Wangen bei Olten
Grundsatzentscheid gefällt: Ab 2030 müssen alle gemeindeeigenen Liegenschaften erneuerbar beheizt werden

Die Stimmberechtigten in Wangen bei Olten haben das neue Energiereglement trotz scharfer Kritik der SVP abgesegnet.

Fabian Muster
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Gemeindekanzlei Wangen bei Olten

Gemeindekanzlei Wangen bei Olten

Bruno Kissling

Die Gemeindeversammlung hat am Montagabend gemäss Gemeindepräsidentin Daria Hof «einen Grundsatzentscheid» gefällt und sich für die erneuerbaren Energien entschieden: Die 56 Stimmberechtigten haben je mit klarem Mehr die Energiestrategie zur Kenntnis genommen und das neue Energiereglement verabschiedet. Damit soll die Gemeinde künftig die Ressourcen stärker aus erneuerbarer Energie beziehen und energieeffizienter einsetzen, um die Umweltbelastung zu senken. Ab 2030 dürfen zudem die gemeindeeigenen Liegenschaften nicht mehr mit fossiler Energie beheizt werden.

Urs Elber, Vorsitzender der Arbeitsgruppe, welche die Strategie und das Reglement ausgearbeitet hat, sprach eingangs von einer «pragmatischen Umsetzung» der im Jahr 2017 vom Volk abgesegneten Energiestrategie 2050. Es gebe «nichts Pionier- oder Pilotcharaktermässiges» daran, sondern die beiden Papiere stellen den Vollzug dar von dem, was man heute sowieso mache. Aber die SVP war mit Teilen davon trotzdem nicht einverstanden: Ersatzgemeinderat und Finanzkommissionsmitglied Christian Waldmeier kritisierte in mehreren Voten, dass keine Zusammenstellung existiere, welche Folgekosten der Entscheid für die Gemeinde habe und verwies etwa darauf, dass die kantonale Umsetzung der Energiestrategie im Jahr 2018 in Wangen mit 67 Prozent Nein-Stimmen abgelehnt wurde.

Gemeindepräsidentin Hof erwiderte, dass der Finanzplan mit den Investitionen für die nächsten Jahre auch der Finanzkommission bekannt gewesen sei und bei anderen Investitionen einfach die Kosten noch nicht klar seien. Und Elber erklärte, dass die Anfangsinvestitionen zwar höher, aber die Gesamtkosten insgesamt wegen tieferer Energie- und Betriebskosten dann zumindest gleich oder sogar tiefer im Vergleich zu fossilen Geräten seien.

Das Budget 2021 mit einem Aufwand von 23 Millionen Franken und einem Defizit von 380'000 Franken genehmigte der Souverän dann ebenso wie diverse Sanierungen von Strassen und Kanalisationen in Höhe von insgesamt knapp 1,3 Millionen. Auch die neue Heizung im Schulhaus Kleinwangen für 583'000 Franken – eine Wärmepumpe, die aus Grundwasser gespiesen wird – und der Umbau des Südtrakts im Schulhaus Hinterbüel für 270'000 Franken verabschiedete die Versammlung diskussionslos.

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