Corona-Virus
Gewerbe unter Corona-Fieber: Wie sich der Ausnahmezustand auf Oltner Unternehmen auswirkt

Vor allem die Hotel- und Gastrobranche bekommen die Auswirkungen der sanitären Krise zu spüren. Aber auch die Schmuckindustrie ist getroffen.

Jocelyn Daloz
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Darko Bosnjak, Gastgeber beim Hotel Olten und Co-Präsident des Gewerbeverbandes im leeren Esssaal.

Darko Bosnjak, Gastgeber beim Hotel Olten und Co-Präsident des Gewerbeverbandes im leeren Esssaal.

Bruno Kissling

Leere Seminarräume, das Telefon, das praktisch nur noch klingelt, um Anlässe abzusagen: Die Auswirkungen des Corona-Virus bekommt das Hotel Olten zu spüren. «Wir bemerken momentan schon grössere Einbussen» bestätigt Gastgeber Darko Bosnjak.

Nächsten Mittwoch waren eigentlich 250 bis 300 Gäste für das Mittagessen eingeplant. Nun sind es nur noch 40. Vor allem würden grosse Anlässe wie Vereinsgeneralversammlungen abgesagt, auch von Stammkunden, die jährlich immer wieder kommen.

Die Unsicherheit der Hotelinhaber

Ähnlich sieht es beim Restaurant Aarhof aus, bei dem im Bankettbereich und bei den Caterings praktisch jeder Anlass abgesagt wird, wie dessen Geschäftsführer Thomas Rhiner mitteilt. Er würde aber immer noch zahlreiche Restaurantgäste empfangen. Indes bestätigt aber Stefan Ulrich von der Region Olten Tourismus, dass unter Hotelinhabern eine gewisse Unsicherheit herrsche. «Sie erhalten viele Stornierungen und kaum Neubuchungen», sagt der Geschäftsführer.

Abwesende Kundschaft aus China

Gemäss Bosnjak, der auch Co-Präsident des Gewerbeverbandes ist, leidet die Schmuck-, Uhren- und Modebranche ebenfalls unter dem Corona-Virus. Denn viele Gäste aus China, die wegen dem Austausch mit der Fachhochschule Nordwestschweiz und deren Kompetenzzentrum «China» nach Olten kommen, blieben dieses Jahr im Reich der Mitte. Entsprechend würden die Uhrenladen, dessen Produkte von chinesischen und Besuchern sehr geschätzt werden, Umsatz einbüssen.

Arbeiten unter speziellen Massnahme

Für viele Firmen im Raum Olten hat der Virus keinen direkten Einfluss auf den Umsatz, jedoch beeinflussen die Vorsichtsmassnahmen den Arbeitsalltag. Der Seilbahnhersteller CWA zum Beispiel hat Reisetätigkeiten auf ein Minimum reduziert, viele Besprechungen finden per Skype statt. Firmeninterne Veranstaltungen ab 20 Personen wurden verschoben oder abgesagt.

Home-Office und leere Bürogänge

Die SBB-Medienstelle erklärt ihrerseits, dass Home Office auch unabhängig vom Corona-Virus im Unternehmen unterstützt werde und dass es sich besonders jetzt empfiehlt, von zu Hause aus zu arbeiten. Bei der Swisscom wird eine «Split-Operation» umgesetzt, bei der sich Mitarbeitende beim Home-Office abwechseln, sodass nicht alle gleichzeitig im Büro sind.

Im «Chübel» und bei der Apotheke Sälipark läufts

Die Krise trifft nicht alle gleich. Roger Lang erfreut sich einer treuen Kundschaft, sowohl im «Rathskeller» als auch im «Kreuz». Lediglich eine Hotelreservation wurde im «Kreuz» abgesagt. Bei Youcinema heisst es ebenfalls, dass keine Einbusse bemerkbar seien. «Die meisten Kinosäle haben weniger als 150 Plätze. Und selbst beim einzigen Saal, das 220 Sitze hat, kommen nie mehr als 50 Personen», sagt Inhaber Konrad Schibli. Dank der Massnahme, dass jeweils einen Sitz zwischen Kinogäste leer bleibt, macht er sich keine Sorgen.

Die Apotheke Sälipark hat mit einem grossen personellen Aufwand ihren Vorrat an Hand-Desinfektionsmittel anhand einer selbst produzierten Mischung erhalten können. «In den kommenden Wochen werden wir die Nachfrage voraussichtlich decken können», sagt Inhaber Roland Rudolf von Rohr.

Vielleicht hat die Krise auch was Gutes an sich

Sowohl Stefan Ulrich von der Region Olten Tourismus wie auch Bosnjak hoffen, dass die Krise bald vorüberzieht und wollen auch eine positive Botschaft verbreiten: Viele touristischen Angebote blieben unbetroffen, wie der Schriftstellerweg, Museen oder Restaurants. Bosnjak glaubt zudem, dass sich die Krise im Sommer positiv auf den Inlandstourismus auswirken könnte, falls sich die Schweizer dazu entscheiden, zu Hause zu bleiben als zu verreisen.

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