Die Pläne für ein 33 Millionen Franken teures Ballsport-Center im Kleinholz (wir berichteten) scheinen auf den ersten Blick die noch bestehende Minigolfanlage unter sich zu begraben. Auf den zweiten Blick sind aber eine Wiedereröffnung der Bahnen bis zur tatsächlichen Realisation des Grossprojekts und eine Verlegung durchaus denkbar.

Platz für Minigolf?

Dass der Stadtrat das privat finanzierte Ballsport-Center unterstützt, vernahm der Präsident des Minigolfclubs Olten an der städtischen Sportlerehrung vor rund drei Wochen gerne. Gleichzeitig stellte sich Peter Arber die Frage, ob nicht auch Minigolf in diesem Konzept noch Platz hätte. Denn erstens hatte die Stadt gerade seinen Verein für 50 Jahre aussergewöhnliche sportliche Erfolge und Engagement für den Sport mit einem Spezialpreis ausgezeichnet.

Und zweitens fordert ein im vergangenen März vom Gemeindeparlament erheblich erklärtes Postulat von Christoph Fink (CVP) den Stadtrat auf, den Weiterbetrieb der Anlage nach dem Konkurs der Betreiberin und der Übernahme der Liegenschaft durch die Stadt zu prüfen. Dieselbe Stossrichtung hatte schon eine Petition mit 1320 Unterschriften im Jahr 2013.

Wenig Engagement

Viel Engagement legte der Stadtrat darauf nicht an den Tag, weil er an der Rentabilität eines Weiterbetriebs und am tauglichen Zustand der Anlage zweifelte. Sportdirektorin Iris Schelbert beschied der Sportpräsidentenkonferenz im Mai 2018, dass sich niemand für einen Betrieb gemeldet habe.

Mittlerweile hat der Stadtrat angesichts des vorgestellten Projekts die Anweisung erteilt, keine Kosten betreffs Minigolfanlage zu verursachen. Gemäss Stadtschreiber Markus Dietler ist derzeit kein Rückbau des Minigolfparks vorgesehen.

Betrieb mit Suchthilfe Ost?

Immerhin erfreut sich die Anlage, die nach ihrer Schliessung im August 2016 zu überwuchern drohte, plötzlich wieder eines geschnittenen Zustands. Im Auftrag der nun zuständigen Bauverwaltung hatte die Suchthilfe Ost mit einem Arbeitseinsatz die Umgebung der Eternit- und Filzbahnen gesäubert. Postulant Christoph Fink, der mit dem Sucht-Kompetenzzentrum in engem Kontakt steht, könnte sich sogar mehr vorstellen. «Bis das Ballsport-Center steht, könnte die Minigolfanlage noch ein paar Jahre betrieben werden.» Die Eternitanlage liesse sich dann auch verschieben, meint Christoph Fink.

Noch im Januar will der Kinderarzt mit der Abteilung Unterstütztes Arbeiten bei der Suchthilfe Ost zusammensitzen, um eine Instandstellung der Anlage für nächsten Sommer zu prüfen. Der Gemeinderat, der trotz städtischer Funkstille nach seinem Postulat aktiv geblieben ist, will auch die Finanzierbarkeit eines Betriebs klären. Dass sich die Stadt zumindest mit jenen 15 000 Franken beteiligen könnte, die einst im Leistungsauftrag der Sportpark Olten AG für das Minigolf vorgesehen waren, würde er erwarten. «Ich schliesse auch ein Engagement als Mäzen nicht aus.»

Wenn das Ballsport-Center steht, rechnen die Minigolffreunde mit Synergien, die den Unterhalt billiger machen könnten. Eine Integration oder eine Verlegung in die unmittelbare Umgebung würde so Sinn machen. Auch in Olten SüdWest seien die Türen weit offen, weiss Christoph Fink. Skeptischer tönt es zur weiteren Zukunft des Minigolfs im Kleinholz vonseiten der Initianten des Ballsport-Centers Olten. Sie wollen mithilfe einer Stiftung bis Spätsommer 2022 ihr Projekt verwirklichen.

Eine Integration der Minigolfbahnen in die Ballsport-Halle sei nicht machbar und nicht kostendeckend zu bewirtschaften, sagt Marc Thommen. Eine Indoor-Minigolfanlage bestehe bereits im Meierhof. Direkte Synergien mit dem Ballsport-Center sieht der Architekt höchstens im Bereich der Garderoben und der Restauration. Grössere Chancen gibt er einer neuen Aussenanlage, die allenfalls hinter der Tribüne des neuen Aussenspielfeldes gegen den Erlimattweg hin möglich wäre. Für 18 statt bisher 36 Bahnen (Filz und Eternit) scheint dort genug Platz vorhanden zu sein, wenn das Super-League-taugliche Aussenspielfeld im Unterschied zu den der Öffentlichkeit bisher präsentierten Plänen etwas weiter Richtung Norden zu stehen käme. Ins so geschaffene Minigolfareal müsste noch ein Bachlauf integriert werden.