Steigende Schülerzahlen

In Olten geht die Suche nach Schulraum los

Soll das Hübelischulhaus eventuell dereinst aufgegeben werden und als Ersatz ein Neubau im Kleinholz-Quartier entstehen?

Soll das Hübelischulhaus eventuell dereinst aufgegeben werden und als Ersatz ein Neubau im Kleinholz-Quartier entstehen?

Die Schülerzahlen steigen in OIten in nächsten Jahren markant – nun gibt der Stadtrat eine Studie in Auftrag.

Das Thema Schulhausneubau treibt das offizielle Olten schon seit Jahren um. Grund: Die stetig steigenden Schülerzahlen, die seit einigen Jahren zu verzeichnen sind. Lagen die Jahrgangsstärken in Olten bislang zwischen 120 und 140 Kindern, so zählen die Jahrgänge heute laut der Bildungsdirektion mit rund 180 Kindern deutlich mehr Kinder als die Erfahrungswerte der Vergangenheit nahe legen.

Fürs Schuljahr 2020/21 werden gar 204 Kinder erwartet, was vorerst mal eine Rekordzahl bedeutet. Auch wenn Prognosen schwierig sind: Sollten sich die Schülerzahlen auf diesem aktuell hohen Niveau stabilisieren, bedeutet dies markant mehr Klassen an der Primarschule. In Olten geht man von neun bis zehn Klassen aus.

Schülerzahlen sind das eine, welche einen Schulhausneubau in Olten angezeigt erscheinen lassen. Das andere ist die Tatsache, dass sämtliche Primarschulhäuser auf städtischem Boden bereits heute bis unters Dach genutzt werden und nur noch sehr wenig Ausweichpotenzial besteht. Die hohe Ausnutzung der Räumlichkeiten ist auch auf die veränderten Unterrichtsformen zurückzuführen, die sich heute in unterschiedlichster Form zeigen wie Partnerunterricht, Gruppenunterricht oder Unterricht in Halbklassen.

Das in der Innenstadt strategisch etwas unglücklich gelegene Hübelischulhaus etwa taugt lediglich für einzügige Jahrgangsklassen. Bereits heute können primarschulpflichtige Geschwister nicht mehr zwingend damit rechnen, in ein und demselben Schulhaus den Unterricht besuchen zu können.

Ein Umstand, der von den Eltern als äusserst ungünstig empfunden wird, da kurze, möglichst gefahrlose und sozialisierende Schulwege wünschenwert sind und sich die Stadt zudem doch extrem über zwei Stadthälften definiert, die durch Bahn und Aare getrennt sind. An der letzten Stadtratssitzung hat die Oltner Regierung das Thema Schulraumplanung nun behandelt und der Firma Kontextplan eine Studie für 60'000 Franken in Auftrag gegeben. Diese soll dem Stadtrat bis vor den Sommerferien die Entscheidungsgrundlage liefern, wie es in der Stadt in Sachen Schulraumplanung weitergehen soll.

Es stehen dabei verschiedene Varianten zur Diskussion. Neben dem eingangs erwähnten Schulhausneubau kommt als Zwischenschritt auch infrage, die bestehenden Standorte besser zu nutzen respektive Pavillons vorübergehend aufzustellen. Bei den Kindergärten besteht zuerst Handlungsbedarf, weil dort die Schülerzahlen als erstes steigen. Nicht abrücken will der Stadtrat vom Grundsatz, dass die Kinder möglichst auf ihrer Aareseite zur Schule gehen sollen, wie Stadtpräsident Martin Wey an der Sitzung unterstrich.

Als favorisierter Standort für den Schulhausneubau – mit den stark wachsenden Wohngebieten Kleinholz und Bornfeld in unmittelbarer Nähe – kommt derzeit wohl am ehesten ein Grundstück neben der Stadthalle in Betracht, welches bereits der Stadt gehört. Dies allenfalls auch als Ersatz für das in der Innenstadt befindliche und unter Ortsbildschutz stehende Hübelischulhaus, welches einer anderen Nutzung zugeführt würde. Ein modulartig aufgebautes Gebäude, das flexibel auf die steigenden Schülerzahlen reagieren könnte, steht dabei im Vordergrund.

Wohl ausser Traktanden gefallen ist ein Neubau im Quartier Olten SüdWest. Zum einen sind die Kinder in den bisher nur zum Teil vermieteten 420 Wohnungen an einer Hand abzuzählen (wir berichteten). Zum anderen stösst die Idee auf Probleme, dass Areal-Besitzer Sigmund Bachmann ein Schulhaus bauen würde und die Stadt sich dann einmieten könnte. Der simple Grund: Diese Variante wäre wohl schlicht zu teuer für die Stadt.

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