Patientinnen und Patienten, die an Adipositas, umgangssprachlich Fettleibigkeit, oder Diabetes erkrankt sind, müssen von diversen Fachspezialisten behandelt werden: Diabetologen, Chirurgen, Ernährungs- und Diabetesfachberaterinnen und auch Psychiatern. Um diesen Patienten in Zukunft eine bessere und effizientere Versorgung bieten zu können, hat die soH diese Disziplinen in einem Stoffwechselzentrum vereint.

Dadurch, dass alle betroffenen Fachbereiche neu im Zentrum eng zusammen arbeiten, ist jederzeit ein Austausch zwischen den behandelnden Fachspezialisten gewährleistet. Dies erhöht auch die Patientensicherheit.

Zusammengefasst sind die Fachbereiche Endokrinologie und Diabetologie, die Diabetesfach- und Ernährungsberatung sowie die Bariatrische Chirurgie – auch Adipositaschirurgie genannt –, die sich speziell mit der operativen Therapie des Übergewichts und des Diabetes befasst.

Das Stoffwechselzentrum befindet sich im Erdgeschoss des Trakt M im Kantonsspital Olten im Altbau (Eingang Ost) aus dem Jahr 1880, der in den letzten Monaten entsprechend den Bedürfnissen komplett renoviert wurde und nun ideale Räumlichkeiten für die Betreuung der Patienten bietet. 

Volkskrankheit mit Risikofaktor

Übergewicht und Adipositas haben sich zu einer Volkskrankheit entwickelt – und das in vielen Industrieländern. Rund 30 Prozent der erwachsenen Bevölkerung sind übergewichtig, davon 10 Prozent adipös, bei Kindern und Jugendlichen sind es bereits 19 Prozent. Sie zählen zu den Risikofaktoren für Krankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes, Herzinfarkt, Schlaganfall, Arthrose und Schlafapnoe-Syndrom sowie einige Krebsarten.

Um Strategien gegen das zu hohe Gewicht zu entwickeln, gilt es zuerst, die genauen Ursachen abzuklären. In seltenen Fällen sind Störungen des Stoffwechsels oder Erkrankungen wie eine Unterfunktion der Schilddrüse verantwortlich für die Entwicklung einer Adipositas.

Viel häufiger jedoch ist der heutige Lebensstil mit wenig Bewegung und zu energiereicher Ernährung ausschlaggebend. Stress und andere psychische Faktoren wie Einsamkeit oder Frustration wirken dabei begünstigend. (mgt)