Fasnacht
Hägendörfer Umzug begeistert «Farbäfroh und XL-stark»

Bei strahlendem Sonnenschein begeistert in Hägendorf der Fasnachts-Umzug am Samstagnachmittag Jung und Alt.

Rahel Bühler
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Fasnachtsumzug Hägendorf 2017
Andrea Aerni ist der diesjährige Root.

Bruno Kissling

Mit der Fasnacht wird traditionsgemäss der Winter vertrieben. Nimmt man es ganz genau mit dieser Tradition, so haben die Hägendörfer der kalten Jahreszeit ziemlich deutlich den Garaus getrieben: Ganze elf Grad zeigte das Thermometer am Samstagnachmittag in Hägendorf an.

So erstaunt es nicht, dass die Troittoirs entlang der Umzugsroute, die beim Schulhaus Oberdorf startete und beim Dorfplatz endete, von vielen Zuschauerinnen und Zuschauern gesäumt waren. Enttäuscht wurden sie nicht: Knapp 40 Nummern nahmen am einstündigen Hägendörfer Fasnachtsumzug unter dem Motto «Farbäfroh und XL-stark» teil. Darunter Guggenmusiken, Zünfte, Wilde und auch die Primarschule und der Kindergarten waren heuer wieder mit dabei.

Exotische Klänge

Besonders die Schülerinnen und Schüler wussten zu gefallen: Mit ihren selbst gebastelten Wickie-, Asterix- und Elefanten-Kostümen huschte bei so manchem Zuschauer ein «Jööh» über die Lippen. Mit ihren gallischen Kostümen schien die Klasse 3A den Nagel auf den Kopf getroffen zu haben. Auch die beiden Zünfte «Ned ganz Rüebli» und «Eggberggnaare» machten es den Primarschülern gleich und hatten die Gallier als Motto. Manchmal war die Welt aber auch ein wenig verkehrt: So verkleidete sich die Schlumpf Zunft als Teletubbies und die Höckeler-Zunft tauften Hägendorf in Heinwil um, in Anlehnung an den im Dorf wohnenden Immobilienbesitzer Georg Hein.

Der imponierendste Wagen lieferte die Zunft «Dirty Pinguis & Young Gummibeers»: Sie warteten mit einem riesigen, grünen Lastwagen mit dazu passenden Anhänger auf. Ihr Motto: Irish Pub. Dem wurden sie voll und ganz gerecht, dröhnte aus den auf dem Anhänger montierten Lautsprechern doch irische Volksmusik und aus den Zapfhähnen floss Bier. Die Iren waren nicht die Einzigen mit exotischer Musik: Eine Gruppe als Bauchtänzerinnen verkleidete Frauen bewegten sich zu fernöstlichen Klängen und taten dies so überzeugend, dass sich sogar eine Seniorin am Strassenrand auf eine spontane Tanzeinlage einliess.

Guggenmusiken überzeugten

Die Guggen, darunter die Gäuschränzer aus Gunzgen oder die Häggageri aus Hägendorf, vermochten mit ihrem Spiel zu überzeugen, spielten sie doch neben alterwürdigen Klassikern auch Schweizer Ohrwürmer oder Lieder aus der aktuellen Hitparade.

Auch in diesem Jahr galt: Mehr ist mehr. Zumindest was die Konfettis anbelangt. Zielen, anschmeissen, auflesen – und alles noch mal von vorne, schien die Devise bei den Kindern zu lauten. Und auch manch ein Erwachsener konnte es nicht lassen, mit den bunten Schnipseln das Leben der mitgereisten Familienmitglieder oder Freunde zu versüssen.