So viel zum postalisch-geografischen Aspekt des Umzugs. Alles andere ist mit drei Begriffen zu umschrieben: heller, frischer, luftiger. In etwa so nämlich lässt sich die Atmosphäre am neuen Standort charakterisieren. Drei Bibliotheksräume, die in ihrer Dimension diesen Namen auch verdienen, ebenerdige Zugänge, eine grosszügige Sicht nach aussen im Eingangsbereich, gelbfarbene Akzente im Raum, die mit dem Gelb der bibliothekseigenen Lesekarte korrespondieren.

«Das alles wirkt einladend, grosszügig», so Roland Hochstrasser, seit mehr als drei Jahrzehnten Leiter der Jugendbibliothek. Zusammen mit Manuela Diemer freut sich der Mann auf den neuen Arbeitsplatz, der neben Flexibilitäts- und Ausbaupotenzial auch ein offeneres, frischeres Gesicht zeigt. Zwei Ausleihstellen komplettieren die Infrastruktur.

«Die Zeit der langen Warteschlangen ist damit wohl eher passé», mutmasst der Bibliotheksleiter und findet: «Der Charakter des einstigen Untersuchungsgefängnisses an der Zielempgasse liess sich halt nie ganz verbergen.»

Auch die dort immer wieder gepriesene Sicht auf die Aare war eher Wunsch denn Wirklichkeit: «Für die Kinder jedenfalls wars nicht immer einfach, den Fluss zu sehen», fährt Hochstrasser fort und lobt den neuen Standort. «Mir gibt die neue Lokalität und deren Anlage noch einmal richtig Schub.»

Drei Räume – drei Altersklassen

Drei Räume hält die Institution ab 4. August bereit: Der Eintrittsbereich ist für die jüngsten Kunden reserviert. «Für die Zwei- bis Neunjährigen», wie Hochstrasser sagt. Der zweite, gefangene Raum gehört der Altersgruppe der Zehn- bis Dreizehnjährigen, der letzte, wieder mit freier Sicht auf die Hübelistrasse, den jungen Erwachsenen, wie die Altersgruppe ab 14 Jahren in der Bibliothekarsprache heisst.

Aufgebaut sind die Räume nach einem einfachen Schema: An der Raumperipherie findet sich jeweils die belletristische Abteilung nach Autorennamen alphabetisch geordnet, im Zentrum des Raumes findet das Sachbuch seinen Platz. Diese Werke sind in einer Dezimalklassifikation unterteilt.

Will heissen: Das ganze gesammelte Wissen wird in zehn Bereiche unterteilt, diese wiederum in weitere zehn Unterbereiche, diese wiederum jeweils in zehn Unter-Unterbereiche und so fort. Insgesamt warten rund 5000 Sachbücher und 10 000 Werke der Belletristik auf Kundschaft. Von den rund 19 000 Medien mussten übrigens lediglich zwei Drittel den Weg zwischen Zielempgasse und Dornacherstrasse zurücklegen. «Ein gutes Drittel befindet sich während der mittlerweile dreiwöchigen Umzugsphase in der Ausleihe», lächelt Hochstrasser.

Kein Eröffnungspomp

Bei aller Begeisterung über den frischen Wind, das freundliche Cachet und das grosszügige Platzangebot: Am 4. August öffnet die Jugendbibliothek am neuen Standort ohne Eröffnungspomp. Lesen ist schliesslich eine doch eher stille Sache. «Es gab Liebhaber, die am letzten Tag an der Zielempgasse noch Erinnerungsbilder schossen», weiss Hochstrasser und ist sicher: Auch sie werden sich an den neuen Standort schnell gewöhnen.