Wenn jemand 95 Jahre alt ist wie der Oltner Künstler Kurt Lang, immer noch leidenschaftlich malt und mit seinen Bildern für Furore sorgt, so löst das Bewunderung aus. Spitaldirektor Franz Schwaller begrüsste die Gäste an der Vernissage vom Dienstagabend und führte aus, dass dieses Jahr für die Imagegruppe Kultur des KSO ein 20-Jahr-Jubiläum stattfinde.

Stadtpräsident Martin Wey porträtierte Kurt Lang auf liebenswerte und sympathische Art. In feinen Differenzierungen zeichnete er das Leben dieses Künstlers auf, der von je für die Kunst brannte.

Kurt Lang begann seine Künstlerkarriere sehr spät, kurz vor seiner Pensionierung, hat aber schon immer für sich gezeichnet und gemalt. Als Mitglied der bekannten Oltner Familie Möbel Lang leitete er das Design und sorgte für ein künstlerisches Niveau in Sachen Dekoration und Interieur, entdeckte im In-und Ausland wunderschöne Stoffe und Einrichtungsgegenstände, die er der Oltner Kundschaft präsentierte.

Seine Studien schloss er mit dem Doktorat in Wirtschaft ab, reiste viel ins Ausland und entdeckte Amerika, vor allem New York, wo er sich längere Zeit aufhielt.

Dichte, abstrakte Farbflächen

In seinen neuen Arbeiten entdeckt man wieder ganz andere Ausdrucksformen, erkennt dichte, abstrakte Farbflächen, die ineinandergreifen, Schichtungen in fein durchdachten Farbkombinationen.

Farben waren und sind Kurt Lang wichtig. Er malt nie nur mit dem Pinsel, sondern auch mit anderen Requisiten. Mit dem Spachtel schiebt er die Farben über die Bildflächen, schafft so Strukturen, manchmal von fast dreidimensionaler Aussage.

Dies gibt dem Bildraum eine besondere Lebendigkeit und Individualität. Man sucht nach Spuren, nach Zeichen, nach Vertiefungen und erlebt auch die Schichtungen der Farben auf eine besonders intensive Art.

Von Wundersamem

«Ich male in meinem Atelier, werde müde, schlafe vielleicht für Momente ein, um mich zu erholen, und dann geschieht etwas Wundersames. Im Traum male ich weiter, bearbeite die Bildflächen, gestalte, und wenn ich plötzlich wieder wach vor meinem unfertigen Bild sitze, bin ich ganz erstaunt, dass dies alles nur in meinem Kopf stattgefunden hat, und male weiter.» Er sagte dies mit einem leisen vergnüglichen Lächeln.

Kurt Lang ist viel gereist, hat berühmte Museen und Ausstellungen besucht und liebte seit je das Kreative. Sein Leben ist reich an vielen Begegnungen, am Erkennen von wunderschönen künstlerischen Bildern und Objekten, und dies macht ohne Zweifel die Qualität eines Lebens aus, wie dies Stadtpräsident Martin Wey in seiner Rede betonte.

Das packende Geigenspiel von Eva Wey mit Improvisationen über Weisen aus irischer, schottischer und schweizerischer Volksmusik brachte diese Befindlichkeiten auf den Punkt. Jeder konnte einmal mehr erkennen, dass die Freude am Kreativen und Fantasievollen ausserhalb des Alltäglichen dem Leben besonderen Zauber verleiht.

Die Ausstellung kann man noch bis zum 23. September 2016 im Kantonsspital Olten ansehen. Eintritt frei.