Düsseldorf

«Hätte dem Jungen sicher geholfen»: Nachbarn von Werner C. haben nichts gemerkt

In der Dachwohnung dieses Hauses in Düsseldorf lebte der pädophile Hilfskoch.

In der Dachwohnung dieses Hauses in Düsseldorf lebte der pädophile Hilfskoch.

Nachbarn von Werner C., der diesen Sommer einen 12-Jährigen aus dem Kanton Solothurn missbrauchte, sind tief bestürzt und entsetzt. Sie hoffen, dass der Pädophile nie mehr ins Quartier zurückkommt.

Die Nachbarn von Werner C. hatten keine Ahnung, was diesen Sommer in der Dachwohnung passierte. «Ich hätte dem Jungen sicher geholfen, wenn ich etwas mitbekommen hätte», sagt Michael Korbmacher gegenüber TeleM1. «Aber er muss ihn irgendwie ruhig gestellt haben.»

Man habe sich angefreundet, habe auch öfter gemeinsam einen Kaffee getrunken. Dass Werner C. gut mit Computern konnte, war im Haus bekannt. Familie Korbmacher konnte sich immer mit Fragen zum Computer an ihn wenden. Helga Korbmacher wusste, dass der Hilfskoch Festplatten sammelte. «Warum und weshalb weiss ich aber nicht.»

Die Ermittler fanden bei der Durchsuchung der Dachwohnung von Werner C. rund 3000 Dateien mit Bildern und Videos mit kinderpornografischem Inhalt.

Für Michael Korbmacher ist klar: Kommt Werner C. ins Quartier zurück, würde er die Faust sprechen lassen. 

Der Angeklagte Werner C. lernte den 12-Jährigen Anfang 2016 über das Onlinespiel «Minecraft» kennen. Der Mann war Administrator des Spiels und gewährte dem Jungen im Rahmen des Spiels nach und nach mehrfach Vergünstigungen, um sein Vertrauen zu erlangen.

Der Junge gab private Informationen über sich preis, die der Angeklagte nutzte, um den Jungen zu überreden, sich mit ihm zu treffen. Der Angeklagte flog am 18. Juni von Düsseldorf nach Zürich, traf sich in Härkingen mit ihm und nahm ihn mit nach Düsseldorf.

Bis zur Befreiung am 26. Juni zwang der Angeklagte den Knaben gegen dessen Willen mehrfach zur Duldung und zur Vornahme sexueller Handlungen. Die Anklageschrift listet im fraglichen Zeitraum 15 Fälle des schweren sexuellen Missbrauchs Kindes auf.

Am frühen Morgen des 26. Juni stürmte die Polizei in Düsseldorf die Wohnung des Angeklagten und befreite den Jungen. (ldu/sda)

(9.12.2016)

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