Es ist so weit: Am kommenden Montag fahren die Sanierungstrupps auf. Was sich seit Ende März vergangenen Jahres nur noch bedingt funktionstüchtig präsentierte, wird jetzt auf Vordermann gebracht: Oltens Holzbrücke aus dem frühen 19. Jahrhundert wird nach dem Brandfall im Frühling saniert. Brennende Raucherwaren wurden als Brandursache ermittelt. Nicht das erste Mal, dass deswegen die Feuerwehr ausrücken musste.

Kreditvergabe einstimmig

Im November hatte das Gemeindeparlament einstimmig einen Kredit von 1,82 Mio. Franken für die Sanierung der Holzbrücke beschlossen. Davon entfallen rund 1,1 Mio. Franken auf die Instandstellung der Brandschäden, rund 400 000 Franken auf die vorgezogenen Unterhaltsarbeiten, bei denen die drei Holzpfeiler mit je zehn Holzbalken ersetzt werden.

Flammen am  28. März an der Oltner Holzbrücke – die Videos unserer Leser

Rund 300'000 Franken nehmen die Verbesserungsmassnahmen in Anspruch. Dabei handelt es sich unter anderem um demontierbare Holzbretter im Randbereich der Brücke, damit bei einer jährlichen Reinigung ohne grösseren Aufwand brennbares Material wie Konfetti, Staub und Spinnweben entfernt werden können. Auch werden eine dimmbare LED-Beleuchtung installiert und unter dem Holzboden eine Sprinkleranlage eingebaut. Diese sogenannte Sprühflutanlage trägt zur Vereinfachung der Brandbekämpfung bei. Auch die Plexiglas-Scheiben ersetzt man durch Fensterglas.

Mitte Dezember hatte dann der Stadtrat beschlossen, dass die Arbeiten am Oltner Wahrzeichen im Interesse der Bevölkerung trotz des erfolgreich lancierten Budgetreferendums durchgeführt werden können.

Schwimmende Plattform

Den Auftakt macht der Aufbau einer 10 mal 15 Meter grossen schwimmenden Plattform, welche in der kommenden Woche im Bereich vor der Badi montiert und dann bei der Holzbrücke vertäut wird. Von dieser aus wird ab Mitte Januar während rund zehn Tagen die ganze Brücke eingerüstet. Im Anschluss ist als erster Schritt die Sanierung der drei Holzpfeiler vorgesehen; diese sollte abgeschlossen werden können, bis ab Mitte März die ersten Hochwasser aufgrund der Schneeschmelze und damit ein Anstieg des Wasserspiegels drohen. «Hochwasser vorher wäre äusserst ungünstig», so Stadtschreiber Markus Dietler auf Anfrage.

Die anschliessenden Arbeiten sind weniger wetterabhängig und würden allenfalls vorgezogen, wenn der Wasserstand die Weiterarbeit an den Pfeilern verhindert: Ab Mitte März ist vorgesehen, die Fahrbahnhälfte auf der Südseite der Brücke stromaufwärts zu sanieren. Während dieser Zeit bleibt der heutige Notsteg noch in Funktion; «Anfang Sommer soll er dann laut Terminplan entfernt werden, so dass auch die Fahrbahn auf der Nordseite erneuert werden kann», so der Stadtschreiber.

Warten weitere Schäden?

Aber wie immer bei grösseren Bau- und Sanierungsvorhaben: Der Teufel steckt bekanntlich im Detail. Der Bauablauf ist nämlich auch davon abhängig, ob im Laufe der Arbeiten nicht noch weitere Schäden, beispielsweise an den Längsträgern, auftauchen. Ziel aber bleibt, die Alte Brücke bis zur Chilbi wieder vollständig dem Betrieb übergeben zu können.

Informieren als Event

Über die wichtigsten Eckpunkte der Sanierung geben ab kommender Woche Plakate auf beiden Seiten der Holzbrücke Auskunft. Die historische und touristische Bedeutung der Brücke und deren zentrale Funktion für den Fuss- und Veloverkehr in Olten veranlassen die Stadt Olten auch, während der gut halbjährigen Bauzeit noch weitere Informationsmassnahmen umzusetzen: unter anderem Baustellenführungen der ausführenden Firmen und der Denkmalpflege sowie Infotafeln über die wechselhafte Geschichte des Holzbauwerks. Geprüft wird auch die Durchführung eines Zeichnungswettbewerbs und eines Fotowettbewerbs zum Oltner Wahrzeichen. Die Details werden zu gegebener Zeit unter olten.ch und in den Medien veröffentlicht, wie die Stadtkanzlei mitteilt.