Gelegentlich lässt sich das auslaufende Jahr auch von hinten aufrollen; was hiermit getan ist. Je älter das Jahr nämlich, desto pointierter treten die knappen Mehrheitsverhältnisse im Parlament zutage, werden die Bandagen in der politischen Auseinandersetzung härter.

Die Novembersession des Gemeindeparlaments: Geschäft Betriebskostenbeiträge und Subventionen für die Sportpark AG sowie Investitionsbeitrag für die Eissportanlagen. Eine Mehrheit im Parlament (20 zu 16 Stimmen) weist das Geschäft zurück. Grund: Das Parlament hätte sich gewünscht, die als Einheitsgeschäft daherkommende Vorlage über total 1,4 Mio. Franken in zwei unterteilten Bereichen zur Abstimmung vorgelegt zu bekommen. Damit musste ein Teil des für die Sportpark Olten AG essenziellen Geschäfts in der Dezembersitzung noch einmal behandelt werden. Erfolgreich: Zumindest die Gelder für 700'000 Franken wurden gesprochen.

Gleicher Monat, gleiche Session: Nach einer epochalen Sitzungsdauer von insgesamt über sieben Stunden verabschiedet das Parlament mit einer scheinbar komfortablen Mehrheit von 23 zu 13 Stimmen das Budget 2019, genehmigt dabei moderate Steuererhöhungen und nimmt eine Mehrverschuldung in Kauf. Noch an der Sitzung werden in den unterlegenen Reihen Referendumsrufe laut. Einen guten Monat später läuft die Unterschriftensammlung, bilden sich Pro- und Kontra-Komitees. Derweil erlässt die Stadt – im Bewusstsein um den drohenden budgetlosen Zustand, erste Präventivmassnahmen. Eltern von Schulkindern atmen auf: Wenigstens die Schneesportlager sind gerettet. Ebenfalls im November votiert das Parlament für eine Sanierung und Aufwertung des linken Aareufers beim Pontonierhaus. 1,68 Mio. Franken soll das Projekt kosten.

Im September beschliesst das Parlament in seltenem Gleichklang bei grossmehrheitlichen Verhältnissen die Planungsvorgaben für den Schulhausneubau im Kleinholz: Die neue Schulanlage wird demnach mit 16 Klassen (4 Kindergärten und 12 Primarschulklassen) und mit Tagesstrukturen ausgestattet geplant. Mit der neuen Schulanlage Kleinholz wird eine Dreifach-Turnhalle geplant (27:11 Stimmen).

Bereits im Januar hatte das Parlament entschieden, das Hübelischulhaus als Standort aufzugeben und das zentral gelegene Schulhaus einer anderen Nutzung zuzuführen. Zwischenzeitlich war dieser Entscheid auf der Kippe, weil der Stadtrat damals – so der Vorwurf – mit «falschen» Kennzahlen operiert habe. Derzeit ist das Hübeli als möglicher neuer Standort für das Kunstmuseum im Gespräch.

Im Juni sagt das Parlament Ja zum neuen Taxireglement. Damit werden Konzessionen nur noch auf fünf Jahre befristet vergeben. Zudem sorgt ein Qualitätssiegel für die bessere Orientierung bei der Taxi-Kundschaft.

Im März berät das Parlament erstmals über den Mobilitätsplan beziehungsweise das Parkierungsreglement. Die Vorlage wird mit 23 zu 15 Stimmen zurückgewiesen. Ende September wird das überarbeitete Geschäft des Stadtrates mit 24 zu 14 Stimmen gutgeheissen. Trotz klarer Mehrheit steht im November das erfolgreiche Referendum.