Snowboardcross
Hägendorferin hat Tanja Frieden als Vorbild und Olympia als Ziel

Bei der vierten Etappe der «Rivella giantXtour» in Melchsee-Frutt sicherte sich Selena Amsler mit einem Sieg beim «Snowboardcross» die Qualifikation für den Final. Die Hägendorferin bestätigt damit ihre Ambitionen, eine der ganz Grossen zu werden.

Simon Binz
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Die Ski und Snowboardfahrer zeigten ihr Können bei der vierten Etappe der «Rivella giantXtour» in Melchsee-Frutt.
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Der «Boardercross-Contest» verlangt von den Teilnehmern alles ab.
Einer der Teilnehmenden am «Big Air Ski-Contest» zeigt einen spektakulären Sprung.
Der «Skicross-Contest» fordert von den Fahrern vielseitige Fähigkeiten.
Auch dieser «Big Air» Fahrer muss sein Können nicht verstecken.
Ein Blick auf den Start der Skicross Startrampe.
Die «Big Air» Fahrer sind bekannt für ihre halsbrecherischen Jumps.

Die Ski und Snowboardfahrer zeigten ihr Können bei der vierten Etappe der «Rivella giantXtour» in Melchsee-Frutt.

Melanie Dougoud für giantXtour

Die «Rivella giantXtour» findet dieses Jahr bereits zum 15. Mal statt. Dieses Jahr neu: die Kategorie «Open&Pro». Wie der Name schon sagt, können bei dieser Kategorie alle teilnehmen, egal ob Profi oder nicht. Die Tour steht für spektakuläre Jumps und sorgt regelmässig für staunende Gesichter. So auch an der vierten Etappe der Tour in Melchsee-Frutt. Der Samstag des Qualifikationswettkampfes stand allen ab 14 Jahren offen. In den Kategorien «Big Air Ski», «Skicross» und «Snowboardcross» jeweils unterteilt in Frauen- und Männergruppen, versuchten sich 65 Schneesportler für den Final in Leysin (VD) vom 17. März zu qualifizieren. (siehe Box)

Die talentierte Hägendorferin Selena Amsler stand am Schluss in der Kategorie «Snowboardcross» der Frauen zuoberst auf dem Treppchen und sicherte sich so den Finaleinzug. Der Sieg ist kein Zufall, die 14-jährige feierte in ihrer jungen Karierre bereits mehrere Erfolge.

Der Weg zu Swiss-Snowboard

«Rivella giantXtour» in Melchsee Frutt

«Snowcross»

In den Disziplinen «Snowcross» und «Big Air» zeigten die TeilnehmerInnen was sie können. Die Boardercrosspiste in Melchsee-Frutt gehört zu den technisch anspruchsvollen. Bei der Kategorie Skicross der Herren ging ein äusserst gemischtes Feld an den Start. So bestehen zwischen dem Erstplatzierten Roman Gisler aus Springen und dem einheimischen Alpnacher Andre Schrackmann 20 Jahre Altersunterschied.

«Big Air»

Der Snowpark in Melchsee-Frutt ist einer der besten der Schweiz. Mit Lea Kisler aus Sarnen, Clemens Spichtig aus Melchtal und Robi Arnold aus Attinghausen qualifizierten sich drei Einheimische für das «Big Air»-Finale in Leysin (VD). Damit bewiesen sie, dass gute Trainingsbedingungen im Fruttpark gegeben sind. (sbi)

Selena Amsler machte im zarten Alter von vier Jahren erste sportliche Berührungen mit Schnee. Wie viele andere auch hat sie als Kind mit Skifahren angefangen und erst später aufs Board gewechselt. «Ich wollte einfach mal das Snowboarden versuchen, da hat es mir viel besser gefallen als Skifahren», sagt die 14-Jährige. Und es hat sie nicht mehr losgelassen. Seit 2007 hat sie sich voll und Ganz dem boarden gewidmet. Bei einem Familienskiurlaub in Engelberg habe ihr die Snowboardschule empfohlen, sie solle sich doch mal an einem Kader-Sichtungstag von Swiss-Snowboard teilnehmen. Einige Wochen später war klar, dass sie von da an im Kader war.

«Heute fahre ich eigentlich nur noch Snowboard», sagt Amsler. Und dies offenbar mit Erfolg. Seit drei Saisons fährt sie nun bei Swiss Snowboard in der Kategorie «Boardercross» mit. Bereits in der ersten Saison schaffte sie es als Dritte auf das Podest bei den U14-Schweizermeisterschaften. Ein Jahr darauf reichte es bei der U16 sogar beinahe bis ganz oben aufs Treppchen - ein zweiter Platz resultierte aus dem Rennen.

Tanja Frieden als Vorbild

Sie habe sich für den Boardercross entschieden, weil ihr Alpin schlicht zu langweillig sei und «Big Air» – das Springen über Schanzen – eine Stufe zu gefährlich. Boardercross sei schnell, brauche eine gute Konzentration und - am wichtigsten - es mache Spass. Aber auch der Boardercross hat seine gefährlichen Seiten. So wurde Selena Amsler nicht von Blessuren, Prellungen und Verstauchungen verschont. «Das gehört aber dazu», schmunzelt sie und fügt an: «Angst verspüre ich keine, wenn ich oben auf den Startschuss warte. Aber Respekt – und dies ist wichtig – habe ich.»

Momentan besucht sie die Sportschule im Wankdorf Bern, bei der viel Krafttraining und Kondition auf dem Programm steht. «Mein Trainer hat mir gesagt, wenn ich nicht die Sportschule besuchen würde, wäre es nicht möglich auf hohem Niveau mitzufahren», erkärt Amsler. Jedes Wochenende und die ganzen Ferien stehe sie auf ihrem Board. Meist hätten sie zudem in der Woche am Dienstag oder Mittwoch, zusätzlich zum Sporttraining in der Schule, Training auf der Piste.

Ehrgeizig aber bescheiden

Als Vorbild nennt die junge Frau die inzwischen zurückgetretene Olympiasiegerin von 2006, Tanja Frieden. Bei einem solchen Vorbild überraschen auch ihre grossen Pläne für die Zukunft nicht. «Am Weltcup und der Olympiade teilzunehmen wäre schon mein Ziel», sagt Amsler.

Trotz allen ehrgeizigen Vorsätzen bleibt die 14-Jährige bescheiden und realistisch. «Im Final der ‹Rivella giantXtour›, wird es schwer. Alle Altersklassen sind vertreten und ich gehöre zu den jüngsten», sagt die Boarderin und fügt an: «Ein Platz auf dem Podest wäre schon super».

Am 17. März wird sich zeigen, wie sich die Hägendorferin in Leysin (VD) schlagen wird. Und wer weiss: Vielleicht wird in ferner Zukunft einmal aus den Fernsehapparaten zu hören sein: «Selena Amsler aus Hägendorf qualifiziert sich für Olympia...»