Braukunst

In der Dreitannenstadt ist ein neues Oltner Bier auf dem Markt

Prost auf gute Zusammenarbeit: Kleinbrauer Markus Lüthi (l.) und Roger Lang.

Prost auf gute Zusammenarbeit: Kleinbrauer Markus Lüthi (l.) und Roger Lang.

Markus Lüthi bringt mit «Smörebräu» ein neues Bier auf den Oltner Markt. Gebraut wird es in Adliswil, verkauft wird es exklusiv im «Rathskeller» und im «Kreuz» in Olten.

Es wurde zwar auch schon mehr getrunken, aber trotzdem: Bier boomt. 574 Brauereien sind bei der eidgenössischen Zollverwaltung registriert, und jetzt kommt noch ein Oltner Brauer dazu. Markus Lüthi, der ehemalige Wirt der «Walliserkanne» (heute «Lungomare»), bringt sein «Smörebräu» auf den Markt.

Wobei: Ganz streng genommen behalten Luc Capus und Johan Gass recht, wenn sie für sich in Anspruch nehmen, ihr «Drei Tannen» aus dem Keller der Galicia Bar sei «das einzig echte Oltner Bier». Denn Claude Degen mischt ja von Trimbach aus im Biermarkt mit, und auch Markus Lüthis «Smörebräu» wird nicht in Olten, sondern in Adliswil gebraut. Dort kann Lüthi die nicht ausgelastete Anlage eines befreundeten Brauers benutzen.

So musste er sich nicht in grosse Investitionen stürzen und kann gelassen abwarten, wie sich die Nachfrage nach seinem Bier entwickelt. Er habe keine Vorstellung, wie gross die Jahresproduktion sein soll, sagt Lüthi: Wenn es keines mehr hat, hat es keines mehr, dann dauert es halt wieder vier bis fünf Wochen.»

Zum Start stehen 1200 Flaschen bereit, ausgeschenkt wird «Smörebräu» seit einigen Tagen exklusiv im «Rathskeller» und im «Kreuz» in Olten. Wirt Roger Lang liess sich nach anfänglicher Skepsis überzeugen, «das neue Bier in Olten aus Olten» ins Sortiment aufzunehmen. Er und Lüthi sind seit vielen Jahren gut befreundet.

Aber warum «Smöre», das klingt doch eher nach Skandinavien als nach Olten? Markus «Smöre» Lüthi trägt seinen Spitznamen seit der Kochlehre im «Isebähnli» in Trimbach. Er sei als Stift seinem Chef vorgekommen wie der dänische Koch aus der «Muppet Show», die damals gerade aufkam, erzählt Lüthi. Und so war für ihn klar: Auch sein Bier kann nur «Smöre» heissen.

Es begann im Badezimmer

Lüthi war zwar schon immer «fasziniert vom reinen Naturprodukt Bier», bis vor zwei Jahren hatte er aber keine Ahnung von der Braukunst. Nachdem er 2010 die Eigenständigkeit aufgegeben und einen neuen Job als Leiter und Küchenchef des Personalrestaurants eines IT-Unternehmens übernommen hatte, blieb ihm wieder mehr Freizeit.

Er besuchte zwei Kurse und begann daheim im Badezimmer zu pröbeln. Manche der ersten Versuche hätten Kollegen als schlicht ungeniessbar beurteilt, gesteht Lüthi. Und die Verkäuferin einer Drogerie habe nicht schlecht gestaunt, als er ihr erzählte, das verlangte Lebkuchengewürz sei nicht für Gebäck, sondern für ein Weihnachtsbier. Bis er mit sich selber bzw. seinem Bier zufrieden war, dauerte es also eine Weile, denn: «Wenn ich braue, will ich brauen, wie ich 16 Jahre in der ‹Walliserkanne› gekocht habe: auf dem Niveau von 14 Gault-Millau-Punkten.»

Das Rezept für sein «Smöre» habe er sicher achtmal abgeändert, bis er es nun auf den Markt brachte. «Brauen und Kochen haben etwas Ähnliches, man kann ein Bier kreieren wie ein Menü», sagt Lüthi. Sein «Menü» hat unter anderen den Bier-Sommelier des noblen «Quellenhofs» in Bad Ragaz überzeugt, wo Lüthi einst auch in der Küche stand und bei einem Besuch neulich eine Kostprobe mitbrachte.

Ans Expandieren denkt er im Moment aber noch nicht, vorerst bleibt das naturtrübe Spezial Bier Marke «Smöre» (vor Weihnachten soll ein Lager dazukommen), den Gästen des «Kreuz» und des «Chöbu» in Olten vorbehalten. Damit ist noch nicht gesagt, dass es beim Hobby bleibt. «Beizer bleibt Beizer», meint Lüthi. Ein eigenes kleines Lokal mit dem eigenen Bier und selbst gemachten Brezeln – ein reizvoller Gedanke wäre das schon.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1