Hägendorf
Rechnung 2020: «Berauschend» ist eher anders

Hägendorfs Gemeindeversammlung heisst die defizitäre Rechnung 2020 einstimmig gut.

Urs Huber
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Der Teufel ist wieder zurück am Kreuzplatzkreisel in Hägendorf. Ob deshalb die Rechnung der Einwohnergemeinde mit einem Minus geendet hat?

Der Teufel ist wieder zurück am Kreuzplatzkreisel in Hägendorf. Ob deshalb die Rechnung der Einwohnergemeinde mit einem Minus geendet hat?

Patrick Lüthy

Die Einschätzung von Hägendorfs Rechnung aus dem vergangenen Jahr war an der Einwohnergemeindeversammlung eine durchzogene. Der Aufwandüberschuss von rund 434'000 Franken war zwar tiefer als der budgetierte (495'000 Franken). Das ist bei einem Gesamtaufwand von 23,5 Mio. Franken nicht wirklich berauschend, macht aber nicht einmal 2,5 Prozent des Aufwandes aus.

Dennoch: Es war ein Aufwandüberschuss. Ein Selbstfinanzierungsgrad um die 40 Prozent. «Diese Zahl ist nicht befriedigend», so Ressortchef und Gemeinderat Michel Henzi. Ziel ist und bleibt nämlich auch in Hägendorf dasjenige aller Kommunen: Vernünftige Ertragsüberschüsse erwirtschaften, damit die Investitionen möglichst ohne weitere Aufnahme von Fremdkapital finanziert werden können. «Es gilt mehr denn je haushälterisch mit unseren Finanzen umzugehen», so Menzi. Wichtiges und Wünschenswertes sei noch kritischer zu hinterfragen und es gelte, sich eine Flexibilität zu bewahren, um strategisch wichtige Projekte anstreben zu können.

Erfreulich sind die über Gebühren gespeisten Spezialfinanzierungen: nur Ertragsüberschüsse. Den höchsten (315'926 Franken) weist die Wasserversorgung auf, den tiefsten (13'302 Franken) die Abwasserbeseitigung. Dazwischen die Abfallbeseitigung (17'173 Franken). Das führt zu flotten Eigenkapitalwerten. Die Wasserversorgung verfügt über 2,87 Mio. Franken, gefolgt von der Abwasserbeseitigung (1,27 Mio.) und der Abfallbeseitigung (144'800 Franken). Die 21 anwesenden Stimmberechtigten hiessen die Rechnung ohne Murren einstimmig gut.

Auch die Wahl der Revisionsstelle passierte mit nur einer Gegenstimme. Kasimir Rötheli hatte angeregt, künftig ein Treuhandbüro aus der Region zu beauftragen. «Dann bleiben die Steuergelder auch hier und wandern nicht in den oberen Kantonsteil.» Bereits bei der Eintretensdebatte hatte Gemeindepräsident Andreas Heller darauf hingewiesen, der Rat überlege sich zum Ende der kommenden Legislatur einen Mandatswechsel. Man sei mit der Arbeit des vorgeschlagenen Mandatsträgers absolut zufrieden, doch würde allenfalls ein Perspektivenwechsel auch nicht schlecht tun.

Alles andere passierte wieder einstimmig; die Rechnung der Öffentlich-rechtlichen Anstalt Schulhaus Thalacker, jene der Regionalen Feuerwehr Untergäu und die der Sozialregion Untergäu. Die Teilrevision der Dienst- und Gehaltsordnung, in welche der Vaterschaftsurlaub eingebunden wurde, fand ebenso Zustimmung wie das Reglement über den schulärztlichen Dienst. Auch der Vertrag mit der Elektra Untergäu zur Nutzung des Hallenbaddaches für eine Photovoltaikanlage fand keinen Widerstand.