Eppenberg-Wöschnau
Hier ist man «Vor dem Berg» und «hinter dem Berg»

In der östlichsten Gemeinde des Kantons treffen Gegensätze aufeinander. Hier ist man vor und doch auch hinter dem Berg.

Christian von Arx
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Blick auf den Ortsteil Wöschnau, mit dem Areal der Bauunternehmungen Gebr. Huber und Rothpletz, Lienhard + Cie nördlich der Bahnlinie, die sich hier zum Eppenbergtunnel verzweigen wird.

Blick auf den Ortsteil Wöschnau, mit dem Areal der Bauunternehmungen Gebr. Huber und Rothpletz, Lienhard + Cie nördlich der Bahnlinie, die sich hier zum Eppenbergtunnel verzweigen wird.

Christian von Arx

Eppenberg und Wöschnau: Die zwei Ortsteile der kleinen Solothurner Gemeinde an der Grenze zur Stadt Aarau sind nicht erst heute Gegensätze. Das Dorf Eppenberg gibt dem neuen Bahntunnel, der es rund 80 Meter tief unter dem Boden unterqueren wird, den Namen – in der Wöschnau dagegen befinden sich die Bau- und Installationsplätze, wo dieses Jahr auch die Tunnelbohrmaschine in Stellung gebracht werden wird.

In den letzten Jahrzehnten hat sich «vor dem Berg» – in der Ebene zwischen Bahnlinie und Aare in der Wöschnau – ein grosses Industrieareal der Bauunternehmen Rothpletz, Lienhard + Cie AG sowie der Gebr. Huber AG entwickelt, ergänzt um einen Baumarkt Coop Bau+Hobby. Gleich daneben entsteht nun das Verzweigungsbauwerk, nicht weit davon das Tunnelportal Ost des Bahntunnels. Noch mehr als sonst schon ist die Wöschnau derzeit von Baumaschinen, Lastwagen und Verkehr geprägt.

Dorf Eppenberg mit Gemeindepavillon und altem Schulhaus
4 Bilder
Blick ins Roggenhauser Täli mit dem Windpark
Keltischer Wall (um 450 v. Chr.) oberhalb von Eppenberg
Auf dem 600 Meter langen Keltenwall im Buechholz

Dorf Eppenberg mit Gemeindepavillon und altem Schulhaus

Christian von Arx

Nichts von all dem ist «hinter dem Berg» zu hören und zu sehen. Still liegen Bauern- und Einfamilienhäuser da, wie auf einer grünen Insel aus Wiesen und Wald. Vom Durchgangsverkehr ist der Eppenberg verschont. Unterhalb des Weilers schweift das Auge durch die Äste ins Roggenhauser Täli, wo Rothirsche und andere Tierarten im Wildpark grosse Ruhe geniessen, zumindest in der Winterzeit und unter der Woche.

Auf der oberen Seite gibt der Waldrand in diesen Februartagen den Blick frei auf ein Bauwerk alter Zeiten. Heute bohrt der Mensch unter gewaltigem Einsatz von Geld, Energie und Technik innert fünf Jahren eine drei Kilometer lange Röhre durch den Berg. Vor 2500 Jahren liess ein keltischer Häuptling die Eppenberger schuften: Vermutlich mit mehr Muskelkraft und weniger Maschinen mussten sie oben auf dem Berg einen 600 Meter langen Wall von 8 Metern Höhe aufhäufen und daneben einen 15 Meter breiten Graben ausheben. Uralt und brandneu liegen in Eppenberg-Wöschnau nur 80 Höhenmeter auseinander.