An der diesjährigen Gesamtlehrerkonferenz in der Schützi wurde Ueli Kleiner als Direktionsleiter Bildung und Sport verabschiedet.Wie sein Vorgänger Roland Giger lässt sich auch Ueli Kleiner Ende November nach zehn Jahren als Gesamtschulleiter der Schule Olten pensionieren. Bereits der Rückblick von Iris Schelbert auf ihre 14 Monate als Bildungsdirektorin zeigte, welch umfangreiche Traktandenliste Ueli Kleiner absolviert hat.

Die Stadträtin sprach von einem sehr fruchtbaren Jahr und erwähnte die Neuinstallation der Jugendarbeit, die Weiterentwicklung der Tagesstrukturen, den Deutsch-Unterricht in Spielgruppen, die Entscheide für ein neues Primarschulhaus, die Anschaffung neuer Geräte für die informatische Bildung und die Absegnung des gewünschten Pensenantrags 2019/20 an das Volksschulamt.

Ueli Kleiner weitete in seiner Schlussansprache vor der Lehrerschaft den Blick auf die grossen und auch umstrittenen Reformvorhaben seiner Amtszeit, die neuen Strukturen der geleiteten Schule, die Sek-I-Reform mit der Zusammenführung der Oberstufe am Frohheim und die Einführung der integrativen Schule.

Die grosse Zufriedenheit der Lehrpersonen an der externen Evaluation 2017 unterstreiche, dass die Zusammenarbeit mit der Basis trotz gewisser Turbulenzen gut gelungen sei. Mehr zu schaffen habe ihm die raue Gangart in der Politik gemacht.

Integration als Herzenssache

Die spezielle Förderung sei «eine grosse Kiste» gewesen, würdigte Beatrice Frey im Namen der Schulleiterkonferenz die Verdienste Kleiners. Denn mit ihr sei ein Paradigmenwechsel hin zu einer Schule, die sich zuerst an den Bedürfnissen der Kinder orientiere, verbunden. «Der Abschluss meiner Berufslaufbahn wühlt mich seit einiger Zeit auf», machte Kleiner deutlich, dass sein von allen Seiten gelobtes Engagement nicht bloss Pflichterfüllung, sondern auch eine Herzenssache gewesen war. Er fühle sich mit den Menschen der städtischen Schulen sehr verbunden, sagte Kleiner, der den Bettel denn auch nicht sofort hinschmeissen will.

Bis Ende November läuft die Übergangsphase mit seinem Nachfolger. Noch gilt es den Budgetprozess im Parlament zu bestehen, wobei gemäss Iris Schelbert schon bisher jeder Franken dreimal umgedreht wurde. Der neue Gesamtschulleiter, der 47-jährige Thomas Küng hat noch einen halben Monat Zeit, um sich in den Schulhäusern von den Menschen und Strukturen ein erstes Bild zu machen. Dass Schule, Verwaltung und Politik drei verschiedene Ebenen sind, hat der dreifache Familienvater aus Nebikon LU bereits festgestellt. Der frühere Maschinenmechaniker, Primar- und Sekundarlehrer sowie Schulleiter versprach den Lehrkräften, die Schule vielfältig und dynamisch weiterzuführen.

Schul- und familienergänzende Betreuungsangebote verbinden als ein Element des bisherigen Berufsalltags den alten und neuen Gesamtschulleiter. Und sie waren zentrales Thema von Martin Hafen in seinem Referat zur Bedeutung des Vorschulbereichs für den Bildungserfolg von Kindern und Jugendlichen. Der Präventionsfachmann der Hochschule Luzern plädierte für eine verstärkte, jedoch nicht verschulte Förderung bis zum 5. Altersjahr.

Als reiches Land habe die Schweiz einen peinlich grossen Nachholbedarf. Die aus unterschiedlicher wissenschaftlicher Perspektive erhärteten Erkenntnisse müssten noch besser den Weg in die Politik finden. Der Soziologe plädierte für mehr Elternurlaub sowie eine qualitativ gute, familienergänzende Kinderbetreuung.