Streethockey

Hägendörfer wollen in die NLA

Simon von Arx (Nr. 50) und Boris Kellerhals (Nr. 3) im Heimspiel gegen La Chaux-de-Fonds (2:6).

Simon von Arx (Nr. 50) und Boris Kellerhals (Nr. 3) im Heimspiel gegen La Chaux-de-Fonds (2:6).

Die Rückkehr in die NLB soll nur der erste Zwischenschritt sein für die Phoenixe. Die Zukunft soll den Club in höhere Ligen bringen.

Vor drei Jahren zog sich der SHC Phoenix Hägendorf freiwillig aus der NLB zurück. «Um einen sauberen Aufbau zu starten», erklärt Sportchef Sandro Caso. Verbrannt, um dann wieder aus der eigenen Asche hervorzusteigen, wie ihr Vorbild aus der Mythologie, sind die Phoenixe aber nicht. Im Gegenteil, sie konnten sich in der 1. Liga sofort wieder als Spitzenteam etablieren.

Noch wichtiger, der Klub brachte in den letzten Jahren seine Nachwuchsabteilung auf Vordermann – eine B-Junioren-Equipe und eine zweite Mannschaft wurden gegründet. Zudem wurde im vergangenen Jahr das neue Spielfeld vor der Raiffeisen Arena in Hägendorf fertiggestellt.

«Bei uns steht immer noch der Spass im Vordergrund, doch wir merkten, dass professionellere Strukturen nötig sind, um in der NLB bestehen zu können», sagt Caso. «Die Vereine in den höchsten beiden Spielklassen sind zum Beispiel alle sehr breit abgestützt, was die Juniorenförderung angeht.»

Aufstiegsschwung genutzt

Das Ziel des Vereins war es, ab der Saison 2017/18 wieder in der NLB zu spielen. Nach dem Gewinn des 1.- Liga-Meistertitels im Frühling sind die Phoenixe ihrem Zeitplan nun ein Jahr voraus. «Der verfrühte Aufstieg beweist, dass wir die nötige Qualität haben und das Team gefordert werden und unbedingt in der NLB spielen will», freut sich der Sportchef umso mehr.

Der Schritt von der 1. Liga zur Nationalliga B sei indes nicht zu unterschätzen. «In der NLB sind die Plätze grösser, was das Tempo automatisch erhöht», so Sandro Caso. «Auf den engen Feldern in der 1. Liga wird viel mehr auf den Körper gespielt.»

Diese Umstellung haben die Hägendörfer sehr gut verkraftet. Mit zwei Siegen glückte den Phoenixen der Saisonauftakt in der NLB. «Wir sind euphorisch gestartet, konnten den Schwung der Meistersaison mitnehmen», blickt der Sportchef zurück. Viel Arbeit hatte Caso bei der Kaderzusammenstellung für die neue Saison nicht.

Der Kern des Teams blieb zusammen und wurde mit den Transfers des Ex-Langenthalers Simon Heinzer und der beiden Eishockey-Cracks Nicola Di Santo und Denis Lestander lediglich punktuell ergänzt. «Ich hoffe, dass wir im Verlauf der Saison Junioren und Spieler der zweiten Mannschaft einbeziehen können, damit sie mal NLB-Luft schnuppern», erläutert Caso die Kaderplanung.

Verletzungen als Dämpfer

Nach dem guten Start mussten die Phoenixe in den letzten Spielen dann aber doch etwas Lehrgeld bezahlen. Die Hägendörfer verloren viermal in Serie. «Gegen starke Gegner», wie Caso betont, und dezimiert: «Die verletzungsbedingten Ausfälle der Goalgetter Adrian Fischer und Nicola Di Santo können wir nur schwer wettmachen.

Nur schon deshalb, weil wir die Blöcke durcheinanderwirbeln mussten.» Caso hofft, dass die Negativserie das Team wieder wachgerüttelt habe: «Wir müssen uns jederzeit bewusst sein, dass man in der NLB mit jedem Team rechnen muss. Es gibt keine schwachen Gegner.»

Zwei Siege bekamen die Hägendörfer am Grünen Tisch zugesprochen, weil sich die Langenthal Devils wegen Spielermangels zurückzogen. Somit ist die Bilanz kurz vor der Halbzeit der Qualifikationsphase ausgeglichen. Mit vier Siegen und vier Niederlagen belegen die Phoenixe den siebten Platz. «Grundsätzlich bin ich damit zufrieden», lautet Sandro Casos Fazit.

«Die Verletzungen waren zwar ein Dämpfer, wir konnten uns aber trotzdem im Mittelfeld der Liga positionieren.» Der sechste Schlussrang nach der Qualifikation sei sein persönliches Saisonziel. Die besten acht Mannschaften schaffen den Einzug in die Playoffs. «Dort noch eine Runde weiterzukommen, ist schon auch ein Wunsch. Schaffen wir dies, dann wäre es eine sehr erfolgreiche NLB-Rückkehr für uns.»

Geht es nach Sandro Caso, dann könnte auch die NLA schon bald zum Thema werden. «Vor dem Bau des neuen Spielfeldes haben wir den NLA-Aufstieg ganz klar als langfristiges Ziel formuliert», verrät er. Zuerst stehe aber im Vordergrund, dass sich die Mannschaft wieder in der zweithöchsten Liga etabliere.

«Im Moment liegt der Fokus zudem voll auf der Juniorenförderung, damit der Nachschub an Spielern gesichert ist», sagt der 25-Jährige. «In zwei, drei Jahren streben wir den Aufstieg in die NLA an.» Gegen einen wiederum verfrühten Aufstieg hätte der Sportchef aber garantiert nichts einzuwenden.

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