Olten
Gesundschrumpfen als Kur und so in die Gewinnzone kommen

88. ordentliche Generalversammlung der Dietschi AG im Stadttheater folgte sämtlichen Anträgen des Verwaltungsrates und hiess auch eine Dividendenausschüttung gut.

Urs Huber
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Der Verwaltungsrat bestätigt für die kommenden drei Jahre: von links Kurt Baumgartner, Theodor Gut, Peter Wanner, Thomas Müller (CEO), Rudolf Steiner, Roland Moll und Reinhold Dörfliger jun.

Der Verwaltungsrat bestätigt für die kommenden drei Jahre: von links Kurt Baumgartner, Theodor Gut, Peter Wanner, Thomas Müller (CEO), Rudolf Steiner, Roland Moll und Reinhold Dörfliger jun.

Bruno Kissling

67 Prozent des Aktienkapitals der Dietschi AG waren an der 88. ordentlichen Generalversammlung der Dietschi Druck und Medien Olten vertreten und segneten innert knapp 40 Minuten sämtliche Anträge des Verwaltungsrates ohne Gegenstimme und Wortmeldung ab. Mit einer Ausnahme: Aus dem Aktionariat kam – unter Traktandum drei – eine Wortmeldung im wahrsten Sinn des Wortes: Ein lauter «Bravo»-Ruf nämlich ging dem Beschluss über die Dividendenausschüttung von 25 Franken pro Aktie (insgesamt 100 000 Franken) voraus.

Jahresbericht und Jahresrechnung, vorgestellt von Verwaltungsratspräsident Rudolf Steiner und Geschäftsführer Thomas Müller, wurden in doch zuversichtlichem Lichte beleuchtet, auch wenn Steiner in diesem Zusammenhang von «schmerzlichen Entscheiden» sprach. Die Dietschi AG trennt sich per 1. September 2013 bekannterweise vom Akzidenzdruck, welcher von Müller in einem Management-Buy-out übernommen wird, und sie hat die Mitarbeitenden des Zeitungsdrucks per 1. Mai in den Mitarbeiterpool der Mittelland Zeitungsdruck AG integriert. «Die Schritte waren wichtig und richtig», so Steiner. Zum einen würden so 30 Arbeitsplätze erhalten, zum andern bedeute die gewonnene Flexibilität im Zeitungsdruck für alle beteiligten Druckereien (Olten, Aarau und Subingen) eine Win-win-Situation.

Die Redaktion des Oltner Tagblatts (OT) bleibe am bisherigen Standort. Und schliesslich: Mit der Konzentration aufs Kerngeschäft, der Herausgabe der Titel «Oltner Tagblatt», «Schweiz am Sonntag OT» und «Oberbaselbieter Zeitung» (ObZ) sei der Prozess einer Gesundschrumpfung eingeleitet, der die Dietschi AG wieder in die Gewinnzone führe, so der Verwaltungsratspräsident weiter.

Unterschiedlich präsentierten sich die Eckwerte des Geschäftsjahres 2012. Weitgehend gehalten operierte das OT; zwar mit etwas geringeren Inserateerträgen (4,67 Mio. Franken/Vorjahr: 5,0 Mio. Franken), aber einem stabilen Abo-Ertrag (5,32 Mio.). Leicht gesteigert werden konnten die Inserateerträge dagegen bei der ObZ (+ 2 Prozent). Abermals mit rückläufigen Erträgen wartete der Bereich Akzidenzdruck (–12 Prozent) auf. Verringert werden konnte durch Strukturanpassungen der Personalaufwand (–8 Prozent).

Der Ausblick auf die vier ersten Monate des laufenden Geschäftsjahres bestätigte denn auch weitgehend die Werte des Jahres 2012. Erfreulich gesteigerte Inserateerträge um 11 Prozent («Das hat mit den Wahlen zu tun», so Müller) und weiterhin stabile Werte bei den Abo-Zahlen kann das OT auf sich vereinigen, ebenfalls leicht zulegen konnte die ObZ bei den Inseraten. Dagegen lassen die Zahlen im Akzidenzbereich erneut auf geringere Erträge schliessen.

Insgesamt blieb der Betriebsertrag der Dietschi AG mit knapp 20 Mio. Franken um 5 Prozent hinter dem Vorjahresergebnis zurück; dennoch resultierte ein Jahresgewinn von knapp 110 000 Franken. Positiv beeinflusst wurde dieser durch eine ausserordentliche Dividendenausschüttung der Radio 32 AG über rund 550 000 Franken.

Obwohl Ende 2012 noch ein Bilanzverlust über 176 000 Franken ausgewiesen werden musste, beantragte der Verwaltungsrat eine Dividendenausschützung in Höhe von 100 000 Franken. Nicht als Zeichen von Übermut, wie Steiner betonte, sondern als Zeichen des Dankes ans Aktionariat, welches der Dietschi AG stets in Treue verbunden geblieben sei. Dies unter nicht unbedingt erfreulichen Vorzeichen: In den vergangenen sieben Jahren war nie mehr eine Dividende ausbezahlt worden.

Einstimmig gewählt wurde auch der Verwaltungsrat auf die Dauer von drei Jahren. Zur Rolle von Verleger Peter Wanner (AZ Medien) als dessen Mitglied meinte Steiner, dieser dominiere das Gremium keinesfalls; er, Wanner, hätte – im Fall der Fälle – stets mit der geschlossenen Haltung der andern VR-Mitglieder im Interesse der Dietschi AG zu rechnen. «Das aber geht auch nur, wenn Sie der Dietschi AG die Treue halten», so Steiner ans Aktionariat gewandt.

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