Olten
Im Banne von 55 Prüflingen

Regierungsrat Remo Ankli war zu Besuch bei den Abschlussprüfungen im Elektroinstallationsgewerbe. An der diesjährigen Prüfung nehmen 56 Elektroinstallateure und 18 Montageelektriker teil. 55 Experten sind im Einsatz.

Walter Christen
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Von links: Roland Nünlist, Chefexperte; Remo Ankli, Peter Kambli, Kursleiter Andreas Studer, Thomas Jenni, Fahrer RR, Stefan Ruchti und Kurt Jäggi, Präsident VKSE.

Von links: Roland Nünlist, Chefexperte; Remo Ankli, Peter Kambli, Kursleiter Andreas Studer, Thomas Jenni, Fahrer RR, Stefan Ruchti und Kurt Jäggi, Präsident VKSE.

zvg

Ein Besuch während der laufenden Lehrabschlussprüfungen (LAP) stellt immer eine besondere Herausforderung dar. Deren Ablauf soll nicht beeinflusst werden, doch möchte man den Besuchern einen möglichst guten Einblick gewähren. Regierungsrat Remo Ankli in seiner Funktion als Vorsteher des Departementes für Bildung und Kultur wollte sich einen Einblick in die Abläufe bei den Abschlussprüfungen im Elektroinstallationsgewerbe verschaffen.

Begleitet wurde er dabei von Thomas Jenni, Präsident der Prüfungskommission; Daniel Probst, Direktor Solothurner Handelskammer; Andreas Gasche, Geschäftsführer Kantonal-Solothurnischer Gewerbeverband (VKSE); Stefan Ruchti, Vorsteher Amt für Berufsbildung, Mittel- und Hochschulen; Peter Kambli, Prüfungsleiter sowie dem Fahrer des Regierungsrates, Thomas Jenni.

Überblick gewinnen

Zunächst wurde die Delegation über die organisatorischen Gegebenheiten, wie die zuständigen Kommissionen und deren Anzahl Sitzungen informiert. Anschliessend folgte ein Überblick der Prüfungsorganisation und die damit verbundene vertrauliche Behandlung der Daten.

An der diesjährigen Prüfung nehmen 56 Elektroinstallateure und 18 Montageelektriker teil. Zur Beurteilung der erbrachten Leistungen stehen insgesamt 55 Experten zur Verfügung. Verteilt über vier Installateure/in EFZ- und zwei Montage-Elektriker/in EFZ-Gruppen innerhalb von vier Wochen.

Eine solche Prüfung verursacht Gesamtkosten von ca. 130 000 Franken. Darin enthalten sind Experteneinsatz, Verbrauchsmaterial, Einrichtungen wie Prüf- und Messposten, Messgeräte, Raummiete, Kommissionsentschädigung sowie die Schlussfeier. Die Schlussfeier findet alljährlich traditionell im Bienkensaal in Oensingen statt.

Rundgang durch die Prüfung

Im Anschluss an den informellen Teil konnten sich die Besucher selbst ein Bild der Prüfung machen. In Zweierteams konnten sie einige Minuten einer mündlichen Prüfung beiwohnen, Messtechnik und praktische Installationsarbeit beobachten und so auch den Einsatz der Experten direkt am Arbeitsplatz mit den Kandidaten begutachten.

Die Gelegenheit, die sich anlässlich des Besuches der Regierung ergibt, haben die Verbands- und Prüfungsverantwortlichen ebenfalls genutzt, um ihre Anliegen darzulegen. Es wird festgestellt, dass die aus den Volksschulen austretenden Schüler tendenziell schwächer werden. Seit Einführung der neuen Regeln weiss der Unternehmer nicht mehr, was er erhält. Nach Meinung einer Mehrzahl der Unternehmer wurde die Schulbildung dadurch um eine halbe Stufe nach unten korrigiert. Der Sek-E-Schüler bewegt sich im Bereich zwischen dem vorhergehenden Bez- und Sek-Schüler. Die Schüler haben zwar eine sehr breite Bildung, doch werden die Grundlagen nicht mehr vertieft. Offenbar bleibt dafür aufgrund der Bandbreite keine Zeit mehr.

Nicht erhaltene Subventionen für das Projekt vom Verband kantonal-solothurnischer Elektroinstallateure (VKSE) «eigene üK-Ausbildungsräume» im Jahre 2006 haben den Verband veranlasst, für 650 000 Franken die bestehenden üK-Räume mit eigenen Mitteln zu sanieren. Damals habe man die Zusage für die Subventionen vom Bund erhalten. Da sich der Kanton damals in finanziellen Nöten sah, wurden von dieser Seite keine Mittel zugesprochen. Somit entfielen auch die Gelder des Bundes (direkte Abhängigkeit).

Gearbeitet wird hingegen immer noch «unter Tag». Der längst versprochene Ersatz der praktisch «blinden» Lichtkuppeln lässt noch immer auf sich warten.