Die mediale Botschaft aus dem Werkhof Olten tönt aufs erste Hinhören schon originell: «Seit dem 1. Juli 2014 weisen Hinweistafeln am Zugang zum Ländiweg am östlichen Oltner Aareufer darauf hin, dass hier ein ‹Schutzgebiet› betreten wird.» Und dann folgt die Frage: «Sind dort etwa seltene Naturbewohner oder aussterbende blühende Pflanzen gesichtet worden und ist deshalb der Ländiweg zum Schutzgebiet erklärt worden?»

Doch dann folgt für jene Entwarnung, die weitere Bevormundungen befürchtet haben. Nein, die Naturbewohner, die den Ländiweg nutzen, um sich am Wasser in der Sonne zu treffen, gehören allesamt zur Gattung Mensch, «und zum Blühen bringen sie die Abfallberge, die einfach am Ort des Gebrauches zurückgelassen werden», meint René Wernli, Leiter Werkhof.

Offenbar, so Wernli, sei der Weg zum nächsten Abfalleimer nach dem Genuss der mitgebrachten Waren zu weit oder aber man sei der Meinung, dass die farbige Vielfalt der Abfälle das Ortsbild verschönere.

Wild herumliegend

Nach einem schönen Sommerabend müssen am Ländiweg durch die Mitarbeiter des Werkhofes sackweise wild herumliegende Abfälle entsorgt werden. «Es gibt Momente, da reichen ein Dutzend 110 Liter-Säcke nicht aus, um den Abfall geordnet zu entsorgen», erzählt Wernli aus dem Nähkästchen. Der herumliegende Abfall störe nicht nur das Bild entlang der Aare, sondern bedeute einen grossen, unnötigen Arbeitsaufwand für die Beseitigung und Entsorgung. Besonders während der Spielzeiten zu «Fabrikk» wirke dieser Umstand wenig einladend für die Besucher. So habe man sich mit der Direktion Sicherheit und Bau zusammengesetzt und die Sensibilisierungsaktion «Schutzgebiet» entwickelt.

Um den Eingang vom Bahnhof in die Altstadt für die Besucher der Stadt sauberer und gepflegter präsentieren zu können, wurde jetzt die Anzahl der Abfalleimer massiv erhöht. Mit dem Hinweis der Plakate auf das Schutzgebiet Ländiweg sollen die Benutzer sensibilisiert werden, diese Eimer auch zu nutzen. Unterstützend wird die Stadtpolizei sowohl den Ländiweg wie auch die Bifangmatte vermehrt kontrollieren, um fehlbares Verhalten zu ahnden. Gedacht ist die Aktion während der wärmeren Jahreszeit. «Bis September wird sie auf jeden Fall laufen», sagt Wernli. Ob dann auch die zusätzlich angebrachten Abfalleimer wieder verschwinden, ist noch unklar. Denn die Erfahrungen in Olten zeigen: je grösser das Angebot an öffentlichen Abfalleimern desto grösser deren Missbrauch. «Zu häufig wird dort Haushaltkehricht entsorgt, weiss Wernli.

Bifang-Matte – auch ein Hotspot

Aber nicht nur der Ländiweg ist ein Abfall-Hotspot: Auch die Bifangmatte wird bezüglich Littering stark in Mitleidenschaft gezogen und mittlerweile genutzt wie eine Parkanlage, verrät Wernli. Unter der Woche gehören vor allem Studenten und Schüler zu den Nutzern und entsprechend wird auch die Kampagne abgestimmt sein. Nach den sprechenden Abfalleimern und der Einführung eines Schutzgebiets darf man auf die dritte Massnahme absolut gespannt sein.