"Heute ist ein guter Tag", sagte Urs Bartenschlager, Chef der Kriminalpolizei Solothurn, vor den Medien. Man habe aufgrund von Notizen Hinweise gehabt, dass der Knabe Paul sein Verschwinden über mehrere Wochen geplant habe.

Paul habe mit einem Unbekannten via ein Internet-Spiel mindestens während eines Monats Kontakt gehabt. Der Knabe habe das Spiel intensiv genutzt.

Man schliesse einen sexuellen Übergriff auf den Knaben nicht aus. Das sei Gegenstand der laufenden Ermittlungen, hielt Bartenschlager fest.

Man habe davon ausgehen müssen, dass das Leben von Paul gefährdet gewesen sei. Es habe eine umfassende Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnern stattgefunden. Auch das Bundesamt für Polizei sei dauernd in der Sonderkommission engagiert gewesen. Die Polizei gelangte auch an das FBI, das einzelne Fragen klärte.

Im Zuge der Ermittlungen hätten sich die Hinweise auf den unbekannten Mann verdichtet. Beim festgenommenen Mann handle es sich um einen 35-jährigen deutschen Staatsbürger. Motiv und Hintergrund, weshalb dieser Mann mit dem Knaben zusammen war, wird noch ermittelt.

Polizei warnt vor Gefahren des Internets

Der Knabe sei körperlich unversehrt, hielt Bartenschlager fest. Die Eltern seien noch in der Nacht nach Düsseldorf gebracht worden. Die Familie werde auch nach Rückkehr in die Schweiz von Fachpersonen unterstützt.

Angaben zum deutschen Mann machte die Polizei nicht. Der Mann habe sich alleine in der Wohnung befunden. Der Verhaftete sei kein Verwandter des Knaben.

Staatsanwalt Ronny Rickli sagte, man sei sehr froh, dass der Knabe Paul unversehrt aufgefunden worden sei. Man habe ein Verfahren wegen Entführung eröffnet. Die internationale Zusammenarbeit habe sehr gut funktioniert.

«Der Tatbestand der Entführung ist auch gegeben, wenn das Kind freiwillig mit jemandem mitgeht»:  Ronny Rickli, zuständiger Staatsanwalt, über das Verfahren aus Sicht der Staatsanwaltschaft Solothurn.

«Der Tatbestand der Entführung ist auch gegeben, wenn das Kind freiwillig mit jemandem mitgeht»: Ronny Rickli, zuständiger Staatsanwalt, über das Verfahren aus Sicht der Staatsanwaltschaft Solothurn.

Medienkonfrenz vom Sonntag, 26. Juni 2016.

Der Zugriff in Düsseldorf sei in der Nacht auf Sonntag innert kürzester Zeit erfolgt. Das Verfahren gegen den Mann werde mit den deutschen Ermittlungsbehörden koordiniert. Man gehe nicht davon aus, dass der Mann in die Schweiz ausgeliefert werde.

Kriminalpolizeichef Bartenschlager führte weiter aus, dass noch sehr viel unklar sei. Der Fall zeige jedoch exemplarisch die Gefahr des Internets. Auch bei harmlosen Kinderspielen seien nicht nur harmlose Spieler unterwegs. Diese würden unter Fantasienamen auftreten.

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