Das Projekt tönt so verheissungsvoll wie das dazugehörige Werbebanner gross ist: Und das Banner, platziert an der Fassade des einstigen Stirnimann-Gebäudes in Olten, ist gross. Auf über 160m2 wird die Botschaft verkündet: Hier entsteht für Olten Einmaliges. Ein Innovationspark für Biotechnologie; eine heute viel genutzte Querschnittstechnologie.

Und kommt das Projekt swissbiolabs, dessen Promotoren Rolf Schmid und Urs Blaser sind, tatsächlich bis 2017 zum Fliegen, dann könnte es gut möglich sein, dass am Standort Solothurnerstrasse 259 Grundlagen für neue Medikamente, neue Pflanzensorten entwickelt oder Prozesse geschaffen werden, mit welchen Alltagsprodukte wie Waschmittel und Kosmetika effizienter hergestellt werden können. Voilà

«Der Anstoss...

...zum Innovationspark kam eigentlich aus der Branche selbst», erzählt Schmid. Allerdings fehlte am Standort Olten damals noch so etwas wie der Background für Firmengründungen in dieser Fachrichtung. Für Blaser und Schmid Grund genug, dafür zu sorgen. «Biotechnologie bietet grosse Chancen für Innovationen«, sagt Blaser. Nicht zu Unrecht: Zwischenzeitlich tritt die Firma Microstech AG – just ein Betrieb aus der Biotech-Branche und an der Solothurnerstrasse 259 domiziliert – als Kompetenzpartner des Projekts auf.

«Wir beraten gemeinsam, welche Ideen und Vorstellungen von potenziellen Firmengründern allenfalls ins Profil von ‹swissbiolabs› passen könnten», weiss Blaser. Ziel des Duos ist es denn auch, bis ins Jahr 2017 im Gebäude an der Solothurnerstrasse 10 bis 12 Betriebe anzusiedeln und das Projekt zum Fliegen zu bringen. «Vielleicht werden es auch nur deren acht sein», meint Schmid.

Beide verweisen in diesem ambitionierten Projekt auf den Umstand, dass die Biotechnologiebranche eine boomende sei und mit ihrer vielfältigen Anwendungsgebieten einen wahren Schatz an Innovationsmöglichkeiten berge. Zumal viele Firmen ihre Forschungs- und Entwicklungszweige auslagern würden. «Zwar gibts hier in der Region keine Universität, die Ausgründungen ermöglicht», so Blaser.

Aber «swissbiolabs» bereite mit einem spezifischen Angebot für Firmengründer im Biotechbereich ein optimales Umfeld. «Ich denke da etwa an Labor- und Büroinfrastruktur oder Know-how im Businessbereich», sagt Schmid. Denn: Viele potenziellen Gründer würden zwar eine Menge naturwissenschaftlichen Fachwissens mitbringen, doch fehle häufig auch ein Netzwerk, um das Potenzial auch wirtschaftlich gewinnbringend aufzubereiten.

Von der kantonalen Wirtschaftsförderung...

...getragen, konnte «swissbiolabs» auch andere Partner für das Projekt gewinnen. So etwa die Eigentümerin der Liegenschaft Solothurnerstrasse 256, die Firma Stirnimann. «Meist ist es so, dass sich Firmen für solche Projekte engagieren, die sich später eine erhöhte Wertschöpfung von den vor Ort gemachten Entwicklungen versprechen», weiss Blaser.

Die Firma Stirnimann jedenfalls stellt die Räumlichkeiten zur Verfügung und rüstet diese mit entsprechender Infrastruktur aus; Lüftungen, Labor- und Büroeinrichtungen, Entsorgungsmöglichkeiten und, und, und. «Das sind unserer Einschätzung nach ausgezeichnete Indikatoren für potenzielle Firmengründer, Wissenschaftler und Investoren, um auf den Standort Olten zu setzen», sagt Blaser. Jenseits jeder Schwärmerei halten Schmid und Blaser die Entstehung eines Biotech Mini-Clusters für absolut denkbar.

Die Zeiten, in denen man Biotechnologie etwa automatisch mit dem Standort Basel verband, könnten der Vergangenheit angehören. An der Entwicklung der Schweizer Biotech-Szene, die nach Branchenangaben bereits 2006 einen Umsatz von 6424 Mio. Franken auswies, will auch die Region Olten partizipieren. Zumal mit der regelmässig in der Stadt stattfindenden Fachmesse Microscon ein weiterer Baustein für eine nachhaltige Entwicklung gelegt wurde.

Bei «swissbiolabs»...

...kämen hervorragende Wissenschaft und anpackendes Unternehmertum zusammen, meint Blaser. Wohl wahr. Nicht zuletzt deshalb heisst der Slogan zum Inkubatorprojekt, wie Gründerprojekte auch genannt werden: Where Science meets Business – wo die Wissenschaft aufs Geschäftliche trifft. «Where Sciense becomes Business – wo die Wissenschaft zum Geschäft wird; das wäre eine Abwandlung, gegen die mit Bestimmtheit niemand etwas einzuwenden hätte.