Gemeindeversammlung
Herbetswil: Fast ausgeglichenes Budget trotz steigender Sozialkosten

Das Budget schliesst mit einem Aufwandüberschuss von 20000 Franken. Die Investitionen der Gemeinde sind 2013 auf den ersten Blick extrem hoch.

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Wären nicht die Gemeindeschreiberin und die Gemeindeverwalterin im Raum gesessen: Nur Männer wären an der Herbetswiler Budgetgemeindeversammlung gewesen. Die 20 Teilnehmer folgten allen Anträgen des Gemeinderates.

Aufgrund der bereits veranlagten Gemeindesteuern rechnet Finanzverwalterin Erika Meier nächstes Jahr mit Steuereinnahmen von rund 1Mio. Franken. Die Erwartungen der juristischen Personen dagegen müssen weiter nach unten korrigiert werden, sodass nur noch Steuern von rund 15000 Franken ins Budget aufgenommen werden.

Die Übergangsregelung beschert einen leicht höheren Finanzausgleich und auch die tiefen Hypothekarzinsen kommen der Rechnung sehr entgegen. Meier erläuterte, dass man langfristige Festhypotheken von 1,7 und 1,8 Prozent im Anschluss für Hypotheken von 3,25 Prozent abschliessen konnte. Auch dank der Amortisation von Darlehen sinkt der Zinsaufwand fast um die Hälfte auf 55000 Franken.

Nach den Abschreibungen von 224800 Franken verbleibt ein Aufwandüberschuss von 20012 Franken. Der Gemeinderat zeigte sich mit dem beinahe ausgeglichenen Budget sehr zufrieden und beantragte einen unveränderten Steuerfuss von 133 Prozent der einfachen Staatssteuer.

Gemeindepräsident Stefan Müller zeigte die extreme Entwicklung der Sozialkosten während der vergangenen zwölf Jahre auf, wobei sich die Steuereinnahmen während der ganzen Zeitspanne ungefähr im gleichen Rahmen hielten. Rund die Hälfte der Steuereinnahmen müssen mittlerweile in den Bereich Soziales investiert werden. Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger genehmigen sowohl das Budget wie auch die Beibehaltung des Steueransatzes ohne weitere Diskussionen einstimmig.

Wasserreservoir schlägt zu Buche

Nächstes Jahr werden extrem hohe Bruttoinvestitionen von 1,5 Mio. Franken getätigt. Nebst den 150000 Franken für die Photovoltaikanlage auf dem Mehrzweckgebäude werden für die Wasserversorgung und insbesondere für den Neubau des Reservoirs Kosten von über 1,3 Mio. Franken entstehen.

Diese hohe Summe relativiert sich allerdings mit Rückerstattungen in Form von Erschliessungsbeiträgen und Subventionen von einer Million Franken, sodass die Nettoinvestitionen noch 513000 Franken betragen. Der Gemeinderat ist sich bewusst, dass Herbetswil sich nächstes Jahr neu verschulden wird, nach dem Bauabschluss des Wasserprojektes werden sich ab 2015 die Investitionskosten aber erheblich reduzieren.

Sozialhilfekosten steigen stetig

Die Gemeinde Herbetswil tritt mit Jahresbeginn der Sozialregion Thal-Gäu bei, damit fallen die Gehälter des Präsidenten und des Aktuars der Vormundschafts- und Sozialhilfebehörde von je rund 1000 Franken weg. Die vergangenen Jahre hat man sich bereits an den Kosten für den Aufbau und die Verwaltung der Sozialregion mit rund 30000 Franken jährlich beteiligt. Mit dem vollen Beitritt steigen die Aufwendungen für die gesetzliche Sozialhilfe nun von netto 157600 Franken in diesem Jahr auf 245300 Franken an.

Die Kostenentwicklung der Ergänzungsleistungen zeigen auch keine erfreulichere Entwicklung, so steigen sie doch jährlich um rund 20000 Franken an und belaufen sich inzwischen auf 165200 Franken.

Dank des neuen Verteilschlüssels halten sich die Beiträge an die neue Spitex Thal mit 44038 Franken im bisherigen Rahmen. Sie liegen rund 3500 Franken unter dem Vorjahr.

Kirchgemeinde sucht Personal

Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger genehmigten das neue Wasserreglement diskussionslos. Eine Neufassung der Regelung aus dem Jahre 1983 drängte sich mit der Erschliessung der nördlichen Berghöfe sowie dem im Bau befindlichen Reservoir auf.

Es sind nun auch die Pumpanlagen in die Infrastruktur aufgenommen worden. Festgehalten wurde, dass das Versorgungsnetz bis zum Schieber zum öffentlichen Leitungsnetz gehört, der Schieber samt der Hauszuleitung dagegen in privater Obliegenheit ist.

Am Schluss der Sitzung bedankte sich Gemeindepräsident Stefan Müller mit einem Blumenstrauss bei Gemeindeschreiberin Gabriela Huber-Brunner für 15 Jahre Einsatz. Müller machte zudem auf das kommende Wahljahr aufmerksam. Man sei erfreut, dass im Gemeinderat keine Demissionen vorliegen.

Die römisch-katholische Kirchgemeinde dagegen wird einige Lücken auffüllen müssen. Müller rief dazu auf, mögliche Kandidaten zu melden (gesucht werden: Mitglieder Kirchgemeinderat, Präsidium Kirchgemeinde sowie Ersatzmitglieder für den Gemeinderat). (ghh)