Ruttigerhof Olten

Herzenswunsch erfüllt: Giulian (13) darf mit Landfrauen kochen

Von links Gastgeberin Karin Hengartner, Carla Tresch, Giulian und SRF-Produktionsleiterin (privat anwesend) Sandra Veneri.

Von links Gastgeberin Karin Hengartner, Carla Tresch, Giulian und SRF-Produktionsleiterin (privat anwesend) Sandra Veneri.

Für Giulian ist ein grosser Traum wahr geworden: Der 13-Jährige mit Trisomie 21 durfte mit den Landfrauen der letztjährigen Staffel ein Menü auf die Teller zaubern.

Er verpasst keine Sendung der Landfrauenküche von SRF bi de Lüt. Kürzlich durfte er mit den Landfrauen der 11. Staffel auf dem Ruttigerhof in Olten kochen. «Mir hats sehr gefallen, die Frauen waren echt nett. Und das Essen war so fein», sagt Giulian, der mit seiner Mutter aus Altdorf auf den Ruttigerhof in Olten angereist war.

Am Sonntag wurde sein Herzenswunsch «Kochen mit den Landfrauen von der Landfrauenküche von SRF bi de Lüt» erfüllt. Der 13-Jährige mit Trisomie 21 durfte mit den Landfrauen der letztjährigen 11. Staffel ein Menü auf die Teller zaubern. Auf rein privater Basis, ohne Kamerateam, ohne Drehbuch. Fast ohne Drehbuch.

Deformation professionell

Sandra Veneri, Produktionsleiterin der 11. Staffel der Landfrauenküche, hatte nach Absprache mit den ehemaligen Protagonistinnen ein Menü erarbeitet – inklusive Kurz-Regiebuch. Eine liebevolle «Deformation professionelle», denn auch Veneri war rein privat bei der Erfüllung dieses Herzenswunsches dabei. Ebenfalls mit von der Partie war Lisbeth Casutt von der Stiftung Wunderlampe, die Wünsche von schwer kranken Kindern oder Kindern und Jugendlichen mit Beeinträchtigung erfüllt.

«Wir alle waren spontan dafür, Giulian diesen Wunsch zu ermöglichen», sagt die Oltnerin Karin Hengartner, eine der sieben Landfrauen. «Meine Küche bietet genügend Platz und ich wohne am zentralsten für alle – deshalb fiel die Wahl auf den Ruttigerhof», erinnert sie sich.

Karin Hengartner hat zusammen mit Giulian die Salatsauce zubereitet, derweil zwei ihrer Kolleginnen für das Rüsten des Salats verantwortlich zeichneten. Auch das «Mise en Place» übernahm der 13-Jährige. Er durfte zudem beim Pizzateig kneten, Pizza belegen und servieren mithelfen. Doch nicht genug damit: Auch für die Tischdekoration wurde Giulian eingespannt.

Sehr zu seiner Freude. «Giulian fühlt sich am wohlsten, wenn er beschäftigt ist», betont Giulians Carla Tresch. Zum Glück war dem so. Denn auch für die gebrannte Creme musste der 13-Jährige noch einmal seine Ärmel hochkrempeln.

Volle Konzentration

«Mir hat es grosse Freude bereitet, mit Giulian zu kochen. Er war voll konzentriert, mit Herzblut bei der Sache», sagt die Oltnerin. Dem schliesst sich die Siegerin der 11. Staffel der Landfrauenküche, Monika Knellwolf aus Waldstatt/AR, gerne an. «Es war ein spezielles Erlebnis.

Das Strahlen in seinen Augen und seine Dankbarkeit zu erleben, das war sehr schön.» Und Nicole Tanner aus Maienfeld/GR fügt an: «Ich habe nicht wirklich Erfahrung mit Kindern mit Beeinträchtigung. Seine Ausdauer und seine Herzlichkeit haben mich beeindruckt und berührt.» Berührt war auch Carla Tresch, die es fast nicht fassen konnte, dass alle Landfrauen aus allen Himmelsrichtungen angereist kamen, nur um mit Giulian zu kochen.

«Es war für uns ein mega Tag. Giulian hat zu Hause allen die Kochschürze mit den «Autogrammen» gezeigt. Und er wollte unbedingt die Folge von Karin Hengartner, die im Fernsehen ausgestrahlt wurde, nochmals anschauen. Schliesslich hat er ja auch in dieser Küche wirken dürfen», sagt Tresch.

Grosses Wiedersehen

Die sieben Landfrauen haben sich nicht nur darauf gefreut, einen Herzenswunsch zu erfüllen, sondern auch darauf, sich wieder einmal zu sehen. «Von der ersten Sekunde an haben wir sieben uns gut verstanden», erinnert sich Hengartner.

Deshalb sei es nie wichtig gewesen, wer schlussendlich das Rennen bei der 11. Staffel mache. «Es ist eine Freundschaft zwischen uns entstanden und wir besuchen gegenseitig Anlässe, etwa Jodlerabende. Ich habe inzwischen sogar mit Jodeln angefangen», erzählt die 42-Jährige lachend.

Wenn Hengartner nicht gerade am Kochen oder Jodeln ist, kümmert sie sich um die Vierbeiner, die tageweise oder ferienhalber bei ihr weilen. Zudem macht sie auch das Hundefutter – eine Hackfleisch-Gemüse-Wurst – zusammen mit einem Metzger selber. Auch Kinderkleidernähen steht immer wieder mal auf dem Programm.

Als einmaliges unvergessliches Erlebnis wird sie jedoch den Einsatz bei der Landfrauenküche in Erinnerung behalten. Und die Erfüllung eines Herzenswunsches – als ehemalige Landfrau der Landfrauenküche.

Alle Sendungen der letzten Staffel können auf der SRF-Homepage nachgeschaut werden.

Meistgesehen

Artboard 1