Schuhläden
Gut eingelaufen, drückt der Schuh wenig

Der Laden «Bata» ist aus Olten verschwunden, andere Schuhverkäufer der Stadt sehen ihre Zukunft aber durchaus optimistisch. Wir hörten uns um.

Tijana Nikolic
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Der Schuhfabrikant Bata schliesst hierzulande Verkaufsläden, obwohl Herr und Frau Schweizer pro Jahr 5,4 Paar Schuhe kaufen.

Der Schuhfabrikant Bata schliesst hierzulande Verkaufsläden, obwohl Herr und Frau Schweizer pro Jahr 5,4 Paar Schuhe kaufen.

Bruno Kissling

Der Verkaufsmarkt sowie das Kaufverhalten der Kunden verändern sich ständig von Neuem. Überraschend war trotzdem, dass der Schuhkonzern Bata in letzter Zeit vermehrt Filialen in der ganzen Schweiz schliessen liess. Bis heute sind Filialen in Olten, Solothurn, St. Gallen, Biel und Bern geschlossen worden. Und bald ist das älteste Geschäft des tschechischen Grosskonzerns in Zürich an der Reihe.

Damit will das Unternehmen eine neue Strategie verfolgen und sich in Zukunft verstärkt auf den Verkauf im Internet konzentrieren. Laut des Präsidenten des Schweizerischen Schuhverbands, Dieter Spiess, habe sich Bata schon seit Jahren im stationären Handel schwergetan. Auch das Basler Schuhunternehmen Botty müsse seinen Laden in der Innenstadt schliessen. Spiess hatte sich kürzlich in der «Nordwestschweiz» zum Thema geäussert.

«In einem Verdrängungswettbewerb»

Steckt die Schweizer Schuhbranche in der Krise? «Nein», meinte Spiess. «Die Branche befindet sich in einem Verdrängungswettbewerb untereinander. Es überleben nur diejenigen, die den Kunden etwas Spezielles anbieten können.» In der Schweiz würden pro Person und pro Jahr 5,4 Paar Schuhe gekauft. Weltweit seien es im Durchschnitt nur drei.

Die Besitzer des Schuhgeschäfts Botty nennen in der «Basler Zeitung» unter anderem den starken Franken, den Einkaufstourismus, die Verlagerung zu Online-Kanälen, die hohe Miete an der Gerbergasse, die wirtschaftsschädigende Verkehrspolitik und ungünstige Witterungsbedingungen als Ursachen. Aufhorchen lässt folgende Passage in dem Artikel in der «Basler Zeitung»: «Vertreiber können ihre Ware nicht direkt bei den Fabriken kaufen, sondern müssen sie bei Vertretern bestellen, die für die Schweizer rund 20 Prozent draufschlagen.»

Wir haben Oltner Ladenbetreiberinnen gefragt, ob sie der Schuh drückt:

«Wir verkaufen Ware, die es sonst nirgends gibt» Silvia Schaffhauser, Damenschuhgeschäft «Timeless» in der Kirchgasse, Schuhverkäuferin seit sechs Jahren: «Wir verkaufen exklusive Ware, die es sonst nirgends gibt. Ich gehe oft an Schuhmessen in Italien und Deutschland. Nachbestellungen sind bei uns nicht möglich. Wir verkaufen nur Lederschuhe von 120 Franken aufwärts. Unsere Kunden kaufen nicht weniger Schuhe. Ich denke, dass eher junge Frauen ihre Schuhe im Internet bestellen. Ich habe jedoch das Glück, dass bei uns nicht mehr ganz so junge Damen einkaufen, die lieber ins Geschäft kommen, um Schuhe anzuprobieren. Sie haben zum Teil auch nicht mehr die idealen Füsse mit dem Alter und finden nicht so einfach ein gutes Paar. Solche Probleme haben jüngere Frauen, denke ich, eher weniger. Das ist für mich und unser Geschäft ein Vorteil.»

«Wir verkaufen Ware, die es sonst nirgends gibt» Silvia Schaffhauser, Damenschuhgeschäft «Timeless» in der Kirchgasse, Schuhverkäuferin seit sechs Jahren: «Wir verkaufen exklusive Ware, die es sonst nirgends gibt. Ich gehe oft an Schuhmessen in Italien und Deutschland. Nachbestellungen sind bei uns nicht möglich. Wir verkaufen nur Lederschuhe von 120 Franken aufwärts. Unsere Kunden kaufen nicht weniger Schuhe. Ich denke, dass eher junge Frauen ihre Schuhe im Internet bestellen. Ich habe jedoch das Glück, dass bei uns nicht mehr ganz so junge Damen einkaufen, die lieber ins Geschäft kommen, um Schuhe anzuprobieren. Sie haben zum Teil auch nicht mehr die idealen Füsse mit dem Alter und finden nicht so einfach ein gutes Paar. Solche Probleme haben jüngere Frauen, denke ich, eher weniger. Das ist für mich und unser Geschäft ein Vorteil.»

Tijana Nikolic
«Das Wetter wird besser und ich hoffe, somit steigen auch die Verkaufszahlen» Alkan Sitki, «Los Scarpina» in der Kirchgasse, Schuhe für Damen und Herren, Geschäftsführer seit 13 Jahren: «Das Geschäft läuft seit etwa sechs Monaten nicht so gut. Es könnte am Internetverkauf liegen. Aber vielleicht liegt es auch am schlechten Wetter bis jetzt, dass die Leute noch keine Lust bekommen haben, Schuhe zu kaufen. Das Wetter wird langsam besser und ich hoffe, somit steigen auch die Verkaufszahlen.»

«Das Wetter wird besser und ich hoffe, somit steigen auch die Verkaufszahlen» Alkan Sitki, «Los Scarpina» in der Kirchgasse, Schuhe für Damen und Herren, Geschäftsführer seit 13 Jahren: «Das Geschäft läuft seit etwa sechs Monaten nicht so gut. Es könnte am Internetverkauf liegen. Aber vielleicht liegt es auch am schlechten Wetter bis jetzt, dass die Leute noch keine Lust bekommen haben, Schuhe zu kaufen. Das Wetter wird langsam besser und ich hoffe, somit steigen auch die Verkaufszahlen.»

Tijana Nikolic
«Wir können nicht klagen, das Geschäft läuft gut» Gina Meier, seit einem Jahr Lernende bei «Vögele Shoes» in der Kirchgasse: «Seit zwei Wochen verkaufen wir reduzierte Ware und es läuft sehr gut. Das ist immer so bei Aktionen. Ansonsten ist der Verkauf sehr wetterabhängig. Bei schlechtem Wetter verkaufen wir auch weniger Schuhe. Wir haben auch selber einen Internetshop, bei dem unsere Kunden sich die Ware gleich zu uns ins Geschäft liefern lassen können. Sie kommen dann zu uns, können die Schuhe probieren, und wenn sie nicht passen, kümmern wir uns darum. Die Kunden müssen die Sachen nicht selber zurückschicken. Diese Dienstleistung schätzt die Kundschaft sehr. Seit Februar befindet sich unsere zweite Filiale in Olten am alten Standpunkt des «Bata»-Geschäfts, das geschlossen wurde. Wir können nicht klagen, das Geschäft läuft gut.»

«Wir können nicht klagen, das Geschäft läuft gut» Gina Meier, seit einem Jahr Lernende bei «Vögele Shoes» in der Kirchgasse: «Seit zwei Wochen verkaufen wir reduzierte Ware und es läuft sehr gut. Das ist immer so bei Aktionen. Ansonsten ist der Verkauf sehr wetterabhängig. Bei schlechtem Wetter verkaufen wir auch weniger Schuhe. Wir haben auch selber einen Internetshop, bei dem unsere Kunden sich die Ware gleich zu uns ins Geschäft liefern lassen können. Sie kommen dann zu uns, können die Schuhe probieren, und wenn sie nicht passen, kümmern wir uns darum. Die Kunden müssen die Sachen nicht selber zurückschicken. Diese Dienstleistung schätzt die Kundschaft sehr. Seit Februar befindet sich unsere zweite Filiale in Olten am alten Standpunkt des «Bata»-Geschäfts, das geschlossen wurde. Wir können nicht klagen, das Geschäft läuft gut.»

Tijana Nikolic
«Wir haben einen Teil mit Schuhen und einen mit Kleidern» Nancy Rodriguez, «Bonehead» in der Hauptgasse, Verkäuferin seit fünf Jahren: «Wir haben in unserem Geschäft einen Teil mit Schuhen und einen mit Kleidern. Das ist besser für uns, denn so können wir die Sachen miteinander kombinieren. Ich habe nicht bemerkt, dass wir in letzter Zeit weniger verkaufen. Ausser bei einigen Marken, die im Ausland viel günstiger angeboten werden. Wir bestellen auch Produkte für unsere Kunden, verlangen aber Porto und Zollkosten dafür.»

«Wir haben einen Teil mit Schuhen und einen mit Kleidern» Nancy Rodriguez, «Bonehead» in der Hauptgasse, Verkäuferin seit fünf Jahren: «Wir haben in unserem Geschäft einen Teil mit Schuhen und einen mit Kleidern. Das ist besser für uns, denn so können wir die Sachen miteinander kombinieren. Ich habe nicht bemerkt, dass wir in letzter Zeit weniger verkaufen. Ausser bei einigen Marken, die im Ausland viel günstiger angeboten werden. Wir bestellen auch Produkte für unsere Kunden, verlangen aber Porto und Zollkosten dafür.»

Tijana Nikolic
«Es schadet nicht, Accessoires im Sortiment zu haben» Esther Wyss Hammele, seit vier Jahren bei «Head over Heels» in der Hauptgasse: «Wir verkaufen Damen- und Herrenschuhe, hauptsächlich aus Italien. Es läuft super. Wenn man Nischenprodukte, die in der Schweiz noch nicht so verbreitet sind, verkauft, dann hebt man sich ab von der Konkurrenz und man kann damit Erfolg haben. Wir haben pro Grösse jeweils nur ein bis zwei Paare, um die Exklusivität zu wahren. Unser Sortiment umfasst auch die für die Damen normalerweise nicht so gängigen Grössen 35 und 41. ‹Head over Heels› gibt es nur in Olten. Wir betreiben keinen Versandhandel via Internet, haben aber eine eigene Homepage. Zudem fotografiere unsere neuen Produkte und werbe damit auf Social-Media-Plattformen. Das macht sehr viel aus. Es ist wichtig, hochwertige Schuhe zu verkaufen, die man auch ein paar Mal zum Schuhmacher bringen kann. Es schadet auch nicht, wenn man zusätzlich Taschen und Accessoires zum Kombinieren in das Sortiment nimmt. Wir verkaufen auch viele Inland-Produkte. Beispielsweise Männertaschen aus dem Emmental, Gürtel, die in Schönenwerd produziert werden, und Foulards, die in Zürich hergestellt werden. ‹Bata› verfolgt eine andere Verkaufsstrategie als wir und ist deshalb mit unserer kleinen Boutique nur schwer vergleichbar.»

«Es schadet nicht, Accessoires im Sortiment zu haben» Esther Wyss Hammele, seit vier Jahren bei «Head over Heels» in der Hauptgasse: «Wir verkaufen Damen- und Herrenschuhe, hauptsächlich aus Italien. Es läuft super. Wenn man Nischenprodukte, die in der Schweiz noch nicht so verbreitet sind, verkauft, dann hebt man sich ab von der Konkurrenz und man kann damit Erfolg haben. Wir haben pro Grösse jeweils nur ein bis zwei Paare, um die Exklusivität zu wahren. Unser Sortiment umfasst auch die für die Damen normalerweise nicht so gängigen Grössen 35 und 41. ‹Head over Heels› gibt es nur in Olten. Wir betreiben keinen Versandhandel via Internet, haben aber eine eigene Homepage. Zudem fotografiere unsere neuen Produkte und werbe damit auf Social-Media-Plattformen. Das macht sehr viel aus. Es ist wichtig, hochwertige Schuhe zu verkaufen, die man auch ein paar Mal zum Schuhmacher bringen kann. Es schadet auch nicht, wenn man zusätzlich Taschen und Accessoires zum Kombinieren in das Sortiment nimmt. Wir verkaufen auch viele Inland-Produkte. Beispielsweise Männertaschen aus dem Emmental, Gürtel, die in Schönenwerd produziert werden, und Foulards, die in Zürich hergestellt werden. ‹Bata› verfolgt eine andere Verkaufsstrategie als wir und ist deshalb mit unserer kleinen Boutique nur schwer vergleichbar.»

Tijana Nikolic

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