Hägendorf
Attraktivierung Dorfzentrum: Hägendorf erhält eine neue Visitenkarte

Mehr Atmosphäre, mehr Sinnliches, mehr Begegnung, flexiblere Nutzung: Hägendorf attraktiviert sein Dorfzentrum.

Urs Huber
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Auslöser der Attraktivierungsbemühungen waren auch die Sanierungsarbeiten rund um den Cholersbach.

Auslöser der Attraktivierungsbemühungen waren auch die Sanierungsarbeiten rund um den Cholersbach.

Bruno Kissling / Oltner Tagblatt

Es ist bekannt. Eine schöne Häuserzeile, eine gepflegt-gemütliche Umgebung und eine einladende Atmosphäre: Attribute, die einem Ort im Ort zum gewissen Etwas verhelfen. So etwas möchte auch das offizielle Hägendorf realisieren, das Dorf mit der publikumswirksamen Tüfelsschlucht. Kurz: Der Dorfplatz soll «amächeliger» werden, wie man so schön sagt. Mit relativ bescheidenen Mitteln.

Treffen: selten aus freien Stücken

In Hägendorf nennt man den Dorfplatz Dorfzentrum. Und das aus gutem Grund. Im Dorfzentrum kauft man ein, trifft sich mehr oder minder zufällig, aber selten ausschliesslich aus freien Stücken. Nun soll das Zentrum, bereits jetzt eine eigentliche Begegnungszone mit Tempo 20 und einer planen Oberflächengestaltung, attraktiver werden: und zwar mit vielen mobilen Elementen; mobilen Bäumen, ebensolchen Bänken, mobilen (Sonnen)schirmen. «Wir können nicht mit fixen Elementen rechnen, weil der Platz doch einer gewissen Multifunktionalität zu genügen hat», sagt Walter Müller, Bereichsleiter Bau. Stichworte wie Chilbi oder Fasnacht fallen.

Ideenskizze zur Platzgestaltung Dorfzentrum Hägendorf. Der BegegnungpPlatz soll multifunktional genutzt werden können.

Ideenskizze zur Platzgestaltung Dorfzentrum Hägendorf. Der BegegnungpPlatz soll multifunktional genutzt werden können.

Visualisierung: werk1 architekten und planer ag, Olten

Platziert werden all diese Elemente auf dem Platz vor dem Coop. Dem Platz nämlich soll eine neue Rolle zukommen und frei bespielt werden können. Im Planwerk wird er als Begegnungsplatz bezeichnet, der sich Vereinen, umliegenden Gewerbetreibenden oder andere Organisationen als Ort der Präsentation anbietet. Naheliegend wäre etwa ein gastronomisches Engagement. «Aber natürlich ist auch eine andere Nutzung denkbar», gibt Walter Müller zu verstehen. Diese mobilen Elemente, die Umgestaltung und Begrenzung des Platzes sind Teile der zweiten Etappe.

Verweilzone ebenfalls mit mobilem Inventar

Zuvor wird im Bereich Süd der Platz vor dem Denner sowie ein kleiner Bereich westlich des Restaurants Teufelsschlucht ebenfalls mit mobilen Bänken und Bäumen ausgestattet und zur Verweilzone umgestaltet. Damit soll auch die gefährliche Parkplatzsituation entschärft werden. Ähnliches gilt für den Vorplatz der Liegenschaft Metzgerei, wo die räumliche Aussparung hin zur Strasse die Einfahrt zum Dorfzentrum bereits verengt. Die beiden fest verwurzelten Bäume mussten infolge der Bauetappen beim Einlenker Eigasse entfernt werden. Nach der Fertigstellung der Bauarbeiten werden 2 neue Bäume versetzt.

Ebenfalls musste der Steinbrunnen für diese Bauetappe entfernt werden. Dieser wird in der Zwischenzeit restauriert und anschliessend leicht näher zum Gebäude der Liegenschaft Metzgerei versetzt. «Damit sich der Brunnen mehr zentral situiert und sich damit etwas weiter weg vom Pfortenverkehr befindet», wie Müller erklärt. Eine gut sichtbar platzierte Stele an der Pforte soll die Besuchenden auf die speziellen Regeln in der Begegnungszone aufmerksam machen.

Eine Entflechtung der Nutzerströme

Mit beiden Etappen einher geht die Entflechtung der Nutzerströme im Dorfzentrum. Orangefarbene Punkte sollen den Fussverkehr bevorzug entlang der flankierenden Gebäude führen, während der motorisierte Individualverkehr mit blaufarbenen Punkten gelenkt wird. Mit zunehmender Nähe zu Kreuzungen werden die Punkte grösser gehalten. «Das Dorfzentrum ist als Begegnungszone ausgeschieden: Da ist zwar klar, dass der Fussverkehr vortrittsberechtigt ist», sagt Müller. Dennoch habe man sich dazu entschlossen, den unterschiedlichen Nutzern so etwas wie eine Leitlinie als Hilfestellung anzubieten.

Das Projekt, welches im kommenden Jahr umgesetzt werden soll und dessen öffentliche Planauflage keine Einsprache ergab, ist mit rund 163000 Franken veranschlagt. Die Gelder der ersten Etappe (68000 Franken) sind im bereits beschlossenen Projekt Sanierung Cholersbach eingeschlossen. Die Kosten für die Etappe 2 (95000 Franken) sind ins Budget 2022 zu integrieren.

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