Nachgefragt
«Ich bin heute ein Gegner von gemischten Wohnformen»

Marco Petruzzi, Geschäftsführer des Alters- und Pflegeheims Haus zur Heimat in Olten, nimmt Stellung zum Umzug des Pflegeheims.

Fabian Muster
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Auf dieser Wiese in Rickenbach soll das neue Pflegeheim des Vereins Haus zur Heimat entstehen.

Auf dieser Wiese in Rickenbach soll das neue Pflegeheim des Vereins Haus zur Heimat entstehen.

Bruno Kissling

Warum werden Pflege und Wohnen im Alter geografisch getrennt?

Marco Petruzzi: Die Qualitätsansprüche der Bewohner sowie der öffentlichen Hand steigen. Das jetzige Gebäude in Olten, das 1962 erbaut und 2005 erweitert wurde, genügt langfristig diesen Anforderungen nicht mehr. Es gab ein Vorprojekt, um das bestehende Haus auszubauen, dieses scheiterte aber an den Auflagen der Stadt Olten. Darum haben wir uns danach auf das Neubauprojekt in Rickenbach konzentriert. Zudem bin ich heute ein Gegner von gemischten Wohnformen: Mit einer konsequenten Trennung zwischen Pflegeheim und Alterswohnen entfällt das Altersheim.

Warum ist man gerade auf den Standort Rickenbach gekommen?

Das ist ganz einfach: Unser Präsident des Vereins Haus zur Heimat, Markus Diener, wohnt dort und der Kontakt mit der Gemeinde hat sich so ergeben. Sie konnte uns ein Grundstück anbieten. Weitere Standorte haben wir nicht abgeklärt.

Nun müssen Oltner, die bisher im Pflegeheim in der Stadt untergebracht waren, aufs Land in eine für sie fremde Umgebung zügeln.

Das ist nicht so entscheidend. Wenn jemand pflegebedürftig ist, ist es nicht mehr so wichtig, wo das Bett mit Rundumbetreuung steht. Wichtig ist dies hingegen für mobile Senioren. Und für solche bieten wir an beiden Standorten Alterswohnungen mit Dienstleistungen an.

Der Neubau in Rickenbach kostet
35 Millionen Franken. Wie soll dies finanziert werden?

Diesen Betrag können wir in der Tat nicht allein aus unserer Kasse bezahlen. Wir haben zwar rund fünf Millionen für Investitionen zurückgestellt, sind aber auf Investoren angewiesen, die ihr Geld langfristig anlegen wollen.

Hier geht es zum Interview