Stadtrat

Im November beschlossen – jetzt das Gegenteil: Olten verzichtet auf weitere Kindergartenklasse

Kindergarten Wassergasse © Hanspeter Baertschi

Links der Aare wirds in den Oltner Kindergärten platzmässig sehr eng.

Kindergarten Wassergasse © Hanspeter Baertschi

Im November 2017 hatte der Stadtrat von Olten entschieden, auf der linken Stadtseite eine zusätzliche, aber reduzierte Kindergartenklasse zu führen. Daraus wird jetzt nichts.

Was der Oltner Stadtrat im November letzten Jahres noch beschlossen hatte, ist im April darauf nur noch Makulatur. Damals hatte die Exekutive dem Betrieb einer weiteren, aber reduzierten Kindergartenklasse links der Aare zugestimmt.

Konkret: Am Standort Bannfeld sollte diese eröffnet werden, weil die bisherigen Strukturen die wachsende Zahl von Kindern nicht mehr aufzunehmen vermochten. In Olten liegen die Abteilungsbestände bei einer altersgemischten Kindergartenklasse bei maximal 20 Kindern.

Entsprechend erfolgte die Eingabe beim kantonalen Volksschulamt, welches die Schaffung der reduzierten Klasse im Januar guthiess. Damals ging man noch von 85 Kindern aus, aktuell ist bereits von 88 Kindern die Rede. Dennoch kommt der Stadtrat jetzt zum Schluss, auf die Errichtung einer reduzierten Klasse zu verzichten, dafür die Obergrenze der Klassenbestände vorübergehend anzuheben und mehr Assistenzlektionen zu beantragen.

Varianten ohne Schmackes

Wie kam es zu diesem Rückzug? Nach dem Novemberentscheid prüfte die Direktion Bildung und Sport gemeinsam mit der Baudirektion mögliche Standortvarianten. Um es vorwegzunehmen: Sie alle überzeugten nicht.

Zum einen wäre der Standort Frohheim infrage gekommen; aufgrund der Kinderadressen wäre gemäss Stadtrat dieser Standort gar zu präferieren gewesen. Fazit: Die Errichtung eines Provisoriums wäre zwar realisierbar aber nicht nachhaltig. Denn die Nutzung des einzig infrage kommenden Platzes hätte bedingt, den bestehenden Rasenplatz, welcher den Abteilungen der Sekundarstufe I als Turnplatz dient, zu reduzieren.

Zum Zweiten prüfte die Direktion die Möglichkeit, sich im ehemaligen Kindergarten am Föhrenweg einzumieten. Erfolglos: Die Räume sind schon vergeben. Und schliesslich wurde auch die Errichtung eines Pavillons auf dem Bannfeldareal geprüft.

Berücksichtigt wurde dabei der Umstand, dass der Kindergarten im Frohheim wegen steigender Schülerzahlen im Alterssegment Sekundarstufe I sowieso wird umziehen müssen. Darum soll, so der Stadtrat, konzeptionell eine neue, langfristige aber rasch zu realisierende Lösung für die Kindergärten Bannfeld und Frohheim her. Also verwarf er die Idee des Pavillons auf dem Bannfeldareal.

Grössere Klassenbestände

Das Ende vom Lied, wie eingangs erwähnt: grössere Bestände. Links der Aare startet man – Stand heute – mit einer Kindergartenklasse mit 26 Kindern ins Schuljahr 2018/19; drei Klassen mit je 20 und weiteren zwei Klassen mit mehr als 20 Kindern. Der 26er-Klasse werden 6 Assistenzlektionen zugestanden.

Bewilligt ist dieser Entscheid des Stadtrates vom Volksschulamt allerdings noch nicht, wie Stadträtin Iris Schelbert auf Anfrage erklärt. Und: Die Situation heute sei sicher nicht glücklich, «aber durchaus zu bewältigen».

Der Verzicht auf die Errichtung der reduzierten Kindergartenklasse bringt auch reduzierte Lohnkosten mit sich: Rund 80 000 Franken an Minderausgaben fallen an.

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