Üblicherweise interessiert sich die Aves Kanton Solothurn (Aktion für eine vernünftige Energiepolitik Schweiz) für energietechnische Anlagen und Betriebe. Am Dienstag besichtigte die Vereinigung, die bisher vom heutigen Baudirektor Roland Fürst präsidiert wurde und jetzt einen neuen Präsidenten sucht, das SBB-Industriewerk Olten.

Doch das passt gut: Mit einem Energieverbrauch von 2,4 TWh (davon rund 80 Prozent für die fahrenden Züge) ist die SBB einer der ganz grossen Stromkonsumenten der Schweiz.

Und die Bahn setzt sich, wie Christina Meier, Aves-Vorstandsmitglied und Leiterin Nachhaltigkeit im SBB-Konzern, erklärte, in diesem Bereich ehrgeizige Ziele: Sie will ihren Energiebedarf bis 2025 um 20 Prozent senken und zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien fahren. Schon heute bezieht die SBB laut Meier ihren Strom zu 80 Prozent aus Wasserkraft, zu 20 Prozent aus (französischer) Kernenergie.

800 Mitarbeiter

Zur Energieeffizienz der Bahn gehört der Unterhalt. Matthias Wagner, Projektleiter Fahrzeugumbauten, führte die Aves-Gäste durch das SBB-Industriewerk Olten. Mit rund 800 Mitarbeitenden, davon drei Viertel in handwerklichen Berufen wie Mechaniker, Elektriker, Sattler, Industrielackierer, Maler, Tapezierer, ist es zuständig für den planbaren Unterhalt der Reisezugwagen, für die Bewirtschaftung der Komponenten (rund 45 000 Artikel) und für das sogenannte Refit – Umbau und Modernisierung der Reisezugwagen nach jeweils 20 bis 25 Jahren Lebensdauer.

Räder und Bremsen erneuern, alte Federungen ersetzen, Rostsanierung, Interieurs modernisieren, den Wagen einen neuen Anstrich verpassen, neue Kompressoren für die Klimaanlagen einbauen, WLAN installieren, Fäkalientanks durch Bioreaktoren ersetzen: Die Arbeiten im IW Olten dienen der Sicherheit, dem Komfort, der Lärmverminderung, aber auch der Energieeffizienz. Und das nachhaltig, denn bis zur nächsten «Kur» in Olten legt ein Bahnwagen wieder weit über 1 Million Kilometer zurück.