Olten

«Gut vernetzt und auch gut ausgebildet»: Die Organisation ToKJO wird sich dem Projekt SIP annehmen

Die SIP Langenthal unter der Führung von ToKJO konnte im Oberaargau auf ein sehr gutes Image zählen.

Die SIP Langenthal unter der Führung von ToKJO konnte im Oberaargau auf ein sehr gutes Image zählen.

Warum das Projekt Sicherheit - Intervention - Prävention in Olten mit der Oberaargauer Organisation ToKJO umgesetzt wird.

Der Entscheid ist gefallen: ToKJO, der operative Arm der offenen Kinder- und Jugendarbeit Oberaargau mit Sitz in Langenthal, wird sich dem Projekt SIP (Sicherheit – Intervention – Prävention) in Olten annehmen. Ein Projekt, dem das Oltner Gemeindeparlament im Mai 2020 zustimmte und für die kommenden drei Jahre insgesamt 450’000 Franken sprach.

Eine SIP aus einer Hand als Idealvorstellung

Die Mastervorstellung zur SIP: Das Projekt sollte aus einer Hand beziehungsweise von einer Firma umgesetzt werden, also Sicherheit, Intervention und Prävention in einem Gesamtpaket vereinen. Warum eigentlich, wo doch die bisherige und vorübergehende Lösung mit der zwischenzeitlich engagierten LU-Sicherheitsdienst AG von vielen Seiten gelobt wurde? Selbst jene Skeptiker verstummten, die hinter den doch recht polizeilich wirkenden Patrouillen mehr Repression als etwas anderes vermuteten?

Denn selbst in engagierten Kreisen hatte sich die Vorstellung durchgesetzt, der Sicherheitsdienst mit hoher Akzeptanz wäre nun noch mit einer aufsuchenden Sozialarbeit zu kombinieren, um eine perfekt auf Stadtmass getrimmte SIP zu haben. «Ich finde, die Verbindung dieser drei Elemente Sicherheit, Intervention und Prävention unter einem Hut birgt ein grosses Konfliktpotenzial», so Tobias Oetiker von Olten jetzt! Und: «Nichts gegen die Leute von ToKJO, aber bei der seinerzeitigen Vorstellung der von ihnen erstellten Sozioanalyse kamen diese Zielkonflikte nicht zur Sprache.»

Stadträtin Marion Rauber, Oltens Sozialdirektorin, meint dazu: «Die Ganzheitlichkeit einer SIP ist eines ihrer wesentlichen Merkmale. Wer die Aufgaben einer SIP zu erfüllen hat, muss als Organisation über ein Netzwerk in die unterschiedlichsten Fachbereiche hinein verfügen und im Sinne eines Casemanagements schlanke direkte Lösungswege für Betroffene und Behörden anstreben. Und deren Mitarbeitende sind auch breit ausgebildet für solche Aufgaben.» Für die Sozialdirektorin ein Hauptargument. Auch versteht sie die aufsuchende Gassenarbeit als wichtiges Teilelement der SIP.

Einen zum aktuellen Ordnungsdienst passenden Sozialdienst hätte die Stadt entweder selber auf die Beine stellen oder allenfalls einkaufen müssen, wie Rauber ausführt. Der etwa aufgekommenen Idee, die Suchthilfe Ost hätte die aufsuchende Gassenarbeit im Rahmen der SIP übernehmen können, hält die Stadträtin entgegen, dies gehöre nicht zu deren Pflichtenheft. Zudem sei die Suchthilfe Ost eine regional finanzierte Institution, die nicht für stadtspezifische Aufgaben zuständig sei. Item: «Ich bin sehr zufrieden mit der jetzt getroffenen Entscheidung», so Rauber weiter. Denn ToKJO erfülle das Anforderungsprofil einer SIP voll und ganz. Der Einsatz startet ab 1. Januar 2021.

ToKJO geniesst im Oberaargau  einen ausgezeichneten Ruf, wie zumindest aus der Berichterstattung dem Langenthaler Tagblatt hervorgeht: «Mit nur zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung bewilligte der Stadtrat gestern Abend die Verlängerung des Projektes SIP (Sicherheit,Intervention,Prävention) bis Ende 2016», schrieb das Blatt im November 2014. Und konkret zitierte die Zeitung Gemeinderat Rolf Baer, der feststellen konnte, dass sich die Personen in der Szene – also vor allem auf dem Wuhrplatz und am Bahnhof – generell ruhiger verhalten würden. Klagen aus der Nachbarschaft gingen heute oft direkt an SIP und würden so zu schnelleren Interventionen führen.

Langenthal steht heute zwar ohne SIP da, aber dem Vernehmen nach nur deshalb, weil sich der Stadtrat (Parlament) standhaft weigerte, Geld zu sprechen für einen günstigeren SIP-Anbieter, derweil ToKJO, seit 2011 für Langenthal in SIP-Diensten, aus monetären Gründen aus dem Rennen geschieden war. 

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Autor

urs huber

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