Frau ist mit allen Wassern gewaschen, aber nicht mit den guten.»

Wie gelingt es der Frau immer wieder ein neues Zuhause zu finden?

Laut Fischer wies die Frau dem Vermieter vor dem Einzug einen sauberen Betreibungsregisterauszug vor. Sie verschwieg dabei aber, dass sie noch einen zweiten hatte, auf dem all ihre Schulden aufgelistet waren. 

Dies sei ihr gelungen, indem sie bei den beiden Betreibungsämtern jeweils verschiedene Vornamen angab. Das Bundesamt für Justiz erklärt auf Anfrage von «20 Minuten»: «Die Betreibungsämter werden kantonal geführt, eine schweizweite Auskunft ist nicht möglich», Nur die beim jeweiligen Amt gemeldeten Schulden würden im Auszug auftauchen. Die Betreibungsbeamten müssen zwar einen Identitätsnachweis verlangen – ein Wohnsitz im betreffenden Betreibungskreis sei jedoch nicht nötig.

«Sie verwendet wissentlich falsche Dokumente, deshalb hätte mein Mandant sie wegen Betruges anzeigen können», so Fischer zu «20 Minuten». Dieser habe aber darauf verzichtet, weil er das Kapitel abschliessen wollte. (jos)