Die Bilanz der Unterlegenen: «Die alte Beleuchtungsanlage wäre durchaus noch betriebstauglich gewesen.» Die Bilanz der Sieger: Wir haben ein Projekt aus einem Guss.» Die Rede ist dabei vom stadträtlichen Antrag zur Sanierung der Leichtathletikanlage im Kleinholz, samt Erneuerung der Stadionbeleuchtung. Kostenpunkt total: knappe 2 Millionen, genau 1,975 Mio. Franken.

Teuer, aber auch in der aktuellen Finanzsituation durchaus vertretbar, fand das Parlament mehrheitlich und schickte Anträge der FDP und dem parteilosen Ernst Eggmann bachab. Mit 22 zu 12 Stimmen. Beide wollten nämlich die Beleuchtung aussen vor lassen und auf deren Erneuerung vorläufig verzichten. Diese sei durchaus tauglich und funktioniere im bestehenden Rahmen, argumentierte die FDP, während Eggmann unter anderem ausführte, die unnötige Ausgabe von 250 000 Franken sei «bei unserer angespannten Finanzlage nicht opportun».

Und: Der Antragsteller, nämlich der Stadtrat, «sieht in der neuen Lichtanlage einzig und allein ein ‹nice to have›. Er, Eggmann, sehe nicht ein, wieso eine noch funktionstüchtige Beleuchtung abgeräumt werden müsse. «Was ist an dieser Wertvernichtung Grün?», so seine Frage an die Adresse der Grünen Olten, die sich zuvor grossmehrheitlich für das komplette Projekt ausgesprochen hatten. Dass die Beleuchtungsqualität im Übrigen sehr unterschiedlich bewertet werden kann, machte Simon Muster (Junge SP) deutlich. Die sei seiner Erfahrung nach schlecht, so der Hobbyfussballer.

Am Rande der Debatte verwahrte sich die FDP auch gegen die in der stadträtlichen Botschaft eingebettete Bemerkung, wonach sich das Parlament im Mai 2005 für die Empfehlung des Stadtrates hinsichtlich der Beibehaltung des Sportanlagenstandortes Kleinholz ausgesprochen hätte. «Das Parlament hat den Entscheid des Stadtrates zur Kenntnis genommen», so die Fraktion in ihrer Stellungnahme. Und: «Eine Kenntnisnahme ist keine Zustimmung!»
Stadtrat und Baudirektor Thomas Marbet hatte in seinem Votum für den Einbezug der Beleuchtungsanlage votiert. «Sie ist 46-jährig und entsprechende Lampen sind zwar noch in Handel erhältlich, aber es wird zusehends schwieriger, Ersatz zu beschaffen.» Auch steige der Unterhaltsbedarf stetig an.

Selbst in den Befürworterparteien herrschte die Ansicht vor, das Projekt sei «eine grosse Kiste», wie sich Michael Neuenschwander (Grüne) ausdrückte. Und Huguette Meyer (SP) bezeichnete den gegenwärtigen Zeitpunkt des Antrages als «vielleicht etwas unglücklich». Aber die neue Beleuchtung mache dennoch Sinn, vermindere zudem das Unfallrisiko der Sportlerinnen und Sportler und erspare der Stadt – in einem Zug durchgeführt – die Erstellung einer zweiten Bauinfrastruktur. Ein Argument, welches von Simone Sager (FDP) relativiert wurde. Man könne die dafür notwendige bauliche Infrastruktur auch im Zuge der Sanierungsarbeiten Laufbahnen vorbereitend erstellen, meinte sie.

FDP und SVP stimmten für die Änderungsanträge, die anderen Fraktionen votierten für den stadträtlichen Antrag.