Die andauernde Freizeit-Ausrichtung der Mode hätte die Umsätze im formellen Hosenbereich unaufhaltsam sinken lassen, begründet das 1950 von Ernst Hagmann ins Leben gerufene Unternehmen seinen Schritt. Hinzu komme, dass sich Verwaltungsratspräsident Urs Hagmann bereits im 63. Lebensjahr befinde und es keine Nachfolgeregelung gebe, die es gestatte, die Firma in der heutigen Form weiterzubetreiben.

Entsprechend habe «die negative Kosten- und Umsatzentwicklung, verbunden mit stetigem Fachhandelssterben sowie zunehmenden Problemen in der Beschaffung und Benachteiligung des Standortes Schweiz durch gravierende Wechselkursprobleme» das Unternehmen gezwungen, das Hosengeschäft zwei Jahre früher als geplant an ein international tätiges Unternehmen zu übergeben.

Firma Digel AG übernimmt

Dies bedeute, dass die Firma Digel AG, «The Menswear Concept», im deutschen Nagold die Schnittmuster, Masstabellen, Formenbeschreibungen und Zutatenlisten der wichtigsten Modelle wie auch das Oberstoffkonzept übernehme und in eigener Verantwortung produzieren und vertreiben werde; dies unter der Marke «Digel exclusive trousers», auch in anderen europäischen Märkten. Stefan Schenker (bisher Hagmann Hosenmode AG) werde ab 1. Januar 2013 den Vertrieb der Digel-Kollektion in der Deutschschweiz übernehmen via Textil- und Modecenter im Glattpark bei Zürich.

Nach der Auslieferung der Frühjahrs- und Sommerkollektion 2013 im April werde die Produktion eingestellt; der Lagerverkauf laufe bis Mitte Jahr weiter. Der Standort Dulliken werde geschlossen, jedoch bleibe der Fabrikladen in Dulliken «bis mindestens Mitte Jahr geöffnet».

Für die 13 verbliebenen Mitarbeiter habe die Firma «freiwillig einen grosszügigen Sozialplan erarbeitet». «Mir war ein stilvoller und würdiger Abgang wichtig. Und: Die Firma ist nicht pleite», präzisiert Urs Hagmann. Auch wenn die Marke «hagman» leider verschwinde, so werde das Produkt doch weiterleben.