Olten

Gewerbler sehen Sälipark 2020 als Chance

Sie stehen ein für den Sälipark 2020 (von links): Sälipark-Geschäftsführer Mike Cipolletta von Trotter Optik, Mode-Bernheim-Inhaber Alain Bernheim, Trotter-Optik-Geschäftsleiter Marco Trotter und Santé-Sälipark-Inhaber Roland Rudolf von Rohr.

Sie stehen ein für den Sälipark 2020 (von links): Sälipark-Geschäftsführer Mike Cipolletta von Trotter Optik, Mode-Bernheim-Inhaber Alain Bernheim, Trotter-Optik-Geschäftsleiter Marco Trotter und Santé-Sälipark-Inhaber Roland Rudolf von Rohr.

Ob der Verkehr oder die Stadt als Einkaufsort – das sagen Sälipark-Gewerbler zum Ausbau des Einkaufszentrums.

Viele Stimmen haben sich zum neuen Sälipark 2020 schon zu Wort gemeldet: die Bauherrn natürlich, die Stadt, verschiedene Parteien und Organisationen oder die Anwohner. Die Gewerbler hingegen, die im bisherigen Sälipark geschäften und ihr Geld verdienen müssen, haben sich bisher etwas zurückgehalten. Bis jetzt. Sie finden es schade, dass der geplante Sälipark 2020 in ihren Augen vor allem durch den Mehrverkehr und die Zufahrtswege negativ in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Daher sitzen sie an diesem Freitagmorgen im Restaurant Pure und sagen, wie sie den Sälipark 2020 aus ihrer Perspektive sehen: Roland Rudolf von Rohr von der Drogerie und Apotheke Santé Sälipark, Alain Bernheim vom gleichnamigen Modegeschäft sowie Marco Trotter vom Brillengeschäft Trotter Optik und sein Sälipark-Geschäftsführer Mike Cipolletta.

Der neue Sälipark ist für Rudolf von Rohr vor allem ein Schritt in die Zukunft, um gegen das Online-Shopping und den Einkaufstourismus mit ansprechender Architektur und dem Einkaufserlebnis eine Antwort geben zu können. «Als mir Investor Thomas Jung die verschiedenen Ideen vorgestellt hat, sind mir die teilweise auch etwas fremd vorgekommen», sagt er. Doch wenn das nötig sei, um künftig als Einkaufszentrum überleben zu können, so sei es das Richtige. Er erwähnt dabei etwa die Popup-Läden, die nur für einige Monate bestehen sollen. «Wenn wir uns nicht ändern, verlieren wir», sagt Rudolf von Rohr mit Bestimmtheit und seine Kollegen nicken ihm zu.

Modegeschäfts-Inhaber Bernheim sieht den Sälipark 2020 ebenfalls als grosse Chance an, um im Konkurrenzkampf gegen regionale Einkaufszentren auf der grünen Wiese nicht ins Hintertreffen zu geraten. «Wir müssen uns sputen, dass wir in Olten ein regionales Zentrum bleiben.» Man sei im Sälipark ganz klar auch auf Kunden ausserhalb der Stadt angewiesen.

Hier hackt Trotter-Sälipark-Geschäftsführer Cipolletta ein. In den letzten Jahrzehnten hätte Olten als Einkaufsort an Attraktivität verloren. Man müsse die Kunden wieder dafür gewinnen, dass sie in die Stadt einkaufen kommen. «Ein Lostorfer etwa soll nicht nach Aarau gehen, sondern in den Sälipark kommen.» Ihm gefalle die Vision von Investor Jung, die auch neue Laden-Modelle beinhalte. «Wir müssen jetzt Investor Jung eine Möglichkeit geben, um zum Wachstum Oltens beizutragen, sonst verpasst die Stadt wieder eine Chance, um mit anderen Städten mitzuhalten.»

Marco Trotter glaubt daran, dass der neue Sälipark den Standort Olten insgesamt stärkt. «Die Stadt ist zu klein, um sie in zwei Seiten aufzuteilen», sagt der Geschäftsleiter auf die Trennung durch die Aare angesprochen.

Die Verbindung mit dem Auto zwischen den beiden Stadtseiten ist in den Augen der Gewerbler seit der Eröffnung der Umfahrung ERO sehr gut. Es gäbe viele Kunden, die zuerst in den Sälipark einkaufen kämen und die man später drüben in der Stadt antreffe, sagt Rudolf von Rohr. Von einer einseitigen Erschliessung nur über die Sälistrasse, wie dies einige Anwohner fordern, halten alle Gewerbler nichts. Das würde den Sälipark als Einkaufszentrum klar schwächen, sind sie überzeugt. Zudem sei es auch ein «ökologischer Blödsinn», so Rudolf von Rohr, wenn damit etwa Niederämter Kunden – statt direkt über die Aarauer- und Bifangstrasse – Umwege über Postplatz und Sälikreisel machen müssten. «Die heutige Zufahrts-Situation ist opfersymmetrisch die beste.»

Nur bei einer Frage geben sich die Gewerbler etwas zurückhaltend: Wie gut läuft das Geschäft? Bernheim und Trotter haben Läden in der Innenstadt und im Einkaufszentrum. «Im Sälipark gibts relativ grosse Schwankungen, während der Umsatz in der Altstadt-Filiale ziemlich stabil ist», lässt sich Trotter entlocken. Bernheim gibt sich bedeckt und sagt nur, dass man bei allen Läden «im Branchenschnitt» liege, aber nicht ganz dort sei, wo man möchte. Richtig zufrieden zeigt sich nur der diplomierte Drogist Rudolf von Rohr mit seinem Geschäft im Sälipark: Man liege vier Prozent über dem Vorjahresumsatz. Die Tendenz sei seit Jahren immer leicht steigend.

Nur in einem Punkt sind die Gewerbler nicht ganz glücklich mit dem 100-Millionen-Projekt. Weil es nur noch ganz wenige Parkplätze für die Sälipark-Angestellten geben wird, werden die meisten gezwungen, mit dem öV oder dem Velo zur Arbeit zu kommen. In Zürich an der Bahnhofstrasse sei es auch nicht anders, wirft Rudolf von Rohr ein. Schliesslich sei es wichtiger, genügend Parkplätze für Kunden zur Verfügung zu haben – und nicht für Mitarbeiter.

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