«Das gibt einen Bombensommer.» Es bricht die pure Zuversicht aus ihm heraus. Und Oltens Chefbadmeister Thomas Müller hat allen Grund dazu. Er geht am Mittwoch in Olten in seine elfte Saison und in die erste mit neuem Chromstahlbecken. «Ich bin begeistert von der Anlage», sagt er. Pflegeleichter, nachhaltiger, womöglich gar noch ökologischer. Ein Griff ins Wasser nämlich könnte die Vermutung nähren, dass die Neuausrichtung des grossen Beckens sogar für die schnellere Erwärmung des Wassers sorgt. «Vielleicht ist das tatsächlich so», sagt Müller etwas vorsichtig. In zwei, drei Jahren könne er mehr darüber sagen. Ein bisschen Erfahrung brauche es noch, um das beurteilen zu können.

Für 1,7 Mio. Franken hat die Stadt Olten auf die neue Badesaison hin das 50m-Becken umgebaut, mit Chromstahl verkleidet. Es wird in rund zwei Wochen auch noch mit Ein- und Aussteigelift versehen. Dank der Chromstahlverkleidung würden in den nächsten Jahrzehnten kaum mehr Unterhaltskosten für den Grossbeckenbereich anfallen, hatte die Maxime damals in der finalen Parlamentsdebatte gelautet. Dieser Haltung schliesst sich Müller an. Dass schliesslich noch 250'000 Franken für den Pumpenersatz dazu kam, war überraschend. Die Pumpen der Wasserrutschen mussten aus Sicherheitsgründen trocken aufgestellt werden. «Das alles ist jetzt erledigt», so Müller. «Die Badegäste werden praktisch nichts mehr von den Bauarbeiten merken.» Selbst die Baupiste, die einst über die Rasenfläche führte, ist wieder satt begrünt.

Unveränderte Eintrittspreise

Neben der Beckensanierung und dem Austausch der Wasserpumpen gibts nicht mehr allzu viel Neues auf die Saison 2019 hin. Angesichts der grossen Investitionen von rund zwei Millionen sei das verständlich, sagt Müller. Der Kinderspielplatz wurde aus Sicherheitsgründen noch mit sogenannten Fallmatten ausgestattet und beim Planschbecken als Sonnenschutz eine ausfahrbare Store montiert. Und die Eintrittspreise? «Die sind komplett unverändert geblieben.» Seiner Einschätzung nach bietet das Strandbad Olten ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis. Auch wenn der Garderobentrakt zusehends aus den Fugen gerät, sich ein Teil des Baugrunds, weil zusehends unterspült, senkt.

Es gehört zu den kleinen Besonderheiten des Oltner Strandbades: Dessen Eröffnung erfolgt stets an einen Mittwoch. Grund dafür ist etwa nicht der freie Nachmittag an den städtischen Schulen, nein. Viel eher aus präventiver Sicht. «Du kannst Gift drauf nehmen: Beim Probelauf klappt alles wie am Schnürchen. Und kaum gilts ernst, stellt sich eine Panne ein, die wir zwar meist selber beheben können», sagt Müller. Aber sollte dies einmal nicht der Fall sein, so liesse sich unter der Woche noch am ehesten ein Spezialist aufbieten. «Wenn du dagegen am Samstag mit einer Panne eröffnest, hast du Schwierigkeiten, einen Fachmann überhaupt noch auftreiben zu können», weiss der Chefbadmeister.

Gute Saison 2018

In der letzten Saison verbuchte das Strandbad gut 165'000 Gäste; seit 1999 die dritthöchste Besucherzahl überhaupt. Nur die Jahre 2003 (212'000) und 2009 (194'000) waren noch besser. Am 1. Juli 2018 wurden 4574 Eintritte gezählt, der am besten frequentierte Tag der ganzen Saison. Die Zahl entspricht einem guten Mittelwert aus den vergangen 20 Jahren. «Der beste Tag kommt meist vor die Sommerferien zu liegen», weiss Müller aus Erfahrung; und wenn die Chilbi vorbei ist, ist auch der Run auf die Badi passé. «Es ist erstaunlich, aber tatsächlich so.» Ab Mitte August flacht das Interesse deutlich ab. Aber vorerst wartet da noch ein Bombensommer, wie Müller eingangs erwähnte.