Olten

Haupteinnahmequelle würde ohne Chilbi wegfallen – daher sind Vereine für Verschiebung zu haben

Die Rätschwyber Zunft betreibt an der Chilbi in der Schützi jeweils ein Barzelt.

Die Rätschwyber Zunft betreibt an der Chilbi in der Schützi jeweils ein Barzelt.

Eine Absage der Oltner Chilbi würde den hiesigen Vereinen ein Loch in die Kasse reissen – eine Verschiebung in den Herbst begrüssten sie, trotz einigen Vorbehalten.

Was derzeit klar ist: Die Oltner Chilbi wird nicht am herkömmlichen Datum Anfang August stattfinden, weil Grossveranstaltungen mit über 1000 Personen auch dann noch verboten sind. Derzeit noch unklar ist hingegen, ob der viertägige Anlass mit rund 160'000 Besuchern dieses Jahr überhaupt durchgeführt wird. Die Stadtverwaltung klärt ab, ob allenfalls eine Verschiebung auf den 16. bis 19. Oktober, das letzte Herbstferienwochenende, infrage käme.

Unabhängig vom Entscheid haben sich die hiesigen Vereine, die an der Chilbi mit ihren Gastroständen das Jahresbudget aufpolieren, bereits Gedanken zu den möglichen finanziellen Folgen gemacht. Für die vier angefragten Vereine ist die Chilbi ganz klar die Haupteinnahmequelle des Jahres. «Bei uns macht der Anlass die Hälfte des Jahresbudget aus», sagt Präsident André Peter auf Anfrage. Die Guggenmusik Las Furmiclas betreibt jeweils neben dem Restaurant Rathskeller das Schwiizer Stübli mit dem Hauptgericht Älplermagronen. «Würde die Chilbi ganz abgesagt, hätten wir sicher ein Minus in der Rechnung», sagt Peter weiter. Daher sind Einsparungen geplant. Bereits am Dienstag Abend hat der Vorstand eine Budgetsitzung angesagt. «Es wird in diesem Jahr sicher keine Investitionen geben», sagt Peter. Daher würde er eine Verschiebung begrüssen – auch wenn es einige Vorbehalte gebe wegen des vorgesehenen Datums in den Herbstferien.

Die Stadtmusik feiert in diesem Jahr ihr 175-jähriges Bestehen. Weil das Jubiläums-Galakonzert vergangenen Samstag wegen der Coronakrise ausgefallen ist, sind die Kosten im Jubiläumsjahr bisher geringer als geplant. Trotzdem sagt die Präsidentin Ursula Tschan: «Wir hätten eine rechte Einbusse, aber unsere Existenz wäre ein Jahr ohne Chilbi nicht bedroht.» Ein tiefer fünfstelliger Betrag würde in der Kasse fehlen. Auch aus ihrer Sicht wäre daher ein Ersatztermin im Herbst «eine gute Option». Vorbehalte äussert sie wegen der Freiwilligen: Sind gleich viele Leute bereit im Raclettezelt mitzuhelfen, wie am üblichen Termin Ende Sommerferien?

Den gleichen Vorbehalt bringt auch Zunftmeisterin Rahel Nobs der Rätschwyber-Zunft vor. «Es wird schwieriger, die gleiche Anzahl Leute zusammenbringen.» Entweder würde der Barbetrieb kleiner ausfallen oder die Chilbi-Besucher müssten längere Wartezeiten in Kauf nehmen, sinniert Nobs. Die Rätschwyber Zunft will die Sache an der nächsten Sitzung kommende Woche besprechen. «Wir könnten zwar ein Jahr ohne Chilbi überleben», erklärt sie, trotzdem spricht auch sie von möglichen Einsparungen, um den tiefen fünfstelligen Betrag, der fehlen würde, kompensieren zu können.

Der Sportverein Olten ist an der Chilbi mit einem Tombola- und einem Essensstand präsent. Zwar beurteilt Präsident Luis Geiser eine Verschiebung der Chilbi «als gute Idee» und der Verein «wäre wahrscheinlich dabei». Trotzdem rechnet er damit, dass der Anlass im Herbst «wahrscheinlich nicht den gleichen Umsatz bringen wird wie im Sommer».

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