Olten
Gibts bald eine Migros an Stelle des Kunstmuseums?

Nach dem Volks-Ja zum Haus der Museen gehts mit der Testplanung los zur 2. Etappe. Das Kunstmuseum soll vom bisherigen Standort in die Räumlichkeiten des Naturmuseums verlegt werden. Die Migros bekundete Interesse am freiwerdenden Gebäude des Kunstmuseums.

Fabian Muster
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Demnächst will die Stadt die Testplanung für die zweite Etappe zur Museumsplanung in Angriff nehmen. Dabei gehts um die drei Liegenschaften an der Kirchgasse 4, 8 und 10 (in der Bildmitte): Ex-Vögele-Shoes-Haus, Kunstmuseum und Naturmuseum (von vorne nach hinten).

Demnächst will die Stadt die Testplanung für die zweite Etappe zur Museumsplanung in Angriff nehmen. Dabei gehts um die drei Liegenschaften an der Kirchgasse 4, 8 und 10 (in der Bildmitte): Ex-Vögele-Shoes-Haus, Kunstmuseum und Naturmuseum (von vorne nach hinten).

Bruno Kissling

Nachdem die Oltner am Sonntag zum Haus der Museen deutlich Ja gesagt haben, ist die erste Etappe der Museumsplanung unter Dach und Fach. Nun kann die Stadt die zweite Etappe zur Museumsplanung in Angriff nehmen.

Da soll es bekanntlich zum Umzug des Kunstmuseums vom bisherigen Standort an der Kirchgasse 8 in die Räumlichkeiten des bisherigen Naturmuseums an der Kirchgasse 10 kommen, dies ergänzt mit einem allfälligen Anbau. Bereits zugesichert sind dafür private Gelder. Auch der kantonale Lotteriefonds soll erneut um Unterstützung angegangen werden.

Der bisherige Standort des Kunstmuseums an der Kirchgasse 8 wird so frei für eine neue Nutzung im Bereich Detailhandel. Im Gespräch ist die Stadt laut Stadtschreiber Markus Dietler schon seit längerem mit mehreren Interessenten, unter anderem auch mit der Migros, wie die Kulturzeitschrift «Kolt» in seiner Ausgabe vom April schrieb und Dietler so bestätigen kann.

Doch bevor es soweit ist, hat die Stadt mit den verschiedenen Beteiligten eine Testplanung angekündigt. Dabei sollen die verschiedenen Player ihre Wünsche einbringen, was später einmal in einem Gestaltungsplan münden soll. «Es gilt ein mögliches Projekt bereits von Beginn an breit abzustützen», sagt Stadtschreiber Dietler zum Vorgehen.

Denkmalpflege redet ein Wort mit

Betroffen sein wird auch die kantonale Denkmalpflege, weil das bisherige Gebäude an der Kirchgasse 10 unter kantonalem Einzelschutz steht und auch der Ensemble-Schutz der gesamten Häuserreihe eine Rolle spielt. Die Denkmalpflege wird zum Beispiel bei einer Renovation sagen, wie hoch die Gebäude sein dürfen.

Mit dabei sind auch private Eigentümer, unter anderem der Besitzer des Gebäudes an der Kirchgasse 4, dem Ex-Vögele-Shoes-Haus. Laut der «Kolt»-Ausgabe vom April 2016 will der Aarauer das marode Gebäude sanieren und weiter vermieten. Es gäbe mehrere Interessenten, welche den stolzen Mietpreis von monatlich 16 770 Franken zu zahlen bereit wären. Auf Anfrage hat der Immobilienbeauftragte der Livo AG, Markus Pfefferli, gestern keine Stellung dazu bezogen.

Erste Sitzung vor den Sommerferien

Demnächst soll auch der Oltner Stadtrat definitiv bestimmen, wie seine Vorstellungen aussehen für eine allfällige Planung an der Kirchgasse. Noch vor den Sommerferien will Stadtpräsident Martin Wey eine erste Sitzung mit allen Beteiligten anberaumen, um erste Einschätzungen und Rückmeldungen zu haben. «Wir müssen den Steilpass nach dem Volks-Ja für die Innenstadtentwicklung nun nutzen, um möglichst bald eine gemeinsame Strategie präsentieren zu können», sagt der Stadtpräsident. Da wird zum Beispiel auch zu klären sein, wie der Munzingerplatz künftig genutzt werden soll.

Der Zeitplan ist auch für die zweite Etappe ehrgeizig: Nächstes Jahr soll es voraussichtlich einen Architekturwettbewerb geben, 2018 soll der Projektkredit für die zweite Etappe dem Gemeindeparlament vorgelegt werden. Die Renovation und Erweiterung des neuen Kunstmuseum-Standorts könnte dann bis 2020 erfolgen.