Für die Shows von Karl’s kühne Gassenschau von Mitte Mai bis September ist in Olten Südwest ein kleines Dorf entstanden. Grund genug, den Eingangs- und Gastrobereich etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Am Eingang können sich die Leute mit dem Maskottchen des aktuellen Programms «Sektor 1» ablichten lassen, weiter vorne winken Preise am Glücksspiel, und ab sechs Uhr wird in den grossen Zelten das Abendessen angerichtet.

«Es ist sehr unterschiedlich, wie viele Leute pro Abend von uns bewirtet werden dürfen», erklärt Miriam Frei, Geschäftsführerin der Gassenschau. Abhängig ist dies von verschiedenen Faktoren: ob Wochentag oder Wochenende, ob regnerisch oder sonnig, ob WM-Spiel oder nicht. In der Ferienzeit haben die Leute oft mehr Zeit.

Was auffällt: Die Speisen in den grossen Zelten sind gut beschriftet. Für Allergiker und Vegetarier geben 14 Buchstabenkürzel Auskunft über die Inhaltsstoffe. Die Auswahl reicht von Pasta und Wurst hin zu Salaten und Gemüsegerichten und einer breiten Auswahl an Desserts. Neues trifft auf Bewährtes beim Betreiber, mit dem Karl’s kühne Gassenschau seit über 20 Jahren zusammenarbeitet.

An diesem warmen Samstagabend treffen die ersten hungrigen Besucher um halb sechs ein, darunter viele, die von weiter weg angereist sind. Beispielsweise Hans und Vreni von Ah aus Sachseln (OW) oder Rosmarie Liechti aus Aeschi (BE) und Franziska Liechti und Roger Rhyner aus Belp (BE). Letztere schwankten bei der Auswahl des Essens noch zwischen Spaghetti und Wurst. «Wir werden sicher etwas Gutes finden», meint Rosmarie Liechti zuversichtlich.

Interessante Begegnungen

Auf dem Gelände sind auch zahlreiche Mitarbeiter der Show anzutreffen. Beispielsweise der Schauspieler Daniel Bill, der den Töfflifahrer Rico spielt. Während seinem Abendessen nimmt er sich Zeit für ein längeres Gespräch über seine Anspannung vor einer schwierigen Szene, seine Vorbereitungsrituale und seine Figur. «Rico entwickelt sich über die Spielsaisons immer weiter», erklärt Bill. Auch Otmar Faschian, Leiter Technik und Infrastruktur, erzählt bei einem Kaffee von seiner Arbeit und der Herausforderung, über mehrere Spielsaisons eine reibungslose Technik zu gewährleisten.

An der Bar, die die Gassenschau selbst betreibt, ist vor allem nach zehn Uhr viel los. «Wir bekommen hier alle Emotionen mit, weil die Leute direkt von der Tribüne hierherkommen», erzählt Barchefin Ursula Andermatt. Tatsächlich bildet sich nach der Aufführung eine lange Schlange. Auch der Crêpe- und Wurststand, der dieses Jahr zum ersten Mal aufgestellt wurde und erst nach der Show öffnet, ist gut besucht. Wer direkt nach der Show schon gehen muss, verpasste zwar Crêpes und Getränke, bekam aber immerhin ein kleines Schöggeli mit auf den Heimweg.

Der Gastrobereich ist übrigens auch für Leute offen, welche die Show nicht besuchen. Laut Frei lohnt sich der Besuch während der Aufführung: So sieht man die gesamten Kranfahrten und wie die Abfallsäcke vom Dach der Bühne geworfen werden. «Das gibt einen ganz anderen Blickwinkel, vor allem, wenn man die Show vorher bereits gesehen hat», erzählt Frei.