Fasnacht

Hilarius 100. verteilte Kuss an Vorgänger

Philipp Müller als Hilarius 100. und neuer Obernaar in Olten sorgte bei der Fezübergabe für brüderliche Zärtlichkeit und ein Feuerwerk.

Wer sagt da, Fasnächtler seien Rabauken? Eine vollfettes Missverständnis. Jedenfalls in Olten. Es gab nämlich an der samstäglichen Fezübergabe vom neuen Obernaar Hilarius 100. (Philipp Müller) viel Lob für seinen Vorgänger Reto dr Auerletscht (Reto Wollschlegel) und obendrein – einen freundschaftlichen Fasnachtskuss. Voilà. Und noch während die letzten Konfettiflimmer aus dem nachtschwarzen Oltner Himmel auf den Ildefonsplatz niedergingen und das kleine Jubiläumsfeuerwerk in Form von funkelnden Sprühfontänen erloschen war, waren sich die anwesenden Zeugen, die Guggen und Zünfter, schon mal einig: Die Fasnacht 2020 wird «2hmg», was so viel bedeutet wie «hilarihammermässiggut».

Die älteste Zunft am Platz stellt den Obernaar

Nicht grundlos heisst der neue Obernaar Hilarius 100. Dessen Zunft, die Hilari, feiert heuer ihren 100. Geburtstag. Sie ist mit Abstand die älteste Zunft der Stadt und als solche die Gralshüterin der närrischen Tradition. So etwas verpflichtet. Und darum zog Hilarius 100. in seiner kurzen Proklamation auch das Fazit: «För me esch es klar, Schluss mit Larifari, jetzt regiere mir, die gäub-schwarze Hilari.»

Natürlich: Zwei, drei lieblich-kleine Neckereien mussten schon drin liegen, bei allem Respekt vor der Historie der Hilari. So war Hilarius’ Vorgänger mit seiner Clique in Eulenmasken zur Fezübergabe angetreten und untermalten die Verse ihres «Allerletzten» mit einem erheiternden Hu-huu, Hu-huu. Denn die Eule als Symbol der Hilari gilt auch als eines für Klugheit und Weisheit. Und zum gelbschwarzen Kostüm des Obernaars etwa meinte Vorgänger Reto dr Auerletscht: «Hey Brother – das Gäub schtoht der wunderbar! Met däm hesch sogar grossi Chance bi: Bernheim sucht den Modestar!»

Virtuose Hilari Band in Aktion

Dass die Fasnacht 2020 zünftig eingeläutet wurde, lag auch an der vifen Hilari Band und einer ihrer virtuosen Einlagen: die Verabschiedung von Reto dr Auerletscht mit einer schnell gespielten Wies’n-Gaudi-Polka in Anlehnung ans letztjährige Motto «Mia san mia». Oder war’s womöglich doch eine andere Melodie? Wen kümmerte das schon am Samstagabend, dieser überhaupt heiteren Fezübergabe. Nicht bei allen Fasnächtlern wahnsinnig beliebt, wird die Ausgabe 2020 in schöner Erinnerung bleiben. Und wer bislang am Gelingen der heurigen Fasnacht gezweifelt hatte, konnte mit freudigem Erstaunen noch vor der Übergabe festhalten: Durch die Konradstrasse tönte kurz vor 19 Uhr schon mal Neil Diamonds «Sweet Caroline». So schön bekannt. Und nach der Fezübergabe traten die Müüs mit Opus’ «Live Is Life» an. So schön bekannt. Richtig heimelig. Die Stimmung kann kommen.

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