Wangen bei Olten
In diesem Jahr gibts wohl die letzte Brocante von Malima – gemeinnütziger Verein hat Nachfolgeprobleme

Im Sommer 2020 will der Verein Malima sein Stübli im Dorf schliessen. In diesem Jahr könnte daher die letzte Brocante im ehemaligen Postgebäude über die Bühne gehen. Der Grund: Beim gemeinnützigen Verein gibt es Nachfolgeprobleme.

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Gründungsmitglied und Brocante-Verantwortliche Madeleine Hersperger im ehemaligen Postgebäude, wo die Brocante am Freitag startet.

Gründungsmitglied und Brocante-Verantwortliche Madeleine Hersperger im ehemaligen Postgebäude, wo die Brocante am Freitag startet.

zvg

Während mehr als drei Wochen, vom 3. Mai bis zur Finissage am 26. Mai, stellt der Verein Malima ein weiteres Mal im ehemaligen Postgebäude in Wangen aus. Das Besondere an dieser Brocante: Es wird mit grosser Wahrscheinlichkeit die letzte sein. Denn die treibende Kraft des Vereins in diesem Bereich und eine der Vereinsgründerinnen, Madeleine Hersperger, ist mittlerweile 75-jährig – und hat nicht mehr die Kraft, noch länger in der ersten Reihe zu stehen.

Sie und ihr Mann Peter spüren die Strapazen der jahrelangen Schlepperei. «Bis zu 50 Mal jährlich waren wir mit unserer Ware an Flohmärkten oder Brocanten. Das merkt man natürlich irgendwann», sagt Madeleine Hersperger. Zwar hat sie sich nach einer geeigneten Nachfolge umgeschaut, bloss: Niemand hat die Zeit oder scheint sie aufbringen zu wollen, um in ihre Fussstapfen zu treten. Handkehrum kriegt sie von überall her zu hören, sie dürfe keinesfalls aufhören mit ihrer guten Sache. Doch just dies hat sie vor – «ohne schlechtes Gewissen», wie sie betont.

Schon jetzt steht deshalb der Termin, an welchem der Verein Malima seinen Laden im Dorf offiziell und mit einer grossen Feier schliessen will: der 27. Juni 2020. Im Frühjahr nächsten Jahres will man mit dem Ausverkauf beginnen mit dem Ziel, dass die drei Räume im Parterre der Liegenschaft künftig beispielsweise wieder als Atelier gebraucht werden können. Den Verein selber will man laut Madeleine Hersperger noch einige Jahre bestehen lassen. Einfach so lange, sagt sie, bis die jetzigen Schülerinnen und Schüler im Benin ihre Schulzeit absolviert haben.

Verein von drei Frauen gegründet

Seit vielen Jahren nämlich unterstützt der Verein Malima ein Schul- und Aufbauprojekt im westafrikanischen Benin. «Hilfe zur Selbsthilfe auf der Basis persönlicher Beziehungen» lautet das Motto der Organisation. Die finanziellen Mittel werden durch verschiedene Aktivitäten erwirtschaftet, beispielsweise durch den Betrieb des Brockenhauses, des besagten Malima-Stüblis, das nun geschlossen werden soll.

Der Verein Malima ist 2003 auf die private Initiative dreier Frauen entstanden, die sich von den sozialen Nöten in Benin bewegen liessen. «Geprägt durch ihre eigenen Biografien haben sie die Erfahrung gemacht, dass es gar nicht so viel braucht, um vom Schicksal weniger begünstigten Menschen konkret helfen zu können», heisst es auf der Homepage des Vereins.

Auch Bilder von regionalen Malern

Doch jetzt steht erst einmal die Brocante im Fokus der unermüdlichen Schafferin und ihrer Helferinnen und Helfer. Ausgestellt werden Bilder von Christoph R. Aerni und Roman Candio. Aber auch Antiquitäten, Raritäten, Kuriositäten, tausende alte Ansichtskarten à einen Franken, Briefmarken, Alben und Einzelstücke können bestaunt werden und gibt es zu erwerben. All dies sei nur möglich dank den vielen Helferinnen und Helfern, ohne die gar nichts ginge, und dank Livio Conz, der die ehemalige Post praktisch kostenlos zur Verfügung stelle, betont Madeleine Hersperger. Und vielleicht geschieht das Wunder und jemand meldet sich bei ihr, der ihre Arbeit weiterführen will – ihr grösster Traum ginge so in Erfüllung. «Falls jemand dazu bereit ist, kann er oder sie jederzeit übernehmen.» (mgt/otr)