Eigentlich wollte Kurt Bachmann (Marcel Borner) an diesem Morgen seinen ewigen Betrügereien ein Ende machen. Doch läuft alles erst recht aus dem Ruder. Jahrelang hatte er Fürsorgeleistungen erschlichen. Ihm war seinerzeit just einen Tag vor Weihnachten gekündigt worden. Und der nicht mehr ganz junge kaufmännische Angestellte wurde arbeitslos. Dieser Schicksalsschlag wurde gemildert durch einen Fehler des Sozialamtes. Bachmanns Untermieter, der Stellenlose Menzi, war nach Kanada ausgewandert. Das Sozialamt schickte ihm jedoch die Arbeitslosenunterstützung weiterhin zu. Kurt Bachmann freute sich über diese unerwartete Bescherung und steckte die Zahlungen in seinen Sack. Nicht genug. Bachmann kam richtiggehend auf den Geschmack und beantragte für sich erfolgreich Ergänzungsleistungen und Zusatzrenten. In der Folge meldete er den neuen Untermieter Benni Appenzeller (Beat Gutzwiller) beim Sozialamt an und erfand eine ganze Schar hilfsbedürftiger Mitbewohner, für die er ebenfalls alle möglichen Unterstützungsbeiträge ergaunerte.

Langsam aber sicher wächst Kurt Bachmann das Lügengebäude allerdings über den Kopf. So entschliesst er sich, mit dem Schwindel – mindestens schrittweise – aufzuhören. Also ruft er am besagten Morgen beim Sozialamt an und bittet es, die Zahlungen zu stoppen: Benni Appenzeller sei gestorben.

Gefangen in Lügennetz

Doch anstatt eines Befreiungsschlags, um sich aus der Verstrickung zu lösen, verheddert sich Bachmann mit Appenzellers Ableben nur noch mehr im Lügengespinst. Jetzt klopft nämlich Uwe Schulz (Claus Kaiser) an die Tür. Er kommt vom Sozialamt und benötigt eine Unterschrift von Menzi. Also gibt sich Bachmann als Menzi aus. Schulz verlangt aber überdies die Unterschrift des Vermieters. Und damit nimmt die Konfusion ihren Lauf. Nun braucht es einen neuen Kurt Bachmann, doch für seine Frau Nelly (Rita Nussbaum) ist der angebliche Menzi eben immer noch Kurt Bachmann. Zusätzlich treffen eine Sozialarbeiterin (Martina Kissling) und die Bestatterin (Barbara Karrer) ein, um die sterblichen Überreste Menzis abzuholen. Flugs mutiert Onkel Otti (Pius Hügli) zur Leiche. Kleinere Rollen sind mit Nicole Studer (Eheberaterin) und Eveline Breuer (Sozialamtsvorsteherin) besetzt.

Regisseurin Nieves Gámez, die für dieses Lustspiel bereits zum dritten Mal erfolgreich mit der Theatergruppe Hägendorf-Rickenbach zusammenarbeitet, motivierte die Truppe zu Höchstleistungen. Man spürt, dass sie dem Personal auf der Bühne Spielfreude vermittelt und das Tempo – das A und O eines Schwanks – hochhält. Marcel Borner in der Hauptrolle des durchtriebenen Betrügers hat alle Hände voll zu tun, stets neue «Combines» zu erfinden, um eine Lüge mit einer andern zu retten. Zusammen mit Beat Gutzwiller legt er eine Tanzeinlage auf die Bühne und ist dabei voll im Element, das Klamaukige voll auszureizen. Fast so etwas wie ein Gegenstück dazu, aber ebenso komödiantisch in seiner trockenen Art, agiert hervorragend der Sozialhilfebeamte Claus Kaiser. Neben diesen Schwungrädern tragen, wie in einer Uhr, auch die weniger prominenten Rollen das ihre dazu bei, dass der Theaterabend beste Unterhaltung bietet. Das Schauspielteam wird dafür sorgen, «dass Ihre Lachmuskeln arg strapaziert werden», verspricht die Theatergruppe im Programmheft dem Publikum.

Aufführungen in der Mehrzweckhalle Rickenbach am Mittwoch, 18. Oktober (Premiere); Freitag, 20. Oktober und Samstag, 21. Oktober, jeweils um 20 Uhr, am Samstag auch um 14 Uhr.