Ciao Tannenbaum
In die Grünabfuhr statt ins Feuer: So entsorgen Gemeinden rund um Olten ihre Weihnachtsbäume

Die ausgedienten Weihnachtsbäume werden Anfang Neujahr entsorgt. Das läuft überall etwas anders ab.

Cyrill Pürro Jetzt kommentieren
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Mitarbeiter des städtischen Werkhofs Olten entsorgen im Gebiet Kleinholz abgeschmückte Weihnachtsbäume.

Mitarbeiter des städtischen Werkhofs Olten entsorgen im Gebiet Kleinholz abgeschmückte Weihnachtsbäume.

Bruno Kissling

Vor wenigen Tagen noch besungen, verschwinden sie in den ersten Neujahrswochen wieder und schaffen Platz für den Fernseher oder das Lieblingsregal. Nur: Wohin mit den Weihnachtsbäumen? Wie werden die Bäume entsorgt? Das Verbrennen von ausgedienten Christbäumen ist landesweit verboten und so auch im Bundesgesetz für Umweltschutz verankert.

Grund dafür sind Feinstaubpartikel, die beim Verbrennen von frischem Holz freigesetzt werden und die Luft belasten, wie Adrian Stoll vom Amt für Umwelt letzte Woche gegenüber dieser Zeitung erklärte. Sollte bei der Verbrennung dann noch Lametta oder andere Dekoration im Baum hängen, gehe das Vergehen gar unter «illegale Abfallbeseitigung». Es gibt aber Alternativen. In den meisten Gemeinden können die Weihnachtsbäume entweder mit dem Kehricht oder via Bio-Abfallsammlung entsorgt werden. Letzteres dient der Produktion von Biogas.

Den Tannenbaum an die Strassenseite stellen

In Olten Wohnhafte konnten letzen und diesen Montag ihren Weihnachtsbaum zusammen mit dem Kehricht der Entsorgung mitgeben. Es sei aber nicht die letzte Chance gewesen, den eigenen Weihnachtsbaum loszuwerden. «Die Leute können ihre Bäume auch beim Entsorgungszenter der Turuvani AG abgeben», wie Werkhofleiter René Wernli auf Anfrage erklärt.

Die abgeschmückten Christbäume warten auf ihre Entsorgung.

Die abgeschmückten Christbäume warten auf ihre Entsorgung.

Bruno Kissling

Ähnlich regelt es auch die Gemeinde Fulenbach. Hier können die Weihnachtsbäume zwischen den den Kehrichtabfuhrterminen beim Forstwerkhof deponiert werden. Laut dem Verwaltungsleiter von Fulenbach, Jörg Nützi, werden die Bäume dort gesammelt und anschliessend zerhäckselt. Zudem ist es auch möglich, den Baum an die Strassenrand zu stellen, damit ihn die Kehrichtabfuhr mitnehmen kann. Eine weitere Möglichkeit ist die Bioabfuhr. Nützi sagt dazu:

«Die Bäume, die dorthin gelangen, werden gesammelt und gehen anschliessend in die Biogasproduktion.»

Die Kehrichtabfuhr sei jeweils am Dienstag und die Bioabfuhr am Mittwoch, wie er sagt. Früher veranstaltete der Feuerwehrverein in Fulenbach ein Weihnachtsbaumverbrennen, welches auch dieses Jahr stattgefunden hätte. Doch der Verein strich den Anlass. Künftig wird es nur noch ein Weihnachtsbaumentgegennehmen geben mit «Wurst am Stäcke» für Gross und Klein.

«Weihnachtsbaumtraditionen» eher weniger verbreitet

In Rickenbach hingegen gab es nie eine solche Tradition. Die Weihnachtsbäume können hier über die gebührenpflichtige Grünabfuhr entsorgt werden. Oder: «Jeweils anfangs Januar wird eine für die Einwohnerinnen und Einwohner kostenlose Sondersammlung durchgeführt», so Gemeindepräsident Fabian Aebi auf Anfrage.

Wie er weiter erklärt, können die Weihnachtsbäume auch zerstückelt und mittels gebührenpflichtigem Kehrichtsack der allgemeinen Abfuhr übergeben werden.

Gemeindepräsident der Gemeinde Däniken, Matthias Suter

Gemeindepräsident der Gemeinde Däniken, Matthias Suter

Bruno Kissling

In Däniken werden die Weihnachtsbäume ab dem 4. Januar laufend eingesammelt. Wie Gemeindepräsident Matthias Suter erklärt:

«In den Wintermonaten geschieht das alle zwei Wochen.»

Auch in Däniken kennt man keine Tradition, bei der in man den Weihnachtsbaum entweder verbrennt oder um die Wette wirft. Derweil können in Schönenwerd wohnhafte Personen ihren Weihnachtsbaum kostenlos der Grünabfuhr mitgeben.

Wohin mit dem ausgedienten Weihnachtsbaum?

Das Amt für Umwelt des Kantons Solothurn beschreibt in einem Merkblatt die Möglichkeiten, wie mit einem Weihnachtsbaum nach seiner Verwendung umgegangen werden soll. Unter anderem steht, dass das Holz des Baumes erst ein Jahr trocknen muss, bevor es in den hauseigenen Kamin wandern darf. Es bestehe auch die Möglichkeit, die Zweige als Deckäste und Kletterhilfen für den Garten zu verwenden. Wenn kein weiterer Verwendungsbedarf besteht, können die Weihnachtsbäume zerstückelt und mittels eines gebührenpflichtigen Kehrichtsacks der allgemeinen Kehrichtabfuhr übergeben werden. Tierfreunde können die Zweige alternativ auch in einen Tierpark bringen. Denn Tiere knabbern und spielen gerne – auch mit Ästen von Christbäumen. Rund 300 unverkaufte Weihnachtsbäume fanden letztes Jahr ihren Weg in den Zoo Zürich. (ckp)

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