Olten

Gula – seine liebste Hauptsünde

Hanspeter Betschart mit seiner aktuellen Sammlung von Fasnachtspredigten mit Bildern von Gregor Müller, koloriert von Käthy M. Wollschlegel.

Hanspeter Betschart mit seiner aktuellen Sammlung von Fasnachtspredigten mit Bildern von Gregor Müller, koloriert von Käthy M. Wollschlegel.

Kapuziner Hanspeter Betschart, Pfarrer zu St. Martin, veröffentlicht seine letzten sechs Fasnachtspredigten. Der Verkaufserlös fliesst einem Sozialprojekt im Libanon zu.

«Die sechs Letzten sinds», sagt Pfarrer Hanspeter Betschart über den Inhalt seines aktuellsten Büchleins «Wehe euch ihr Heuchler!». Die Letzten wovon? Die letzten sechs der Fasnachtspredigten, die er jeweils an den Gottesdiensten des Fasnachtswochenendes in St. Martin hält. In Versform wohlverstanden. Ihrer 168 Verse sinds jeweils, wie der Pfarrer verrät. Hinter der Zahl steckt kein Geheimnis, eher Pragmatismus. «Das ergibt eine Predigt von rund acht bis zehn Minuten Länge», verrät er lachend. Voilà, so geht das.

Knittelverse zur Fasnacht

Knittelverspredigten zur Fasnacht gehören schon seit vielen Jahren zu Betscharts Repertoire. Die Erste des aktuellen Büchleins, für 5 Franken ab kommendem Wochenende in der Martinskirche und im hiesigen Buchhandel erhältlich, nimmt sich der sieben Hauptsünden an und beschreibt darum des Menschen Fehlbarkeiten so trefflich. Und wie stehts mit der Hauptsünde Betscharts? Er lächelt. «Gula», sagt er dann. «Zu deutsch: Völlerei. Dann legt er den Kopf ein bisschen schief und meint: «Ja, mit zunehmendem Alter ist das verständlich.» Er schmunzelt. Die Reaktionen auf die Predigten jedenfalls seien immer positiv, weiss der Pfarrer. «Es sei schön gewesen, sagen die Leute dann.»

Karitativer Hintergrund

Jeweils im Sommer schreibt Betschart seine Fasnachtspredigten. In den Ferien halt, «wenn ich Zeit habe» – wie er sagt. Und alles für einen guten Zweck. Die via Büchlein erwirtschafteten Fünfliber gehen vollumfänglich an ein Sozialzentrum für geistig behinderte Jugendliche und Erwachsene im Libanon. An die 30 000 Franken jährlich bringen Betschart und Co. für die Institution in Taalabaya jeweils mit verschiedensten Aktionen zusammen. Eine stolze Summe.

Auch wenn Betschart die Stadt im September verlässt und Guardian des Kapuzinerklosters in Luzern wird. «Wehe euch ihr Heuchler!» ist nicht sein letztes Werk sur Place: Anfang August erscheint im hiesigen Knapp Verlag das Werk «Domspatzen und Säulenheilige». Ein bunter Flickenteppich wird das Büchlein mit Erinnerungen aus dem Leben eines Kapuziners, der Alte Sprachen lehrt und als Pfarrer wirkt. Betschart lacht verheissungsvoll.

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