Olten
Grosszügige Spenderin ermöglicht Kauf der Kinderkrippe Sonnhalde

Aus dem Nachlass einer verstorbenen Oltnerin erhielt der Verein Kinderkrippe Olten fast 100'000 Franken. Dank dieser grosszügigen Spende konnte die Liegenschaft an der Sonnhaldstrasse gekauft werden, in der die Kinderkrippe Sonnhalde untergebracht ist.

Isabel Hempen
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Das Gebäude Kinderkrippe Sonnhalde geht in den Besitz des Vereins Kinderkrippe Olten über.

Das Gebäude Kinderkrippe Sonnhalde geht in den Besitz des Vereins Kinderkrippe Olten über.

Bruno Kissling

Das geschieht nicht alle Tage: Nahezu 100'000 Franken erhielt die Kinderkrippe Olten vergangenes Jahr aus dem Nachlass einer verstorbenen Oltnerin. Das Legat konnte genutzt werden, um die Liegenschaft an der Sonnhaldenstrasse 44, in der eine der beiden Kitas des Vereins untergebracht ist, von der Stadt Olten zu erwerben. Wie Präsident Franco Giori an der 55. Generalversammlung der Kinderkrippe Olten mitteilte, sei der Kaufvertrag unterzeichnet, das Gebäude gehe nun per 30. April in den Besitz der Kinderkrippe über.

In der Kita Sonnhalde wurde das über 30-jährige Mobiliar ersetzt, während die Krippe Hagmatt von Sanierungsarbeiten profitierte, die von der Vermieterin übernommen wurden. Wände, Türen und Fenster liess die Kinderkrippe dort auf eigene Kosten malen. «Nach dreijähriger Schwangerschaft» konnte zudem, so Giori, im Sommer ein hochwertiger, auf drei Seiten verglaster Wintergarten in Betrieb genommen werden. Er soll unter anderem als Unterstand für Kinderwagen dienen.

Für seine 19-jährige Tätigkeit als Vereinspräsident erhielt Franco Giori kräftigen Applaus. Er wurde auf ein weiteres Jahr gewählt.

Gibt es längere Öffnungszeiten?

Ein wichtiger Stellenwert kommt in Gioris Bericht der auf 1. Januar 2016 erfolgten Einführung von Betreuungsgutscheinen und neuen Betreuungstarifen zu. Gemäss Beschluss des Oltner Gemeindeparlaments werden künftig anstelle der Kinderkrippen die Eltern der Kinder direkt unterstützt. Er sei überrascht gewesen, wie ruhig die Tarifanpassung verlaufen sei, so Giori. Im Vorfeld war von einer Tariferhöhung die Rede gewesen, um die Stadt zu entlasten.

Tatsächlich würden nun aber mindestens die Hälfte der Eltern weniger zahlen als zuvor. «Ich wünsche mir nicht so schnell wieder eine solche Zeit», äusserte der Präsident allerdings seine Unzufriedenheit darüber, wie die Stadt als Leistungsnehmerin mit dem Verein umgegangen sei. «Wir waren immer für die Einführung der Betreuungsgutscheine. Das Problem war jedoch, wie diese vonstatten ging.» Die Stadt habe zu wenig transparent kommuniziert, und die Einführung habe lange Zeit gedauert und viel Ausdauer vonseiten der Kinderkrippe erfordert.
Eine weitere Veränderung ergab sich im Vorstand.

So wurde erstmals eine für das Personalwesen zuständige Mitarbeiterin eingestellt. Dieser Posten war vorher ehrenamtlich von einem Vorstandsmitglied erfüllt worden. Mit der neuen Stelle und aufgrund von Lohnerhöhungen stiegen die Personalkosten letztes Jahr um rund 30 000 Franken. Auch 2015 wurden die Belegungszielvorgaben erreicht. Die Auslastung erreichte für beide Krippen zusammen 105 Prozent. Zur guten durchschnittlichen Auslastung führten wie schon zuvor die Reservationen der Fachhochschule Nordwestschweiz. Der Umsatzertrag belief sich auf rund eine Million, der Gewinn auf 6212 Franken, womit die Kinderkrippe schwarze Zahlen schrieb.

Erst angedacht hat der Verein längere Öffnungszeiten. Einzelne Eltern wünschten dies wegen langer Arbeitszeiten. Allerdings habe ein Testlauf vor einigen Jahren nur wenig Zuspruch gefunden. Giori schwebt eine minimale Verlängerung der Öffnungszeiten im Minutenbereich vor, da die Krippe für Eltern zwar attraktiv, für die Mitarbeiter aber tragbar bleiben solle. Der Vorstand will diese Idee gemeinsam mit den Krippenleiterinnen prüfen.