Die Chilbi 2017 schien kurz vor Ende zum vollen Erfolg für den Sportverein Olten zu werden. Bereits am Montagabend um 19.00 Uhr konnte man alle Preise den glücklichen Gewinnern übergeben – Rekord für den seit vielen Jahren vom Oltner Traditionsverein geführten Tombolastand. «Der Tag war gut gelaufen», sagt Vereinspräsident Luis Geiser. 

Die freiwilligen Helfer durften frühzeitig nach Hause, das Zelt wurde abgebaut und die Kasse mit rund 10'000 Franken wurde im gemieteten Lieferwagen versteckt verschlossen. Gut zwei Stunden später, kurz nach 21.15 Uhr, folgte der grosse Schock: Die Vereinverantwortlichen mussten feststellen, dass ihnen aus dem Lieferwagen, direkt hinter dem Stand auf der Verbindungsstrasse Leberngasse - Hausmattrain platziert, praktisch die ganzen Tageseinnahmen gestohlen worden waren. Quasi vor der eigenen Haustür also.

Tathergang noch unklar

«Man geht von einer unbekannten Täterschaft aus, welche professionell, kaltblütig und gut organisiert vorgegangen ist», schreibt der Sportverein in einer Mitteilung. Vereinspräsident Geiser erklärt: «Wir vermuten, dass die Täterschaft beobachten konnte, wie das Geld im Wagen deponiert wurde». Überraschenderweise konnten die Mitglieder des SVO am Wagen selbst keine Einbruchspuren feststellen. «Uns ist nichts aufgefallen», sagt Geiser.

Krisenstab einberufen

Dass man künftig die Chilbi-Tageseinnahmen beim SVO anders verwahren will, ist das eine. Das andere ist, dass mit dem Ausfall dieser gestohlenen Gelder der «sportliche Betrieb» des SVO gefährdet ist, wie Geiser sagt. Ein vom Vorstand einberufener Krisenstab prüfe nun diverse Möglichkeiten, wie dieser Verlust in der Vereinkasse kompensiert werden könne. Man denkt dabei an einen Sponsorenlauf, eine Spendengala. «Entschieden darüber ist noch nichts», erklärt Geiser. Der Ertrag aus dem jährlichen Einsatz an der Chilbi aber sei die mit Abstand grösste Einnahmequelle des Vereins. Und den Schaden zu begleichen hat sich jedenfalls keine Versicherung bereit erklärt.

Der SVO hat bei der Kantonspolizei eine Anzeige gegen unbekannt eingereicht.

Am Solothurner Chästag 2014 kam sogar noch ein grösserer Beitrag weg. 20'000 bis 30'000 Franken Tageseinnahmen wurden am Abend des Anlasses entwendet. Das Geld verschwand damals aus der Wohnung des Kassenchefs – und kam nie mehr zum Vorschein. (ldu/hub)