Wangen bei Olten

Harmonische Gemeindeversammlung: Nur das Grüngut provozierte viele Voten

Auf Wangen warten in den nächsten fünf Jahren grosse Investitionen.

Auf Wangen warten in den nächsten fünf Jahren grosse Investitionen.

An der Gemeindeversammlung von Wangen bei Olten gab das neue Abfallreglement zu reden. Gemeindepräsidentin Daria Hof erlebte dennoch eine harmonische Versammlung.

Erstmals stand Daria Hof-Schwarzentruber federführend am Rednerpult. Inmitten der Gemeinderäte führte die neu gewählte Gemeindepräsidentin stilsicher durch ihre Gemeindeversammlung. Wobei die 75 anwesenden Stimmberechtigten in der Turnhalle Alp kaum für Gegenwind sorgten und sämtliche Geschäfte inklusive Budget wenn nicht einstimmig, mit grossem Mehr durchwinkten.

Dies, obwohl Wangen bei Olten für das Jahr 2018 Investitionen von knapp 4,6 Millionen Franken veranschlagt hat. Davon werden bloss 28 Prozent mit eigenen Mitteln finanziert. Sprich: Die Gemeinde wird sich mit Darlehen neu verschulden müssen. Nur darum rechnen die Behörden auch im kommenden Jahr mit einem leichten Ertragsüberschuss von 184'900 Franken. Der Steuersatz wird daher zunächst für natürliche wie juristische Personen bei 119 Prozent belassen. «Es ist ein Budget, das der Attraktivität der Gemeinde gerecht wird», sagte Florian Wüthrich, Ressortchef Finanzen.

Zugleich kündigte Wüthrich einen bevorstehenden Nachtragskredit an. Da in der Sozialregion Untergäu aus Platzgründen akuter Bedarf nach neuen Büros bestünde, werde noch im kommenden Jahr ein Umzug vollzogen. An die Büroverlegung vom jetzigen Standort an die Fabrikstrasse 10 werde sich Wangen voraussichtlich anteilsmässig mit 94'000 Franken beteiligen müssen. «Die Investition lohnt sich langfristig, weil die Sozialregion am neuen Ort ausgelagerte Mandate zurückholen kann», sagte Wüthrich.

Nachdem die Gemeinde ihre Schulden in jüngster Vergangenheit auf vier Millionen Franken senken konnte, stehen in den kommenden fünf Jahren insgesamt Investitionen von 16 Millionen bevor. Im kommenden Jahr bildet die erste Tranche zur Erweiterung der Schulanlage Alp mit 2,5 Millionen den grössten Posten. Den Kredit dazu bewilligte die Gemeinde im September an der Urne.

Neues Abfallreglement

Am ausführlichsten debattierte die Gemeindeversammlung über das neue Abfallreglement. Obwohl die Vorlage unausgegoren war, fand man im Dialog eine pragmatische Lösung: In Wangen sind für die Grünabfuhr künftig nur noch Container ab 140 Liter zugelassen. Diese müssen eine Halterung haben, die mit einer maschinellen Kippvorrichtung kompatibel ist.

Karton und Papier müssen ausserdem neuerdings separat gebündelt sein und dürfen erst am Morgen der samstäglichen Abfuhr bereitgestellt werden. Jene, die gerne etwas länger in den Federn bleiben, freute letztere Bestimmung wenig. Doch der Gemeinderat setzte sich auch mit diesem Anliegen knapp durch.

Infogram: Budget Wangen

Kaum Widerstand des Souveräns

An der Generalversammlung sprachen die Stimmberechtigten ungefähr zwei weitere Millionen. Rund die Hälfte der Investitionen fliesst jedoch mittelfristig in die Kasse zurück. So handelt es sich bei der Erschliessung des Frey Parks (1,4 Millionen) um eine Vorfinanzierung, die über Beiträge von 1,12 Millionen Franken durch die Bauherrschaft mehrheitlich refinanziert wird.

Ebenso diskussionslos stimmte die Gemeindeversammlung den Sanierungsarbeiten am Werkhof (150'000 Franken) zu. Neben Treppengeländer, Brandschutztüre und Gebäudeschäden muss der Werkhof die Toranlage aus dem Jahre 1982 ersetzen. Noch älter ist die Lüftung der Lernschwimmhalle Hinterbüel. Voraussichtlich über die Sommerferien wird die bestehende Anlage mit Installationsjahr 1964 ersetzt (350'000 Franken).

Für etwas mehr Gesprächsstoff sorgte die neue Haltestelle Danzmatt (250'000 Franken) an der Dünnern. Denn mit dem Fahrplanwechsel 2019 führt die Linie 511 nicht mehr durchs Dorfzentrum, sondern über die Entlastungsstrasse Region Olten. Der grosse Vorteil für Kleinwangen wird die Einführung des Halbstundentakts sein. «Viele ältere Personen nahmen im Gäuerstübli den Bus, um ins Coop zu fahren», sagte ein kritisch gestimmter Bürger.

Durch die naheliegende Unterführung bleibe das Dorfzentrum gut erschlossen, erwiderte der Gemeinderat. Zu guter Letzt verlegt die Gemeinde 2018 die Strassenbeleuchtung (300'000 Franken) an der Dorfstrasse Richtung Olten auf die gegenüberliegende Strassenseite.

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