Hägendorf
Swisscom will Handyantenne auf Schulhaus bauen – Gemeinde zeigt sich skeptisch

Die Swisscom plant auf dem Standort des Primarschulgeländes Oberdorf bei Hägendorf, eine neue Mobilfunkantenne zu erstellen. Der Gemeinderat wartet mit einem definitiven Entscheid noch zu und stellt den Standort infrage.

Cyrill Pürro
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Ragt bald auch auf dem Dach der Primarschule Oberdorf in Hägendorf eine Swisscom-Antenne in den Himmel? (Symbolbild)

Ragt bald auch auf dem Dach der Primarschule Oberdorf in Hägendorf eine Swisscom-Antenne in den Himmel? (Symbolbild)

Peter Klaunzer

Eine Mobilfunkantenne auf dem Gelände der Primarschule Oberdorf: die Anfrage der Swisscom an die Gemeinde Hägendorf liess Fragen offen. So wurde die Netzbetreiberin zur Aufklärung an die Gemeinderatssitzung von Mitte März gebeten. Der Gemeinderat äusserte seine Bedenken bezüglich der Strahlung und deren Auswirkungen auf Kinder, wie aus dem Protokoll der Sitzung hervorgeht. Für Gemeindepräsident Andreas Heller ist klar: «Will man meine Akzeptanz für die Mobilfunkantenne auf einem Schulgelände, muss diese technisch nötig und der Standort alternativlos sein.» Er erklärt auf Anfrage:

«Wir wollten wissen, warum überhaupt eine solche Antenne auf dem Schulhaus platziert werden soll.»

Heller betont, dass auch seitens der Schulleitung die Gesundheit der Schülerinnen und Schüler und des Personals an oberster Stelle steht. Ein weiteres Thema sei die Akzeptanz der Platzierung einer solchen Antenne. Gerade wenn es um die Gesundheit der Kinder geht, stiessen solche Projekte in der Bevölkerung auf Skepsis, so stellt Heller fest.

Schulleitung in Entscheide involviert

Erklärungen liefern konnte die Swisscom an der Sitzung gleich selber. Das Schulhaus befinde sich in dem Dorfteil, in dem die Kapazität des Datenvolumens eher knapp sei. Um dem entgegenzuwirken, müsse ein Netzausbau getätigt werden. Ausserdem sei die Strahlenbelastung bei einem besseren Netz tiefer, da die abgegebene Strahlung von der Sendefrequenz abhängt.

Laut Swisscom könne die Strahlung unter einer Antenne gar weniger stark sein. Nachfragen bei Andreas Heller ergaben, dass die Swisscom öffentliche Gebäude den gewerblichen Gebäuden vorziehen würde. Laut Heller stehe ein definitiver Entscheid noch aus. Seitens des Gemeinderates sei man weiterhin zu Gesprächen bereit, da Hägendorf «auf der Höhe der Zeit bleiben» möchte. Er betont: «Der Schulleiter ist an jeder Gemeinderatssitzung dabei und die gesamte Schulleitung in Diskussion und Entscheidungsfindung ein wichtiger Partner der Gemeinde. Entschieden wird also nicht ohne die Schulleitung.»

Die Debatte um die Swisscom-Antenne wird also weitergeführt, viel Zeit bleibt aber nicht mehr übrig. Denn das Ziel sei, das Thema noch im ersten Halbjahr zur Entscheidungsreife zu bringen, so Heller.

Videoüberwachung bewährt sich nach Probelauf

Auch am Bahnhofareal wird aufgerüstet. Reklamationen über Lärm, Abfall und illegalen Autorennen führten vor sechs Monaten zu einer probeweisen Neuanschaffung von Überwachungskameras. Diese wurden in Zusammenarbeit mit der SBB installiert. Wie dem Protokoll zu entnehmen ist, konnten sich die Kameras bisher bewähren: Die Situation beruhigte sich. An der Sitzung stimmte der Gemeinderat der dauerhaften Nutzung der Kameras zu. 2050 Franken muss die Gemeinde der SBB jährlich dafür bezahlen.

Laut Heller habe man verschiedene Methoden geprüft, um die Sicherheit auf dem Bahnhofareal zu gewährleisten. «Die Kameralösung wird unseren Anliegen am gerechtesten», so Heller.